Mariam Thresia Chiramel Mankidiyan

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Maria,Puthenchira.jpg

Mariam Thresia Chiramel Mankidiyan (Kurzform: Mariam Thresia) (* 26. April 1876 in Puthenchira (Kreis Trichur, Kerala, Indien); † 8. Juni 1926 in Kuzhikkattusseny[1], Indien) war eine indische Ordensschwester der Syro-Malabarischen Kirche und wurde 2000 durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Geschichte[Bearbeiten]

Mariam Thresia wurde 26. April 1876 geboren, ihre adligen Eltern waren Thoma und Thanda Chiramel Mankidiyan, die im Laufe ihres jungen Lebens verarmten. In der ersten Hälfte ihres Lebens wurde sie mit ihrem Taufnamen (getauft am 3. März 1876) Thresia genannt.

„Sie wollte aber Mariam Thresia genannt werden, da sie glaubte, dass in einer Vision der seligen Jungfrau Maria (1904) sie von dieser gebeten wurde, ihrem Vornamen „Mariam" hinzuzufügen. Als Mariam Thresia legte sie 1914 ihre Profess ab, die Gründerin und das erste Mitglied der Kongregation der Heiligen Familie in Indien.[2]

Schon bald musste sie miterleben, wie ihr Vater und dessen Bruder zu Alkoholikern wurden und die Familie vernachlässigten. Sie war das dritte von fünf Kindern und hatte zwei Brüder und zwei Schwestern, die von ihrer Mutter liebevoll aufgezogen wurden. In ihrer Autobiografie erzählte sie, schon im Alter von zehn Jahren von einem Streben in völliger Übereinstimmung mit Gott leben zu wollen. Sie fastete viermal in der Woche und betete am Tag mehrmals den Rosenkranz.

Hinwendung zur Nächstenliebe[Bearbeiten]

Als ihre Mutter verstarb, war Mariam zwölf Jahre alt und sie musste ihre Schulausbildung abbrechen. Sie übernahm mit drei weiteren Mädchen die Reinigung der Pfarrkirche. Schon sehr früh zeigte sich ihre karitative und pflegerische Ader: sie half den Armen, pflegte Schwerkranke, die an Lepra oder Pocken erkrankt waren und kümmerte sich um Waisenkinder. Mit drei Freundinnen lebte sie in einer Wohn- und Gebetsgemeinschaft, sie teilten sich die Arbeiten auf und besuchten Not leidende Familien. Aus dieser frommen Tätigkeit heraus entwickelte sich auch die Verbundenheit zur Heiligen Familie von Nazareth. Zwischen 1902 und 1905 wurde sie durch Pfarrer Joseph Vithayathil, auf Anordnung des Bischofs, der dachte, dass Thresia nur ein Spielzeug des Teufels sei, wiederholt dem Exorzismus unterzogen.[3] Seit 1902 bis zu ihrem Tod war Joseph Vithayathil ihr geistlicher Vater, sie vertraute ihm und folgte seinen Anweisungen.

Ordensgründung[Bearbeiten]

Ihrem Bitten, ein Haus für stille Gebete und Meditation zu errichten, wurde 1903 vom Apostolischen Vikar von Trichur nicht stattgegeben. Erst 1913 erhielt sie die Erlaubnis zur Gründung der „Kongregation von der Heiligen Familie“. Mit drei Gleichgesinnten lebte Mariam in diesem Ashram, sie führten das Leben von Eremiten. Am 14. Mai 1914 erteilte der Diözesanbischof die kanonische Erlaubnis und nahm die ewige Profess von Mariam Thresia entgegen. Die drei Freundinnen wurden als Postulantinnen aufgenommen und Miriam übernahm als Erste das Amt der Superiorin, während Pfarrer Joseph Vithayathil zum ersten Hausgeistlichen bestimmt wurde. Die neue Kongregation übernahm zunächst die Ordnung der Schwestern der Heiligen Familie von Bordeaux, die bereits in Sri Lanka eine Ordensniederlassung errichtet hatten. Bis zu ihrem Tod erbaute Miriam Thresia drei Ordensniederlassungen, zwei Schulen, zwei Internate, ein Studiumshaus, und ein Waisenhaus. Die Kongregation zählte 1926 schließlich 55 Ordensschwestern, Pater Joseph begleitete den Frauenorden bis zu seinem Tode im Jahre 1964.

Seligsprechung[Bearbeiten]

Mutter Mariam Thresia starb am 8. Juni 1926; unmittelbar darauf verbreitete sich eine Verehrung und der Ruf, dass Mutter Mariam weiterhin den Kranken und Hilfsbedürftigen beistände. 1971 begann der Seligsprechungsprozess, die gesammelten Unterlagen wurden 1983 der bischöflichen Kommission vorgelegt und 15 Augenzeugen verhört.

„Am 28. Juni 1999 erließ die Kongregation für die Heiligsprechungen ein Dekret, in dem festgestellt wird, dass die Dienerin Gottes Mariam Thresia die christlichen Tugenden heroisch geübt hat, so dass ihr der Titel einer „ Venerabilis" zuerkannt wurde.[4]

Nach der kanonischen Anerkennung mehrerer Wunder (27. Januar 2000) wurde die letzte Voraussetzung zur Seligsprechung am 9. April 2000 erfüllt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pilgerzentrum [1]/ [2]
  2. Biographie [3]
  3. Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie THRESIA CHIRAMEL MANKIDIYAN (1876-1926)
  4. Biographie [4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maria Theresa Chiramel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien