Marianische Antiphon

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Meister des Marienlebens, um 1460-1480

Die marianische Antiphon ist in der Liturgie der katholischen Kirche ein an die Gottesmutter gerichteter Gesang. Die Bezeichnung Antiphon hat sich eingebürgert, obwohl es sich strenggenommen nicht um einen antiphonalen Gesang handelt, auch wenn früher auf den Choral ein kurzes Responsorium und eine Oration folgte.

Im Stundengebet wird die der liturgischen Zeit im Kirchenjahr entsprechende marianische Antiphon als Schlussgesang nach der Komplet oder, sofern die Vesper die letzte in Gemeinschaft gefeierte Hore ist, nach der Vesper gesungen:

Advent bis Taufe des Herrn Fastenzeit Osterzeit Zeit im Jahreskreis
Alma redemptoris mater
(„Erhabene Mutter des Erlösers“)
Ave Regina Caelorum
(„Ave, du Himmelkönigin“)
Regina caeli
(„Freu Dich, du Himmelskönigin“)
Salve Regina
(„Sei gegrüßt, o Königin“)

Zu den marianischen Antiphonen gehört auch das Sub tuum praesidium („Unter Deinen Schutz und Schirm“). Von den Melodien der Antiphonen wie auch der marianischen Hymenen gibt es jeweils eine feierliche und eine vereinfachte Form. Auch die Eigenriten einiger Orden haben eigene Fassungen der Notation mancher marianischen Antiphonen, so haben etwa die Dominikaner eine eigene Fassung des Salve Regina.