Mariasdorf

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Mariasdorf
Wappen von Mariasdorf
Mariasdorf (Österreich)
Mariasdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 20,52 km²
Koordinaten: 47° 22′ N, 16° 14′ O47.36652777777816.231388888889412Koordinaten: 47° 22′ 0″ N, 16° 13′ 53″ O
Höhe: 412 m ü. A.
Einwohner: 1.177 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 57 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7433
Vorwahl: 03353
Gemeindekennziffer: 1 09 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mariasdorf 37
7433 Mariasdorf
Website: www.mariasdorf.at
Politik
Bürgermeister: Ing. Reinhard Berger (SPÖ)
Gemeinderat: (2012)
(19 Mitglieder)
12
5
2
12 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Mariasdorf im Bezirk Oberwart
Bad Tatzmannsdorf Badersdorf Bernstein Deutsch Schützen-Eisenberg Grafenschachen Großpetersdorf Hannersdorf Jabing Kemeten Kohfidisch Litzelsdorf Loipersdorf-Kitzladen Mariasdorf Markt Allhau Markt Neuhodis Mischendorf Neustift an der Lafnitz Oberdorf im Burgenland Oberschützen Oberwart Pinkafeld Rechnitz Riedlingsdorf Rotenturm an der Pinka Schachendorf Schandorf Stadtschlaining Unterkohlstätten Unterwart Weiden bei Rechnitz Wiesfleck Wolfau BurgenlandLage der Gemeinde Mariasdorf im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Mariasdorf14v.jpg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Mariasdorf (ungar. Máriafalva) ist eine Marktgemeinde mit 1177 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im südlichen Burgenland in Österreich.

Überregional bekannt ist Mariasdorf durch die im 15. Jh. erbaute Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt, die auch das Gemeindewappen ziert.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im südlichen Burgenland im Bezirk Oberwart, etwa 15 km westlich der Staatsgrenze zu Ungarn.

Die Marktgemeinde Mariasdorf umfasst die Katastralgemeinden bzw. Ortschaften (außer Mariasdorf jeweils Dorf):[1]

Tauchen liegt nördlich des Kernorts Mariasdorf, die übrigen drei Ortsteile östlich von ihm.

Das östliche Gemeindegebiet mit Bergwerk, Grodnau und Neustift gehört zum Bernsteiner Gebirge, die westlichen Orte Mariasdorf und Tauchen liegen in einer etwas flacheren, zum Flüsschen Pinka hin abfallenden Landschaft.

Deutscher Ortsname Ungarischer Ortsname
Bergwerk Őribánya
Grodnau Grodnó
Mariasdorf Máriafalva
Neustift bei Schlaining Szalónakújtelek
Tauchen Fehérpatak

Nachbargemeinden sind Oberschützen, Bad Tatzmannsdorf, Stadtschlaining und Bernstein.

Die nächstgelegenen Kleinstädte sind Pinkafeld (8 km westlich) und Oberwart (9 km südlich). Die nächste größere Stadt ist Steinamanger (Szombathely) in Ungarn, das etwa 30 km östlich von Mariasdorf liegt. Auch Graz (70 km südwestlich) und Wien (90 km nördlich) sind in kurzer Zeit erreichbar und wichtige Ziele für Berufspendler aus der Region.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort gehörte jahrhundertelang zu Ungarn (Deutsch-Westungarn) und seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Mariasdorf wurde 1388 erstmals urkundlich erwähnt. In einer auf den 4. Mai d.J. datierten Urkunde verpfändete der ungarische König und spätere deutsche Kaiser Sigismund die Herrschaft Bernstein einschließlich ihrer namentlich genannten Dörfer an die Gebrüder Kanizsai.[4]

Während des Mittelalters entwickelte sich das Gebiet zu einer Bergbauregion mit Eisen-, Kupfer- und Schwefelkiesabbau. Die Herrscherfamilie Kanizsai ließ für die hier arbeitenden Bergleute die bis heute erhaltene gotische Kirche errichten, eines der bekanntesten mittelalterlichen Bauwerke des Burgenlands.

1849 wurde Mariasdorf durch einen Großbrand weitgehend zerstört.[4]

Um 1870 begann in Tauchen der Braunkohle-Abbau,[5] der bis 31. März 1967 aufrecht blieb[6] und am 30. Dezember des Jahres endgültig Geschichte wurde.[7]

Zwischen 1899 und 1913 kam es durch Auswanderungen nach Nordamerika zu einem starken Bevölkerungsverlust.[4]

Die bis dahin eigenständigen Gemeinden Bergwerk, Grodnau, Mariasdorf, Neustift bei Schlaining und Tauchen wurden im Rahmen des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 1971 zur neuen „Gemeinde Mariasdorf“ vereinigt.[8]

Die Gemeinde Mariasdorf besitzt seit 1. Mai 1988 das Recht zur Führung der Bezeichnung „Marktgemeinde“.[9]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister und Amtsleiter ist Ing. Reinhard Berger von der SPÖ, Vizebürgermeister Manfred Karner von der SPÖ. Die Mandatsverteilung in der Gemeindevertretung (19 Sitze) ist SPÖ 12, ÖVP 5, FPÖ 2 Mandate.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot über einem mit einem goldenen Bergwerksstollen belegten grünen Dreiberg eine goldene, schwarzbedachte Kirche, begleitet von natürlichen Pappelbäumen.

Das Wappen wurde am 16. April 1988 verliehen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mariasdorf
  • Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt: Die spätgotische Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt zählt zu den schönsten des Burgenlandes. Der Bau wurde, nachdem die Brüder Kanizsay das Herrschaftsgut Bernstein erhalten hatten[10], um 1400 am Standort einer bereits existierenden Kirche begonnen, aber wohl im frühen 15. Jahrhundert eingestellt. Bis dahin bestand wohl nur der Chorraum. Am Ende des Jahrhunderts wurden die Arbeiten mit dem Bau des Kirchenschiffs fortgesetzt. Das Westportal wurde 1490 vollendet. Das Sakramentshaus an der Nordwand trägt die Jahreszahl 1483. Auch Sakristei, Beinhaus und die beiden Treppentürme stammen wohl aus dieser Bauphase.[11]

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Kirche umgebaut, um sie an den damaligen Zeitgeschmack des Barock anzupassen. 1882-99 wurden diese Umbauten unter der Leitung von Imre Steindl, des Architekten des Budapester Parlaments, weitgehend rückgängig gemacht und das Bauwerk wieder in gotischer Formensprache gestaltet. Zeuge dieses zweiten, neugotischen Umbaus sind der Hochaltar, die Kanzel, das Taufbecken und die Buntglasfenster.[11]

Die Kirche Mariae Himmelfahrt dient heute als römisch-katholische Pfarrkirche im Pfarrverband Mariasdorf-Bernstein im Bistum Eisenstadt.

Baudenkmale im Gemeindegebiet von Mariasdorf sind:[12]

  • das Evangelische Schul- und Bethaus in Tauchen (Hausnr. 33)
  • das Evangelische Schul- und Bethaus in Grodnau (Nr. 50)
  • die Volksschule in Neustift (Nr. 27)
  • das Evangelische Schul- und Bethaus in Mariasdorf (Nr. 26)
  • der Glockenturm in Bergwerk (Nr. 47)
  • die röm.-kath. Pfarrkirche „Mariae Himmelfahrt“ in Mariasdorf
  • Grabsteine auf dem Kirchhof in Mariasdorf.

Verkehr[Bearbeiten]

  • Straße: Die wichtigste Verkehrsader im Gemeindegebiet ist die Burgenland-Bundesstraße (B 50), die das Bundesland in Nord-Süd-Richtung durchzieht und am östlichen Ortsrand von Mariasdorf als Umgehungsstraße trassiert ist.
  • Bahn: Die nächstgelegene Bahnstrecke ist die Pinkatalbahn mit Haltepunkten u.a. in Pinkafeld, Riedlingsdorf und Oberwart, die früher bis zum Bahnknoten Steinamanger/Szombathely führte und heute in Oberwart endet. Die 1997 stillgelegte Zweigstrecke von Oberwart in Mariasdorfs Nachbargemeinde Oberschützen wird derzeit von einem privaten Verein für Nostalgiefahrten reaktiviert.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über zwei Volksschulen (in Mariasdorf und Grodnau), die erwähnte römisch-katholische Pfarrkirche, Evangelische Filialgemeinden A.B. in allen Orten, Sportplätze in allen Orten und einen Radrundweg. Das nächste Gymnasium befindet sich im drei Kilometer entfernten Nachbarort Oberschützen.

In Mariasdorf gibt es keine Straßennamen. Postadressen setzen sich aus dem Namen des Ortsteils und der Hausnummer zusammen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Burgenland – Jois – Markt Sankt Martin – 72. Mariasdorf. In: Österreichischer Amtskalender online. Verlag Österreich, Wien 2002–, ZDB-ID 2126440-5.
  2. Statistik Austria:Registerzählung 2011 -- Einwohner nach Ortschaften (PDF; 8 kB)
  3. Statistik Austria: Volkszählung vom 15. Mai 2001 -- Erwerbspendler nach Pendelziel (PDF; 7 kB) Nach dieser Zählung hatten 2001 von den 543 in der Gemeinde gemeldeten Erwerbstätigen 67 (also 1/8) ihren Arbeitsplatz in Wien.
  4. a b c Geschichte von Mariasdorf. In: mariasdorf.at, abgerufen am 13. Dezember 2013.
  5. Johann Schnablegger: Abbau eines vier Klafter mächtigen Braunkohlenflözes von sehr feuergefährlicher Beschaffenheit in Mariasdorf, Ungarn. In: Zeitschrift des Berg- und Hüttenmännischen Vereines für Kärnten, Heft Nr. 5/1871 (III. Jahrgang), ZDB-ID 1353266-2, S. 100–108.
  6. Gunther Seel: „Es war ein harter Job, aber es war ein Job!“ Masterarbeit. Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Klagenfurt 2009, OBV
  7. Tauchen endgültig stillgelegt. In: Burgenländische Freiheit. XXXVIII. Jahrgang, Nr. 1/1968, S. 3, unten links.
  8. Bgld LGBl 1970/44 § 3 Z 9. In: Landesgesetzblatt für das Burgenland, Jahrgang 1970, S. 170. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/lgb.
  9. Bgld LGBl 1988/26. In: Landesgesetzblatt für das Burgenland, Jahrgang 1988, S. 46. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/lgb.
  10. Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt auf der Homepage von Mariasdorf
  11. a b Bistum Eisenstadt: Pfarrkirche Mariasdorf
  12. Bundesdenkmalamt Österreich: Verordnung vom 8. Februar 2002 (PDF; 76 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mariasdorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien