Maria Vassilakou

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Maria Vassilakou (2012)

Maria Vassilakou (griechisch Μαρία Βασιλάκου, * 23. Februar 1969 in Athen) ist eine österreichische Politikerin griechischer Herkunft der Grünen. Seit 25. November 2010 ist sie Vizebürgermeisterin und Stadträtin für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung Wiens.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Maria Vassilakou wurde als einziges Kind einer Goldschmiedin und eines Bauunternehmers geboren. Nachdem sie in Athen ihre Matura abgeschlossen hatte, kam sie 1986 nach Wien, um in der österreichischen Hauptstadt ab 1988 ein Studium als Dolmetscherin für Deutsch, Englisch und Französisch zu absolvieren. 1990 begann sie das Studium der Sprachwissenschaft, das sie 1994 abschloss.

Politische Anfänge[Bearbeiten]

Ihre politische Laufbahn in Österreich begann Vassilakou bereits an der Universität, als sie von 1991 an im Sozialreferat der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) an der Universität Wien tätig war, bis sie zwei Jahre später zur Ausländerreferentin des Zentralausschusses der ÖH avancierte. 1995 wurde sie dessen Generalsekretärin. Im selben Jahr erfolgte ihr Wechsel als Mitarbeiterin in den Grünen Klub im Wiener Rathaus.

1996 zog sie für Die Grünen Wien in den Wiener Gemeinderat ein und wurde Integrationssprecherin der Grünen. Bei der Wahl 2001 trat sie auf dem zweiten Listenplatz an. Sie wurde dann von ihrer Partei als (nicht amtsführende) Stadträtin nominiert und war als solche (oppositionelles) Mitglied des Wiener Stadtsenats. Sie war zudem weiterhin Integrations-, Sicherheits-, Menschenrechts- und Behindertensprecherin ihrer Partei.

Wiener Spitzenkandidatin und Vizebürgermeisterin[Bearbeiten]

Pressefoto aus 2005

Im Jänner 2004 wurde Vassilakou in den Bundesvorstand der Grünen gewählt, nachdem sie von 1997 bis 2001 bereits Mitglied im Landesvorstand der Wiener Grünen gewesen war. In Wien wurde sie für die Gemeinderatswahl 2005 zur Spitzenkandidatin gewählt, wo die Grünen mit 14,6 Prozent und einem Zuwachs von vier Mandaten das beste Wahlergebnis seit Bestehen der Wiener Partei erreichten. Das Wahlziel, vor ÖVP und FPÖ zweitstärkste Partei nach der SPÖ zu werden, wurde dabei nicht erreicht.

Nach dem Rückzug von Madeleine Petrovic wurde Vassilakou am 31. Mai 2008 neben Eva Glawischnig zur zweiten stellvertretenden Bundessprecherin der Grünen gewählt.[1]

Im Oktober 2009 wurde ihr vom neu gewählten griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Andrea Papandreou angeboten, stellvertretende griechische Umweltministerin zu werden, was sie jedoch ablehnte.[2]

Zur Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 2010 war Vassilakou erneut Spitzenkandidatin ihrer Partei. Die Grünen erreichten mit 12,6 Prozent der abgegebenen Stimmen erneut den vierten Platz. Da die Sozialdemokraten die absolute Mehrheit verfehlten, stand die SPÖ vor der Entscheidung, mit der ÖVP oder mit den Grünen zu koalieren – eine Koalition mit der FPÖ unter Heinz-Christian Strache lehnte die SPÖ von vornherein ab – und entschied sich für die Grünen.

Dem Ergebnis der Koalitionsverhandlungen zufolge wurde Vassilakou am 25. November 2010 vom Gemeinderat im neuen Stadtsenat mit 58 von 100 Stimmen zu einer der beiden Vizebürgermeisterinnen, neben der im Amt verbleibenden Renate Brauner, gewählt.[3] Als erste grüne Vizebürgermeisterin Wiens übernahm sie das neu geschaffene Ressort für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung.[4]

Privates[Bearbeiten]

Vassilakou besitzt sowohl die österreichische - diese seit 1996[5] als auch die griechische Staatsbürgerschaft,[2] da Griechenland prinzipiell niemanden aus seinem Staatsverband entlässt.[6] Seit 1995 ist sie mit einem studierten Linguisten und nunmehrigen selbstständigen Kommunikationsberater verheiratet.[7]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maria Vassilakou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Parteivorstand wählt Vassilakou zur Vize-Chefin. In: Der Standard. 31. Mai 2008
  2. a b Vassilakou wird nicht Vizeministerin. In: ORF. 7. Oktober 2009
  3. Rathaus-Korrespondenz: Konstituierende Sitzung des Wiener Gemeinderates (3). 25. November 2010]
  4. Vizebürgermeisterin Rot-Grün in Wien fix: Vassilakou mit Superressort. In: ORF. 12. November 2010
  5. Maria in Hoffnung. In: Datum. 1. Mai 2010
  6. Ivana Martinović: Maria Vassilakou: „Schönheit bringt dir 14 Tage Vorsprung.“. In: biber. April 2008
  7. Grüne Pionierin. In: Oberösterreichische Nachrichten. 3. November 2011