Marie-Antoinette (1938)

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Marie-Antoinette (OT: Marie Antoinette) ist eine US-amerikanische Filmbiografie über die französischen Königin Marie Antoinette unter Betonung ihrer Beziehung zu Hans Axel von Fersen. Der Film basiert auf der 1933 erschienenen Biografie von Stefan Zweig. Die Hauptrolle spielen Norma Shearer und Tyrone Power. Regie führte W. S. Van Dyke. In Deutschland wurde der Film erstmals am 21. Januar 1951 in den Kinos gezeigt.

Handlung[Bearbeiten]

Die österreichische Kaiserin Maria Theresia erklärt ihrer Tochter Marie Antoinette, dass eine Hochzeit mit ihr und dem französischen Thronfolger Ludwig XVI. arrangiert wurde. Marie erwartet ein Leben voller Pomp und Luxus, ist daher umso überraschter, dass sich ihr Ehemann als schüchtern und introvertiert erweist. Ludwigs einzige Freude ist die Arbeit als Schlosser. Er lässt seine Gattin auch in der Hochzeitsnacht allein, die nun den Avancen des machthungrigen Herzogs von Orléans nachgibt. Sie findet ihren Trost in Festlichkeiten und bei Glücksspielen. Marie Antoinette begegnet dabei dem schwedischen Diplomaten Hans Axel von Fersen, der sich von ihrer gebieterischen Art jedoch nicht beeindrucken lässt.

Nach zwei Jahren Ehe bekommt sie ein Geschenk von Madame Dubarry, der Mätresse von Ludwig XV., dem Großvater ihres Ehemannes. Das Geschenk ist eine leere Kinderwiege, eine Anspielung darauf, dass sie noch keinem Nachfolger das Leben geschenkt hat. Nach einem Streit bei einem Ball zwischen Marie und der Mätresse, ist der König der Meinung, die Ehe seines Enkels sollte annulliert werden. Ludwig XVI. ist verärgert, doch der König bleibt hart. Zur gleichen Zeit wendet sich der Herzog von Orléans von ihr ab, dem sie ihre Gunst entzogen hat. Trost findet sie, als sie von Fersen wiedertrifft, der ihr seine Liebe gesteht. Als Ludwig XV. unerwartet stirbt, sind die Annullierungspläne vom Tisch. Marie hofft auf Axels Einsicht, dass er keine Affäre mit einer Königin eingehen kann. Nachdem er ihr nochmals seine Liebe erklärt hat, verlässt Axel Paris. Der neue König erweist sich als liebevoller Ehemann. Schon bald stellt sich der erhoffte Nachwuchs ein. Marie bringt eine Tochter, Prinzessin Thérèse, und einen Sohn, Prinz Louis Joseph, zur Welt. Ludwig will ein gerechter Herrscher sein, doch er kann die soziale Ungerechtigkeit in diesen Zeiten nicht beseitigen. Die Bürger zeigen ihre Abscheu für die ausländische Königin, als diese in die Halsbandaffäre verwickelt wird. Dies geschieht in einer Zeit, in der die Bevölkerung durch viele Hetzer, insbesondere durch den Herzog von Orléans, angestachelt wird. Die französische Revolution bricht aus. Der König hat die Macht über das Militär verloren, die königliche Familie wird verhaftet. Die Freundin der Familie, Prinzessin de Lamballe, wird hingerichtet. Axel kehrt nach Paris zurück und besticht einen Wächter. Zwar gelingt die Flucht, doch die Flüchtigen werden schon bald wieder eingefangen. Ein Gericht, dem auch der Herzog angehört, verurteilt den König und seine Familie. Der König wird schon am nächsten Tag hingerichtet. Marie und ihr Sohn wurden vorher vom Rest der Familie getrennt. Der Sohn wird gezwungen, vor Gericht gegen seine Mutter auszusagen. Beide werden zum Tode verurteilt. Axel sucht die erschöpfte und sichtlich gealterte Königin auf und steht ihr in den letzten Stunden ihres Lebens bei.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film war seit Mitte 1933 in Planung. Die Besetzung der weiblichen Hauptrolle mit Norma Shearer, Ehefrau von MGM Produktionchef Irving Thalberg, führte schließlich zum Zerwürfnis mit William Randolph Hearst, der Marion Davies als Marie Antoinette sah. Nach Thalbergs Tod 1936 übernahm sein bester Freund Sidney Franklin die Produktion und zunächst auch die Regie. Kostengründe führten schließlich zur Verpflichtung von W. S. van Dyke, dessen Spitzname One-Take Woody von seiner Fähigkeit kam, fast alle Szenen eines Films bereits mit der ersten Aufnahmen komplett abzudrehen. Franklin erhielt in den Credits des Film eine lobende Erwähnung für seinen Einsatz.[1]

Für die Rolle des Thronfolgers waren Charles Laughton, Peter Lorre, Oskar Homolka und John Gielgud im Gespräch, ehe die Rolle an Robert Morley ging. Anita Louise war 1934 in Madame du Barry als Marie Antoinette zu sehen. Für die Produktion wurden Fotografien des Schlosses in Versailles als Hintergrundmontage benutzt. gedreht. Für die Sets wurde sämtliche Räume des Schlosses originalgetreu nachgebaut, so der Ballsaal und die große Treppe. Das Studio plante, den Film zunächst in Technicolor zu drehen, doch die eskalierenden Kosten führten zum Dreh in Schwarzweiß. Assistent des Ausstatters Cedric Gibbons war der später ebenfalls oscarprämierte Edwin B. Willis. Für den Ton sorgte Douglas Shearer. Als Regie-Assistent arbeitete Jacques Tourneur.

Kinoauswertung[Bearbeiten]

Mit Produktionskosten von 2.926.000 US-Dollar war Marie Antoinette eine der teuersten MGM-Produktionen seit Gründung der Gesellschaft 1924. Das Budget lag sogar noch über den Kosten von Maria Walewska mit Greta Garbo aus dem Vorjahr. In den USA spielte der Film mit 1.633.000 US-Dollar einen vergleichsweise hohen Betrag ein, zu dem Auslandseinnahmen in Höhe von 1.323.000 US-Dollar kamen. Ein kumuliertes Gesamtergebnis von 2.956.000 US-Dollar konnte nicht verhindern, dass das Studio am Ende einen horrenden Verlust von 767.000 US-Dollar aufwies[2]. Allerdings lag dieser noch deutlich untern den Verlusten von Maria Walewska.

Kritiken[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films beschreibt den Film als „überlanges, bombastisches Geschichtsgemälde, ohne Anspruch auf historische Stimmigkeit, aber unterhaltsam“.[3] Cinema befand, der Film sei eine „prunkvolle, Oscar-nominierte Produktion“.[4] Variety hielt den Film für eine „brillante, historische Tragödie“.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film ging mit vier Nominierungen in die Oscarverleihung 1939, gewann jedoch keine der Trophäen:

Bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig von 1938 bekam Norma Shearer 1938 die Coppa Volpi als beste Darstellerin. Zudem war der Film für den Coppa Mussolini als bester Film nominiert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Notes auf tcm.com
  2. vgl. normashearerfilms.blogspot.de (Version vom 29. April 2013 im Webarchiv Archive.today)
  3. Marie-Antoinette im Lexikon des Internationalen Films
  4. vgl. cinema.de
  5. Vgl. Review: ‘Marie Antoinette’. In: Variety, 1938.