Marie Marcks

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Marie Marcks (2006)

Marie Marcks (* 25. August 1922 in Berlin; † 7. Dezember 2014 in Heidelberg) war eine deutsche Karikaturistin.

Leben[Bearbeiten]

Marie Marcks wuchs in Berlin auf. Ihr Vater war Architekt, die Mutter Grafikerin und Kunstlehrerin, ihr Onkel war der Bildhauer Gerhard Marcks. Nach ihrer Gymnasialzeit auf dem reformpädagogischen Internat Birklehof in Hinterzarten (Schwarzwald) und einer Ausbildung an der Kunstschule der Mutter studierte Marie Marcks noch während des Zweiten Weltkrieges einige Semester Architektur in Berlin und Stuttgart. Nach Abbruch des Studiums arbeitete sie als selbständige Kunstschaffende in Heidelberg.

In den 1940er und 1950er Jahren schuf sie vorwiegend Plakate, 1958 bekam sie die grafische Gestaltung des bundesdeutschen Beitrags auf der Expo 58, der Weltausstellung in Brüssel übertragen.[1]

Anfang der 1960er Jahre begann sie, Karikaturen zu veröffentlichen. Ihre ersten Werke erschienen in der Zeitschrift atomzeitalter von Claus Koch, bei der sie von 1963 bis 1966 als feste Karikaturistin arbeitete.[1] Im Laufe der Zeit erweiterte sie ihre Zeichnungen auf Themen aus dem gesellschaftspolitischen und feministischen Bereich. Damit wurde sie eine der bedeutendsten Karikaturistinnen der Bundesrepublik Deutschland. Marie Marcks veröffentlichte zahlreiche Bücher, regelmäßig Karikaturen in weit verbreiteten Publikationen wie der Süddeutschen Zeitung[2], dem Stern, dem Spiegel, Titanic und Vorwärts sowie autobiografische Aufzeichnungen aus dem Familienalltag.

1984 und 1989 erschien in zwei Bänden ihre gezeichnete Autobiographie „Marie, es brennt!“ und „Schwarz-weiß und bunt“ mit zusammen über 300 Seiten. Dabei kollagierte sie ihre frühen Werke in neue Zeichnungen.

Ihre Bilder, schwarz-weiß oder mit Buntstift, sind oft mit Sprechblasen oder Untertexten zu Momentaufnahmen einer Entwicklung(sgeschichte) konzentriert. Detailreichtum und Wortwitz sind typische Merkmale. Marcks bezog häufig eine dezidierte Position in politischen Tagesfragen kommunaler oder bundesweiter Politik.

Marcks war zeichnerisch eine Weg- und Zeitgenossin der viel jüngeren Franziska Becker und Claire Bretécher. In ihren Bildern tauchen immer wieder Hinweise auf die zeitgenössische Kunst auf. Bis ins Alter von über 90 Jahren war Marcks zeichnerisch aktiv. Ihr Nachlass wurde 2013 mithilfe der Kulturstiftung der Länder vom Wilhelm-Busch-Museum angekauft.[1]

Ihr Stil begann in den 1960er Jahren mit Anklängen an Bosc und Chaval. Einflussreich für ihre Entwicklung waren die französische Satire-Zeitschrift Hara-Kiri und Jean-Marc Reiser. Im Laufe der Zeit erarbeitete sie sich ihre unverwechselbaren Figuren mit langen Nasen. Ihre Zusammenarbeit mit der Neuen Frankfurter Schule gilt als Einfluss für die Entwicklung einer Nonsens-Art, aus der Sigmar Polke oder Martin Kippenberger hervorgegangen sind.[1]

Sie wurde Mutter von fünf Kindern und lebte in Heidelberg.

Marie Marcks künstlerischer Nachlass ging an das Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Hannover. Es bereitet eine Retrospektive für 2015 vor.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Einzelausstellungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marie Marcks – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e  Andreas Platthaus: Emanzipation als Lebensform. Zum Tod von Marie Marcks. In: FAZ. 7. Dezember 2014
  2. Paul Katzenberger: „Ab heute sagen wir Penis“, bei Süddeutsche.de, 25. August 2012.