Marie-Elisabeth von Humboldt

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Marie-Elisabeth von Humboldt

Marie-Elisabeth von Humboldt (* 8. Dezember 1741 in Berlin; † 19. November 1796 in Tegel[1]), gebürtige Colomb, verwitwete von Hollwede, war die Mutter von Wilhelm und Alexander von Humboldt.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten]

Die Colombs[Bearbeiten]

Marie-Elisabeth von Humboldt entstammte einer hugenottischen Kaufmanns- und Kunsthandwerkerfamilie. Ihr Großvater, der Pariser Kaufmann Henri Colomb († 1719), wanderte nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes (1685) zunächst nach Kopenhagen aus und wurde dort Posamentenmacher am königlichen Hof. Um 1711 zog er nach Neustadt an der Dosse ins Brandenburgisch-Preußische und bekleidete dort ein Amt im Direktorium der königlichen Spiegelmanufaktur. Bewirkt hatte diesen Umzug sein Schwiegervater, der Goldschmied Jean-Henri de Moor aus Wageningen in der Provinz Gelderland, von 1696 bis 1711 selbst Direktor der Manufaktur. Jean-Henri de Moor war der Begründer der französischen Kolonie in Neustadt.

Auch der Vater von Marie-Elisabeth, Johann Heinrich Colomb (1695–1759), war von 1733 bis 1741 Direktor der Neustädter Spiegelmanufaktur. Danach versah er im preußischen Staatsdienst das Direktorenamt der ostfriesischen Kammer und ließ sich als Hausbesitzer in Berlin nieder. Er liegt in den Gewölben der Parochialkirche in Berlin begraben.

Marie-Elisabeth war eine Cousine[2] von Amalie von Colomb (1772–1850), der jüngsten Tochter des Auricher Kammerpräsidenten Peter von Colomb,[3] Schwester des preußischen Generals Peter von Colomb und ab 1795 zweite Gemahlin des von Gebhard Leberecht von Blücher.

Die Durhams[Bearbeiten]

Die mütterliche Linie Marie-Elisabeths bildete eine preußische Beamtenfamilie schottischen Ursprungs, die Durhams of Grange.[4] Sie siedelten 1650 von Schottland nach Preußen über. Der Urgroßvater Alexander und Wilhelm von Humboldts war Wilhelm Durham (1658–1735), königlich-preußischer Generalsfiskal, Geheimer Oberappellations-, Gerichts- und Kirchenrat sowie Ältester und Vorsteher der Parochialkirchengemeinde. Er ließ sich am Jüdenhof 9 ein Haus errichten. Seine Tochter Justine Susanne (1716–1762) heiratete Johann Heinrich Colomb.

Ehen[Bearbeiten]

Marie-Elisabeth Colomb vermählte sich 1760 mit Friedrich Ernst von Hollwede (* 12. März 1723, † 26. Januar 1765), Baron, Erb- und Gerichtsherr auf Tegel, Ringenwalde und Crummecavel. Dieser Ehe entstammen zwei Kinder, eine Tochter[5], die schon im Kindesalter starb, und der Sohn Heinrich Friedrich Ludwig Ferdinand von Hollwede[6] (1762–1817), den die Mutter später im angesehenen Berliner Kürassierregiment „Gens d’armes“ als Offizier (Rittmeister) unterbrachte. Friedrich Ernst von Hollwede war Kanonikus des St. Sebastian-Stifts in Magdeburg. Er starb im Jahre 1765 und hinterließ seiner Witwe das Erbpachtgut Tegel[7] bei Berlin sowie die Güter Ringenwalde mit dem Vorwerk Crummecavel in der Neumark (Kreis Soldin, heute Polen). Mit diesem Erbe und dem Erbe ihrer Eltern (unter anderem die ca. 300 Titel umfassende Bibliothek und vor allem das Haus in Berlin, Jägerstraße 22/23, heute Sitz der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften[8]) war Marie-Elisabeth eine hochinteressante Partie.

Am 19. Oktober 1766 heiratete Marie-Elisabeth von Hollwede zum zweiten Mal.[6] Auf dem Gut Lancke im Kirchenkreis Bernau bei Berlin beziehungsweise bei Biesenthal in Brandenburg gelegen, damals auch in Hollwede’schem Besitz[9], gab sie dem königlichen Kammerherrn und Obristwachtmeister (Major) der Kavallerie a. D. Alexander Georg von Humboldt (1720–1779) das Jawort. Dieser entstammte einem pommerschen Beamten- und Offiziersgeschlecht, das verschiedenen brandenburgisch-preußischen Fürsten gedient hatte. Erst der Vater, Johann (Hans) Paul von Humboldt (1684–1740), preußischer Hauptmann und Herr auf Zeblin, „erbat und erhielt 1738 die erbliche Adelsverleihung.“ Alexander Georg war als königlich-preußischer Major und Adjutant des Herzogs von Braunschweig, des Prinzen Ferdinand, an allen drei schlesischen Kriegen beteiligt. 1761 nahm er seinen Abschied vom Militär und wurde 1764 Kammerherr von Friedrich II., „dem Großen“/dem „Alten Fritz“, der ihn an den Hof seines Thronfolgers Prinz Friedrich Wilhelm (späterer Friedrich Wilhelm II.) entsandte, solange dessen Ehe mit seiner ersten Gemahlin, der Prinzessin Elisabeth von Preußen, hielt. Im Jahre 1769 schied Alexander Georg von Humboldt aus dem Staatsdienst, zog sich auf das Tegeler Gut seiner Gemahlin zurück und machte sich um dessen Kultivierung verdient. Am 6. Januar 1779 verstarb er und wurde zunächst auf dem Gut Ringenwalde beigesetzt.[6]

Wird die Mutter der Humboldt-Brüder Wilhelm und Alexander als zurückhaltende, spröde und sehr ernste Person geschildert, so sind sich die Humboldt-Biographen einig über das muntere, heitere und lebensbejahende Naturell des Vaters. So äußert sich Frau von Briest, Mutter der Schriftstellerin Madame de la Motte-Fouqués, über die zweifach verwitwete Marie-Elisabeth von Humboldt in einem Brief an ihre Schwester im Jahre 1785: „Alles ist bei den Humboldts wie es war. In dem Hause ändert sich nichts, weder die Menschen, noch die Art und Weise. Ihn [Gemeint ist der bereits 1779 verstorbene Alexander Georg von Humboldt, Vater Alexander und Wilhelm von Humboldts] werde ich zwar immer sehr da vermissen. Seine leichte, muntere Unterhaltung machte einen charmanten Contrast zu der leisen Ruhe und Gemessenheit seiner Frau. Diese, ich versichere Dich, sieht heute so aus, wie sie gestern aussah und morgen aussehen wird. Der Kopfputz wie vor zehn Jahren und länger, immer glatt, fest, bescheiden! Dabei das blasse, feine Gesicht, auf dem nie eine Spur irgendeines Affects sichtbar wird, die sanfte Stimme, die kalte, gerade Begrüssung und die unerschütterliche Treue in allen ihren Verbindungen! Immer duldet sie den Schwager [Gemeint ist wahrscheinlich Victor Ludwig Baron von Hollwede (gest. 1793), Bruder von Friedrich Ernst von Hollwede, dem ersten Mann Marie-Elisabeth von Humboldts. Victor Ludwig von Hollwede war mit der Schwester Marie-Elisabeth von Humboldts, Wilhelmine Anne Susanne (1743–1784) vermählt. Ihr Grabmal befindet sich an der Nordostecke der Tegeler Dorfkirche.], seine Tochter, die alte Tante um sich; immer liegt der alte, schnarchende Hund Belcastel auf dem Sofa; ihr Gleichmuth leidet weder durch Widerspruch, noch sonst durch häusliche Störungen. Man kann darauf schwören, wie man sie heute verlässt, so findet man nach Jahr und Tag die Familie im Innern und Aeussern wieder.“[10] [11]

Eines der größten Verdienste von Marie-Elisabeth von Humboldt war die konsequente Planung und Durchführung der Ausbildung ihrer Söhne. Alexander schreibt einmal über seine höhere schulische Erziehung: „Meine wissenschaftliche Erziehung war sehr sorgfältig. Mein Vater und vor allem meine Mutter (denn der erstere starb, als ich neun Jahre alt war) brachten jedes Opfer, um uns von den berühmtesten Männern […] zu Hause, ohne Schulbesuch, im Sommer auf dem Lande, im Winter in der Stadt, immer in großer Zurückgezogenheit, unterrichten zu lassen.“ Die (noch unvollständige) Liste der Lehrer, die sie über den Hofmeister Gottlob Johann Christian Kunth (1757–1829) zum Unterricht der Söhne engagierte, ist beeindruckend:

  • Ernst Ludwig Heim (1747–1834) war der Hausarzt der Familie. Er ist Liebhaberbotaniker und besonders Mooskenner. Den Humboldts galt er als Freund des großen englischen Naturforschers Sir Joseph Banks. Er vermittelt den Brüdern die Grundlagen der Botanik.
  • Johann Jakob Engel (1741–1802): Lehrer am Joachimsthalschen Gymnasium und Akademiemitglied, Moralist und Rationalist, Schriftsteller und Philosoph. Er unterrichtete die Brüder in Philosophie und machte sie mit Mendelssohns Philosophie vertraut.[12]
  • Josias Friedrich Christian Löffler[13] (1752–1817) ist evangelischer Theologe, Herausgeber des «Magazin für Prediger», Professor der Theologie und Philosophie in Frankfurt an der Oder und später Oberkonsistorialrat und Generalsuperintendent des Herzogtums Gotha. Alexander meint: „Den Grund zu seinen [Wilhelms] tiefen griechischen Studien legte Löffler, der Verfasser eines freigesinnten Buches über den Neu-Platonismus der Kirchenväter“.
  • Ernst Gottfried Fischer[14] (1754–1831) ist Lehrer für Mathematik am Gymnasium zum Grauen Kloster und Akademiemitglied. Alexander charakterisiert ihn so: „ein Mann, der, was ziemlich unbekannt ist, neben der Mathematik viel Griechisch wußte“.
  • Der Geheimrat Christian Konrad Wilhelm von Dohm (1751–1820) lehrte vom Herbst 1785 bis Juni 1786 bei den Humboldts Nationalökonomie (politisch-statistische Vorträge) mit geographischem Schwerpunkt. Er wird bekannt durch die erste Schrift zur Judenemanzipation „Über die bürgerliche Verbesserung der Juden“ (1781). Er prägt besonders Wilhelm, der noch lange zu ihm Kontakt hält.
  • Kammergerichtsrat Ernst Ferdinand Klein (1743-1810) lehrte bei den Humboldts Natur- und Staatsrecht. Er ist einer der Redakteure des preußischen Allgemeinen Landrechts.
  • Der deutsch-jüdischer Philosoph Moses Mendelssohn (1729–1786) – er gilt als Wegbereiter der jüdischen Aufklärung (Haskala) – hatte durch seine Schriften, die besonders Wilhelm las, Einfluss auf die Bildung der Brüder. Mendelssohns Motto sollte Wilhelms Lebensdevise werden: Die Bestimmung des Menschen, die die gemeinsame Bestimmung Aller ist, besteht in der „Übung, Entwickelung und Ausbildung aller menschlichen Kräfte und Fähigkeiten“. Je entschiedener der Mensch seine Individualität ausprägt, desto mehr nähert er sich der Vollkommenheit an.[15]
  • Der jüdische Arzt und Philosoph Marcus Herz (1747–1803) (ab 1782 Leiter des Jüdischen Hospital in Berlin) hielt ab 1776 vor einem ausgewählten Publikum Vorlesungen über Medizin, Philosophie und Experimentalphysik, an denen ab 1784/85 die Brüder Humboldt teilnahmen. Außerdem waren sie in dem literarischen Zirkel um Henriette Herz (1764–1847), wo sie u. a. tanzen lernten.
  • David Friedländer (1750–1834) war ein deutscher Fabrikant und Autor, der sich für die Emanzipation der Juden in Berlin einsetzte. Ihn verband eine enge Freundschaft mit den Brüdern seit deren frühesten Jugendjahren.
  • Meyer-Hirsch[16] (1769–1851): Mathematiker, Verfasser von Schulbüchern für Geometrie und Algebra.
  • Claude Etienne Le Bauld de Nans[17]: Schauspieler, Literat und Redakteur der «Gazette littéraire de Berlin». Er lehrt die Humboldt-Brüder neuere Sprachen. Er ist Freimaurer in der Berliner Großloge „Royale York de l’Amitié“.
  • Daniel Nikolaus Chodowiecki (1726–1801) war der populärste polnisch-deutsche Kupferstecher, Grafiker und Illustrator des 18. Jahrhunderts. Er lehrt Alexander zeichnen und kupferstechen.
  • Johann Friedrich Zöllner (1753–1804), Mitglied der Naturforschenden Gesellschaft und der Akademie der Wissenschaften zu Berlin, ist Propst an der Berliner Nicolaikirche und Konsistorialrat. Daneben hielt er Vorträge über (angewandte) Technologie. Nach den Frankfurter Studienmonaten besucht er zusammen mit Alexander auf mehreren Reisen im Berliner Umland und Brandenburg etliche Manufakturbetriebe. Dies bildet die Grundlage zu Alexanders bemerkenswerter Maschinenkenntnis. Alexander schätzt ihn sehr.
  • Johann Friedrich Reitemeier[18] (1755–1839): Neben wichtigen philologischen, juristischen (in der Tradition des Naturrechts) und staatswissenschaftlichen Schriften verfasste er eine damals grundlegende Studie zur Geschichte des Bergbaues bei den Alten.

Marie-Elisabeth hat durch ihre Klugheit und durch ihren Charakter in der Gesellschaft Eindruck gemacht. Caroline von Dacheroeden kann ihrem Verlobten Wilhelm von Humboldt in Berlin mitteilen: „Deine Mutter steht hier [in Erfurt] in großem Ruf und Ansehen. Die Generalin Knorr hat in Frankfurt die Generalin von Lengefeld über meine Heirat gesprochen. Sie hat Mama gewaltig herausgestrichen, ihren Verstand, ihren Charakter, mit einem Wort alles. Der General sprach mir davon und sagte: «Von Ihrer künftigen Frau Schwiegermutter hör ich unendlich viel Gutes. Es soll eine würdige, vortreffliche, große Frau sein.»[19]

Falkenberg als Begräbnisort der Humboldt-Eltern[Bearbeiten]

Die zweifach verwitwete Marie-Elisabeth von Humboldt kaufte im Jahre 1791 das Gut Falkenberg bei Berlin (heute ein Ortsteil im Berliner Bezirk Lichtenberg) von einem Oberstleutnant von Lochau.[6] Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits schwer krank und verbrachte die meiste Zeit auf Schloss Tegel. Lokalhistoriker haben irrtümlich angenommen, dass Frau von Humboldt sich nach dem Erwerb von Falkenberg hier auch als Gutsherrin niedergelassen habe. Hierfür gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Im Gegenteil, aus den Briefen insbesondere Wilhelm von Humboldts geht klar hervor, dass sich die Mutter aufgrund ihres Leidens 1794–1795 kaum noch aus Tegel bzw. Berlin, wo man die Wintermonate verbrachte, fortbewegte.

Gedenktafel für die zerstörte Dorfkirche Falkenberg

Die Frage, was Marie-Elisabeth letztlich bewogen haben mag, gerade Falkenberg als Begräbnisort für sich und ihre bereits verstorbenen Ehegatten auszuwählen, können wir heute nicht mehr beantworten. Um die Begräbnisstätte würdig zu gestalten, ließ sie durch den Berliner Baumeister Paul Ludwig Simon umfangreiche Umbauten an der Falkenberger Feldsteinkirche vornehmen.[20] Hierdurch verlor die Kirche ihr mittelalterliches Antlitz und bekam jene einzigartige Erscheinung, die unter den märkischen Dorfkirchen ihresgleichen suchen sollte. Der baufällig gewordene hölzerne Kirchturm wurde durch einen stattlichen, 47 Fuß hohen Turm aus Mauersteinen ersetzt. Das alte Kreuzgewölbe des Kirchenlanghauses verwandelte der Baumeister – heute würde man dies sicherlich bedauern – in eine platte Decke. Über der von dorischen Säulen flankierten Eingangstür im Kirchturm befand sich ein wertvolles Relief, vermutlich aus der Schadow-Schule. Es zeigte einen antiken Jüngling, der hinter einer sitzenden Gestalt steht und eine verlöschende Fackel auf den Erdboden stößt. In den gängigen Kirchen- und Architekturführern wird der Baustil des Turmes als ägyptisierend bezeichnet. Das Erdgeschoss des Turmes bestimmte Frau von Humboldt schließlich zum Begräbnisplatz. Am 19. November 1796 starb sie an den Folgen eines langen Brustkrebsleidens.[21] Am 3. Dezember 1796 wurde sie neben ihren Ehegatten und einer früh verstorbenen Tochter aus erster Ehe im Falkenberger Dorfkirchturm zur letzten Ruhe gebettet.[22] Der Sarg Alexander Georg von Humboldts stand zuvor in der Ringenwalder Kirche. Auch der bereits im Jahre 1765 verstorbene Friedrich Ernst von Hollwede muss vor seiner Überführung nach Falkenberg einen anderen Begräbnisort gehabt haben. Dieser konnte jedoch bisher nicht ermittelt werden. Um 1890 wurden die Särge mit Zustimmung der Familie von Humboldt in das alte Gruftgewölbe der früheren Patronatsherren Falkenbergs unterhalb des Altarraumes (also auf die Ostseite der Kirche) überführt.[23] Dadurch erhielt die Gemeinde wieder einen leichteren Zugang zur Kirche durch den Turm.

Das Schicksal der Humboldtgruft ab 1945[Bearbeiten]

Die Gedenkmauer am Gruftgewölbe mit der heutigen Gedenktafel

Am Morgen des 21. April 1945, dem Tage des Einmarsches der Roten Armee in Falkenberg, sprengte eine SS-Einheit die evangelischen Kirchen in Wartenberg, Malchow und auch Falkenberg.[24] Lange Zeit blieb die Humboldtgruft offen und verwahrlost. Zu Beginn der 1950er Jahre wurde sie zugemauert, die Restaurierungsarbeiten ließen jedoch noch bis 1969 auf sich warten. Zwischenzeitlich stand die Gruft wieder offen.[25]

Die Klagen des Pfarrers und der Falkenberger häuften sich im Laufe der Jahre, doch nichts geschah. Der letzte äußere Anlass für die Restaurierung der Grabstätte war nicht etwa, wie dem Datum nach zu vermuten, der 200. Geburtstag Alexander von Humboldts. Der Zufall wollte es, dass im gleichen Jahr der 20. Jahrestag der DDR begangen werden sollte. Diesem Jubiläum verdankte Falkenberg die Errichtung einer Gedenkmauer sowie die Anbringung einer steinernen Grabplatte mit der Aufschrift: „Gruftgewölbe der Familie von Humboldt …“ Am 18. November 1998 wurde diese Tafel durch eine neue Gedenktafel verdeckt. Diese Tafel wurde von der langjährigen Vorsitzenden des Ortsgeschichtlichen Arbeitskreises Tegel, Edith Minert († 13. Oktober 1998) gestiftet.

Legat Marie-Elisabeth von Humboldts für Falkenberg[Bearbeiten]

Marie-Elisabeth von Humboldt stiftete in ihrer testamentarischen Verfügung vom 28. Mai 1796 durch eine Kapitalanlage von 500 Talern das „Legat zur Erhaltung und Pflege des Kirchturms und der Humboldtschen Begräbnisstätte zu Falkenberg“.[26] Durch diese Stiftung blieb ihr Andenken mehr als anderthalb Jahrhunderte in Falkenberg bewahrt. Das Legat unterstand der direkten Kontrolle der königlichen Regierung zu Potsdam. Durch eine Regierungsverfügung vom 17. Februar 1891 übernahm das Königliche Konsistorium der Provinz Brandenburg die Aufsicht über die Stiftung. Die Verwaltung des Legats wurde seitdem vom Pfarrer auf den Gemeindekirchenrat in Falkenberg übertragen. Der Güterverwalter und Vertraute Marie-Elisabeth von Humboldts, Gottlob Johann Christian Kunth, stiftete einen Betrag von 100 Talern aus seinem Vermögen im Sinne der Frau von Humboldt. Aus diesem Grunde trifft man in den Falkenberger Kirchenakten auf die Bezeichnung „Humboldt-Kunthsches Legat“.[27] Von der Stiftung konnte die Falkenberger Kirchgemeinde etwa 130 Jahre lang profitieren. Neben jährlich anfallenden Instandsetzungsarbeiten am Dorfkirchturm durfte ein Teil der Zinsen des Stiftungskapitals für genau festgelegte wohltätige Zwecke ausgegeben werden. So erhielt der Falkenberger Dorfschullehrer eine bescheidene jährliche Gehaltszulage, und fleißige Schüler bekamen kleine Schulprämien. „Auf ewige Zeiten […]“, wie es Marie-Elisabeth von Humboldt gern gesehen hätte, blieb die Stiftung jedoch nicht bestehen. In der großen Weltwirtschaftskrise 1929 schmolz der Legatsbetrag auf einen Wert von weniger als 200 Reichsmark zusammen und war zudem als Reichsanleiheablöseschuld nicht mehr verwertbar.[28] Die Humboldt’sche Stiftung erlitt ein ähnliches Schicksal wie viele andere Stiftungen, sie fiel der Geldentwertung zum Opfer.

Die Erben[Bearbeiten]

Einige Tage nach dem Ableben Marie-Elisabeth von Humboldts am 19. November 1796 erreichte die Todesnachricht ihre Söhne. Wilhelm von Humboldt weilte gerade in Jena. Er war seit 1791 mit Caroline, geborene von Dacheröden, verheiratet und lebte seit dieser Zeit auf den Gütern Burgörner und Auleben, sowie in der kalten Jahreszeit im Erfurter Stadthaus seines Schwiegervaters. Der Vater Carolines war der preußische Kammergerichtspräsident Karl Friedrich von Dacheröden. Mehr als ein Jahr lang (ab Juli 1795) standen Wilhelm und Caroline der leidenden Mutter in Tegel und Berlin bei, bis sich Wilhelm Mitte Oktober 1796 endlich entschloss, nach Jena abzureisen. Von Woche zu Woche, von Monat zu Monat hatte er seine herbeigesehnte Reise zu Friedrich Schiller verschoben, mit dem er in regem Gedankenaustausch stand. Er konnte nicht ahnen, dass gerade zum Zeitpunkt seiner Abreise der schon oft angenommene nahe Tod der Mutter wirklich bevorstand. Vier Wochen später sollte sie von ihren Leiden erlöst werden. Alexander von Humboldt traf im Frühjahr 1796 seinen Bruder Wilhelm am mütterlichen Krankenbett. Es war das letzte Mal, dass er seine Mutter sah. Seit März 1792 arbeitete Alexander im preußischen Bergdepartement. Zum Zeitpunkt ihres Todes war er nach einer steilen Karriere Oberbergrat in den Fürstentümern Ansbach und Bayreuth. Am 24. November 1796 erfuhr er, dass seine Mutter gestorben war. Ihrem Begräbnis am 3. Dezember 1796 in Falkenberg konnten die Brüder Wilhelm und Alexander nicht beiwohnen. Hingegen ist dies für ihren Sohn aus erster Ehe, Rittmeister Ferdinand von Hollwede, anzunehmen, denn er war es auch, der in der „Vossischen Zeitung“ vom 22. November 1796 eine Traueranzeige für seine Mutter aufgegeben hatte.[6] Ihr Ableben traf die Söhne nicht unvorbereitet. Dazu hatte es sich bereits zu lange angekündigt. Vor allem für Alexanders Leben war ihr Tod ein einschneidendes Ereignis, denn er bedeutete die finanzielle Unabhängigkeit und damit die Verwirklichung seiner lange gehegten Reise- und Forschungspläne.

Schon Ende Dezember 1796 schied Alexander endgültig aus dem Staatsdienst aus. Nach umfangreichen Vorbereitungen begann er am 5. Juni 1799 zusammen mit dem französischen Botaniker Aimé Bonpland seine große Amerikareise.[29] Zur Teilung der Erbschaft kam es im Juni 1797 in Dresden unter der Aufsicht des treuen Vertrauten der Mutter, des Freundes und früheren Erziehers der Brüder Humboldt, Christian Kunth. Gut und Schloss Tegel fielen im Wesentlichen an Wilhelm von Humboldt, das Gut Falkenberg erbte der Halbbruder Ferdinand von Hollwede. Alexander bezog Hypothekenzahlungen aus beiden Gütern sowie eine Resthypothek aus dem bereits früher veräußerten Ringenwalde. Mit dem geerbten Bargeld von ca. 38.000 Talern konnte er die Amerikareise und das mehr als 30 Bände umfassende Reisewerk zu einem großen Teil finanzieren. In ihrem Testament hatte Marie-Elisabeth von Humboldt geschrieben: „[…] da ich das Gut Falkenberg bei meiner Familie auf längere Zeit zu erhalten wünsche, so vermache ich dasselbe meinem ältesten Sohn Ferdinand von Hollwede […]“ Der Wunsch der Mutter, das Gut für längere Zeit im Familienbesitz zu erhalten, erfüllte sich jedoch nicht. Bereits im Jahre 1804 verkaufte Ferdinand von Hollwede den Besitz an ein Mitglied der Familie von Alvensleben.[30]

Zu Ehren von Frau von Humboldt wurde am 10. April 2000 in Berlin-Falkenberg die Straße 2 öffentlich in Marie-Elisabeth-von-Humboldt-Straße benannt.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bärbel Ruben: Marie Elisabeth von Humboldt (1741–1796). Spurensuche in Falkenberg. (PDF; 195 kB) Mit Beiträgen von Brunhild Dathe, Ingo Schwarz und Christian Suckow. Begleitmaterial zur gleichnamigen Sonderausstellung des Heimatmuseums Hohenschönhausen. 19. November 1993 bis 31. März 1994 (1993), veröffentlicht in: Berliner Manuskripte zur Alexander-von-Humboldt-Forschung, Heft 7
  • Alexander von Humboldt. Eine wissenschaftliche Biographie. Bearb. u. hrsg. von Karl Bruhns. Band 1–3. Otto Zeller, Osnabrück 1969 (Neudruck der Ausgabe von 1872).
  • Heinrich Freiherr v. Massenbach: Ahnentafeln berühmter Deutscher: Wilhelm und Alexander von Humboldt. 5. Folge, 11. Lieferung, Leipzig 1942.
  • Ev. Kirche Alt-Tegel 1912–1987. Zusammengestellt von Pfarrer Ohme. Evangelische Kirche, Alt-Tegel 1987.
  • Paul Ortwin Rave: Wilhelm von Humboldt und das Schloß Tegel. Berlin 1979.
  • Eduard Muret: Geschichte der französischen Kolonie in Brandenburg Preußen. Berlin 1885.
  • Robert Schmidt: Brandenburgische Gläser. Berlin 1914.
  • Wilhelm von Humboldt. Briefe an Friedrich August Wolf. de Gruyter, Berlin und New York 1990.
  • Hans Jürgen Rach: Die Dörfer in Berlin. Ein Handbuch der ehemaligen Landgemeinden im Stadtgebiet von Berlin. Berlin 1988.
  • Königl[ich-] privilegirte Berlinische Zeitung. Von Staats- und gelehrten Sachen. 140stes Stück, Dienstags, den 22sten November 1796.
  • Ilse Jahn, Fritz G. Lange (Hrsg.): Die Jugendbriefe Alexander von Humboldts 1787–1799. Akademie-Verlag, Berlin (DDR) 1973 (Beiträge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung 2).
  • Herbert Scurla: Wilhelm von Humboldt. Werden und Wirken. 3. Auflage, Verlag der Nation, Berlin 1970.
  • Johannes Eichhorn: Die wirtschaftlichen Lebensverhältnisse Alexander von Humboldts. In: Alexander von Humboldt 1769–1859. Gedenkschrift zur 100. Wiederkehr seines Todestages. Akademie-Verlag, Berlin (DDR) 1959, S. 181–215.
  • Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts oder geographisch-statistische Beschreibung der Provinz Brandenburg. Band 1–3. Brandenburg 1853–1856.
  • Alste Oncken: Friedrich Gilly 1771–1800. Forschungen zur deutschen Kunstgeschichte; hrsg. v. Deutschen Verein für Kunstwiss. Band V, Berlin 1935.
  • Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg.
    Band 3 (Havelland) „Spandau und Umgebung“ – Tegel
    Band 4 (Spreeland) „Rechts der Spree“ – Falkenberg
  • Peter Honigmann: Der Einfluß von Moses Mendelssohn auf die Erziehung der Brüder Humboldt. In: Mendelssohn Studien, Bd. 7. Berlin 1990. S. 39-76

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Marie-Elisabeth-von-Humboldt-Straße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
  2. Alfred Dove: Humboldt, Wilhelm von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 13, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 338.
  3. Walter Deeters: [organeum-orgelakademie.de Peter von Colomb.] Abgerufen am 23. November 2009.
  4. Vgl.: Der Deutsche Herold IX. 1878, S. 16
  5. Text der Sargtafel von Friedrich Ernst von Holwede: Ano 1756 seine Dimission, und ver // heÿrathete sich ano 1760 mit der // letzt hinterlassen Frau Wittwe // Frau MARJA ELJSABETH // gebohrne Colomb. mit welcher Er zweÿ // Kinder einen Sohn und eine Tochter ge // zeüget.. Nachzulesen in: Hans-Joachim Beeskow: Führer durch die Evangelische Kirche in Berlin-Malchow, Falkenberg und Wartenberg. Herausgegeben vom Gemeindekirchenrat der evangelischen Kirche in Berlin-Malchow, Dorfstraße 38, 13051 Berlin. 1. Ausgabe, Lübben 2004, ISBN 3-929600-29-3.
  6. a b c d e Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften: [bbaw.de Alexander von Humboldt Chronologie.] Abgerufen am 21. November 2009 (sehr lange Webseite): „ferdinand“ „elisabeth“
  7. Die Urkunden, die August Wietholz in seiner Geschichte des Dorfes und Schlosses Tegel. Berlin 1922 (Reprint 1998; ISBN 3-927611-07-7) erzählen die Problematik dieser Erbschaft und wie Marie-Elisabeth diese Schwierigkeit meisterte: Friedrich Ernst von Hollwede hatte das Gut 1764 von seinem Bruder Victor Ludwig Heinrich gekauft. Das Gut Tegel war zuvor im 18. Jahrhundert mit Erbpacht-Kontrakten durch verschiedene Hände gegangen. Problem war dabei, dass dem jeweiligen Pächter die Verpflichtung auferlegt wurde, daselbst eine Maulbeerbaum-Plantage anzulegen. 1752 sollten 100.000 (!) Bäume gepflanzt werden, 1753 sollten es noch 6000 Stück 6-7jähriger Bäume … auf eigene Kosten sein. Marie-Elisabeth kämpfte (letztlich erfolgreich) zeit ihres Lebens darum, diese Verpflichtung loszuwerden. 1787 gelang ihr die Heruntersetzung von 6000 auf 2000 Stück und 1789 auf 1000 Stück. Erst 1803 hob Friedrich Wilhelm III. die Verpflichtung gegen Zahlung einer Ablösungssumme von 500 Thalern cour[ant] auf. Dass die Anlage der Plantagen und die Seidenraupenzucht für die Erbpachtbesitzer eine große wirtschaftliche Belastung war, lag neben den ungünstigen klimatischen Bedingungen auch daran, dass die Gutsinhaber und ihre Bediensteten mit der viel Fachwissen und Zeit erfordernden Zusatzaufgabe überfordert waren. (Vgl. in der Preußen-Chronik den Begriff Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format[preussen-chronik.de Seidenbau.] Abgerufen am 7. Dezember 2009.)
  8. Kauperts. Straßenführer durch Berlin: Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format[berlin.kauperts.de Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.] Abgerufen am 7. Dezember 2009.
  9. Das Gut Lanke gehörte dem Bruder ihres ersten Mannes.
  10. Vgl.: Alexander von Humboldt. Eine wissenschaftliche Biographie. Bearb. u. hrsg. von Karl Bruhns. Band 1, Osnabrück, Otto Zeller Verlag 1969, S. 285
  11. Anna von Sydow: Wilhelm und Caroline von Humboldt in ihren Briefen. Erster Band: Briefe aus der Brautzeit. 6. Auflage, Berlin 1910, S. 54
  12. Peter Honigmann: Der Einfluß ..., S.76
  13. Rudolf Schwarze: Löffler, Josias Friedrich Christian. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 19, Duncker & Humblot, Leipzig 1884, S. 106 f.
  14. Moritz Cantor: Fischer, Ernst Gottfried. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 7, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 62 f. und
    Klemm, Friedrich: [Fischer, Ernst Gottfried Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 182 f. [Onlinefassung].] Abgerufen am 25. Januar 2012.
  15. Peter Honigmann (Peter Honigmann: Der Einfluß von Moses Mendelssohn auf die Erziehung der Brüder Humboldt. insbes. S. 75-76) zeigt, dass der Einfluss Mendelssohns auf die Erziehung der Brüder indirekt war. Sie besuchten weder Mendelssohns Vorlesungen noch trafen sie mit ihm auf Lese- und gelehrten Gesellschaften zusammen, vorwiegend weil sie noch zu jung waren. Die Erstausgabe der Morgenstunden erschien 1785 als Wilhelm 16 Jahre alt war. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Hauslehrer Gottlob Johann Christian Kunth oder Johann Jakob Engel Wilhelm, der viel las, das Buch besorgte. Anhand der Jugendbriefe der Brüder läßt sich erkennen, dass ihnen Mendelssohns Hauptwerke Morgenstunden und Phädon bekannt waren und in der Diskussion mit Freunden eine Rolle spielten. Vgl. Peter Honigmann: Der Einfluß ..., S.76 und z.B. Ilse Jahn, Fritz G. Lange (Hrsg.): Die Jugendbriefe Alexander von Humboldts 1787–1799. Akademie-Verlag, Berlin (DDR) 1973 (Beiträge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 2). Insbes. die Briefe an den Freund W. G. Wegener
    Zu den engsten Freunden Mendelssohns zählen Marcus Herz, Johann Jakob Engel, Ernst Ferdinand Klein und Christian Konrad Wilhelm von Dohm.
  16. Moritz Cantor: Hirsch, Meier. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 12, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 467 f.
  17. Thomson, Ann: [Le Bauld de Nans, Claude Etienne Dictionnaire des journalistes (1600-1789): Claude Etienne Le Bauld de Nans. Article numéro 471. [Onlinefassung].] Abgerufen am 25. Januar 2012.
  18. Ernst Landsberg: Reitemeier, Johann Friedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 28, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 154–159.
  19. Zitiert nach Rudolf Borch: Alexander von Humboldt. Sein Leben in Selbstzeugnissen, Briefen und Berichten. Berlin 1948, S. 12
  20. Vgl.: Alste Oncken: Friedrich Gilly 1771–1800. Forschungen zur deutschen Kunstgeschichte; hrsg. v. Deutschen Verein für Kunstwiss. Band V, Berlin 1935, S. 104
  21. Ilse Jahn, Fritz G. Lange (Hrsg.): Die Jugendbriefe Alexander von Humboldts 1787–1799. Akademie-Verlag, Berlin (DDR) 1973 (Beiträge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung. 2). Bf 352
  22. Vgl.: Archiv des Evangelischen Pfarramtes Malchow: Kirchenbuch Falkenberg, 1796.
  23. Vgl.: Archiv des Evangelischen Pfarramtes Malchow: Acta betreffend milde Stiftungen und Vereine zu Falkenberg und zwar I. von Humboldtsches Legat zur Erhaltung des Kirchturms 1882–1915, (46-4)18, Bl. 57
  24. Von Gegenständen mit Bezug auf Marie-Elisabeth von Humboldt haben sich trotz der Sprengung vom 21. April 1945 die Wetterfahne der von ihr umgebauten Kirche und zwei der ursprünglich drei Sargtafeln erhalten: die von Alexander Georg von Humboldt und Friedrich Ernst von Holwede. Von der Sargtafel von Marie-Elisabeth gibt es nur noch ein Foto. Die Texte der Sargtafeln sind nachzulesen in: Hans-Joachim Beeskow: Führer durch die Evangelische Kirche in Berlin-Malchow, Falkenberg und Wartenberg. Herausgegeben vom Gemeindekirchenrat der evangelischen Kirche in Berlin-Malchow, Dorfstraße 38, 13051 Berlin. 1. Ausgabe, Lübben 2004, ISBN 3-929600-29-3. Die Sargtafeln hängen heute im Foyer der Evangelische Kirche Berlin-Wartenberg, Falkenberger Chaussee 93, 13059 Berlin. Evangelische Kirche Berlin-Wartenberg: [kirche-berlin-wartenberg.de Kirche Berlin-Wartenberg: Über die Kirche.] Abgerufen am 8. Dezember 2009 (Foto vom Foyer der Kirche und den dort ausgestellten Sargtafeln und der Wetterfahne).
  25. Vgl.: Archiv des Evangelischen Pfarramtes Malchow: Erneuerung der Humboldt-Gruft in der Kirche zu Falkenberg (5922).
  26. Archiv des Evangelischen Pfarramtes Malchow: Acta betreffend milde Stiftungen und Vereine zu Falkenberg und zwar I. von Humboldtsches Legat zur Erhaltung des Kirchturms 1882–1915. (46-4), Bl.106 ff.
  27. Vgl. ebenda, Bl.110
  28. Archiv des Evangelischen Pfarramtes Malchow: Erneuerung der Humboldt-Gruft in der Kirche zu Falkenberg (5922), Bl.2.
  29. Kurt-R. Biermann: Alexander von Humboldt. 4. durchges. Auflage, BSB B. G. Teubner, Leipzig 1990 (Biographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner. Band 47), S. 39–42.
  30. Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts oder geographisch-statistische Beschreibung der Provinz Brandenburg. Band 1–3. Brandenburg 1853–1856. Band 3, S. 339