Marie Françoise Catherine de Beauvau-Craon

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Marie Françoise Catherine de Beauvau-Craon, gemalt von J.-M. Nattier

Marie Françoise Catherine de Beauvau-Craon, Marquise de Boufflers (* 8. Dezember 1711 in Lunéville; † 1787 in Paris) war die offizielle Mätresse von Stanislaus I. Leszczyński des Herzogs von Lothringen und Bar am Hof von Lunéville

Madame de Boufflers wurde als Tochter des Marc de Beauvau-Craon (1679–1754) und Anne Marguerite de Lignéville (1686–1772), einer Mätresse des Herzogs Leopold von Lothringen 1711 geboren. Sie heiratete François de Boufflers 1714–1752 Marquis d’Amestranges.

Mit 34 Jahren wurde sie an den Hof von Lunéville eingeführt und wurde im gleichen Jahr offizielle Favoritin des 63 jährigen Herzogs Stanislas. Madame de Boufflers galt als schön, gebildet und geistreich. "Ces fleurs dont je vous fais présent, Sont comme vous fraîches et belles, Comme moi, simples, naturelles, Mais le temps les fane aisément.", Voltaire[1]. Madame de Boufflers verfasste Verse und reussierte als Pastellmalerin.

Die Rolle der Favoritin hinderte sie nicht daran zahlreiche Affären einzugehen, die ihr den Beinamen Madame de Volupté eintrugen. Bekannt sind ihre Beziehungen mit dem Dichter Jean-François de Saint-Lambert, Monsieur d’Adhémar, dem Intendanten von Lothringen Antoine-Martin Chaumont de La Galaizière, dem Anwalt und Dichter François-Antoine Devaux, dem Beichtvater des Herzogs Abbé Porquet und etlichen anderen.

Saint-Lambert soll, um Madame de Boufflers Eifersucht zu erregen, Émilie du Châtelet bei ihrem Aufenthalt in Luneville 1748 verführt haben. Madame de Boufflers und Madame du Châtelet verband dessen ungeachtet lebenslang eine enge Freundschaft.

Mademe de Boufflers war die Schwester des Marschalls de Levis Mirepoix. Aus der Ehe mit François de Boufflers stammte der Chevalier Stanislas de Boufflers, Gouverneur des Senegal und Dichter.

Die Bedeutung der Madame Bouffler rührt daher, daß ihre Person den reaktiv schwermütigen Stanislaus I. Leszczyński nach seiner Ankunft in Lothringen aufmunterte und ihn über 20 Jahre zur Unterhaltung des glanzvollen Hofes von Lunéville bewog. Madame Bouffler zog Literaten, Wissenschaftler und Künstler von europäischem Rang in die lothringische Provinz, die nach dem Tod von Stanislaus I. Leszczyński an Frankreich fiel.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gaston Maugras: La Cour de Lunéville au XVIIIème Siècle, Librairie Plon, Plon-Nourrit et Cie Imprimeurs-Editeurs, Paris, 1904.
  • Alfred Brossel: Marie-Françoise-Catherine De Beauvau-Craon, Marquise De Boufflers, Favorite De Stanislas, Imprimerie Georges Thomas, Nancy 1968.
  • Marcel Pollitzer: La marquise de Boufflers. La dame de volupté., Aubanel, Paris, 1970.

Links[Bearbeiten]

  • Madame de Boufflers in Visit Voltaire[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bouquet à Mme de Boufflers, 1748 ( Oeuvres complètes de Voltaire , éd. Louis Moland (Paris, Garnier, 1877-1885), Band 32 S.411)