Marie von Erdődy

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Gräfin Anna Maria (Marie) von Erdödy geb. Gräfin von Niczky (* 8. September 1779 in Arad (Rumänien); † 17. März 1837 in München) war eine österreichische Adlige und eine der engsten Vertrauten von Ludwig van Beethoven.

Leben[Bearbeiten]

Sie heiratete am 6. Juni 1796 den Grafen Peter von Erdödy zu Monyorokerék und Monte Claudio, der dem berühmten Adelsgeschlecht Erdödy entstammt. Mit ihm hatte sie drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn. Am 3. Mai 1798 wurde ihr die große Ehre zuteil, in den Sternkreuzorden aufgenommen zu werden. 1805 trennte sie sich von ihrem Mann und lebte später in einer eheähnlichen Gemeinschaft mit ihrem Sekretär und Musiklehrer ihrer Kinder, Franz Xaver Brauchle (1783–1838), der auch als Komponist hervortrat.

Marie Erdödy gehörte schon früh zu den großen Verehrerinnen von Beethoven. Von 1808 bis 1809 wohnte der Komponist sogar in ihrer großen Wohnung in der Krugerstraße Nr. 1074. Daneben besaß sie ein kleines Landgut in Jedlesee bei Wien, das heute die Beethoven-Gedenkstätte Wien-Floridsdorf beherbergt. Beethoven widmete Marie Erdödy die beiden Klaviertrios op. 70 Nr. 1 und op. 70 Nr. 2 sowie die Cellosonaten op. 102 Nr. 1 und op. 102 Nr. 2. Sie entstanden für den Cellisten Joseph Linke.

Ab 1815 lebte sie in Paucovec in Kroatien, später in Padua. Im Dezember 1823 wurde sie aus Österreich ausgewiesen und übersiedelte nach München.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfred Schöne, Briefe von Beethoven an Marie Gräfin Erdödy, geb. Gräfin Niszky, und Mag. Brauchle, Leipzig 1867 (Digitalisat)
  • Günther Haupt, Gräfin Erdödy und J. X. Brauchle, in: Der Bär. Jahrbuch von Breitkopf & Härtel, Leipzig 1927, S. 70–99
  • Das Testament der Gräfin Maria Erdödy, geb. Niczky, hrsg. von Erich Krapf und Rudolf Hösch, in: Festschrift anläßlich des zehnjährigen Bestandes des „Vereines der Freunde der Beethoven-Gedenkstätte in Floridsdorf“, Wien 1981, S. 27f.
  • Robert Münster, Anna Maria Gräfin Erdödy, in: Münchener Beethoven-Studien, hrsg. von Johannes Fischer, München 1992, S. 217–224