Marie zu Mecklenburg (1854–1920)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Marie von Mecklenburg

Marie Alexandrine Elisabeth Eleonore zu Mecklenburg [-Schwerin] (* 14. Mai 1854 in Ludwigslust; † 6. September 1920 in Contrexéville), auch genannt „Maria Pawlowna die Ältere“, war durch Heirat Großfürstin Maria Pawlowna von Russland .

Leben[Bearbeiten]

Die Tochter von Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin und Prinzessin Auguste Reuß zu Köstritz war zu ihrer Zeit die bedeutendste der Großfürstinnen und unterhielt während der Herrschaft ihres Neffen Nikolaus II. einen eigenen Hof. Im Winter 1916/1917 zog sie mit ihren Söhnen einen Staatsstreich gegen den Zaren in Erwägung, um dessen Abdankung zu erzwingen. Damit wollte sie die Thronbesteigung ihres Sohn Kyrill auf den Thron erreichen, mit Großfürst Nikolai als Regent.

Immer noch in der Hoffnung, dass wegen der Krankheit des Thronfolgers, Großfürst Alexei, ihr eigener ältester Sohn eines Tages Zar würde, verbrachte sie die Jahre 1917–1918 mit ihren zwei jüngeren Söhnen im kriegszerrütteten Kaukasus. Mit dem Vordringen der Bolschewiki flüchteten sie letztendlich doch mit einem Boot nach Anapa, wo sie weitere vierzehn Monate verbrachte. Als ihr der Oberbefehlshaber der Weißen Armee mitteilte, dass der Bürgerkrieg verloren sei, willigte sie schließlich ein ins Exil zu gehen.

Am 13. Februar 1920 ging sie gemeinsam mit ihrem Sohn Andrei, seiner Geliebten Matilda Felixowna Kschessinskaja und deren Sohn Wladimir an Bord eines italienischen Schiffes Richtung Venedig. Maries Sohn Boris hatte Russland bereits auf der Flucht nach Anapa verlassen. Im Hafen von Noworossijsk stieg außerdem noch Großfürstin Olga hinzu. Von Venedig aus ging es über die Schweiz nach Frankreich, wo Maries ohnehin schon angeschlagene Gesundheit sich nach der anstrengenden Reise noch verschlechterte, sodass sie am 24. August 1920 im Kreise der Familie in Contrexéville starb. Somit war Marie die letzte adelige Emigrantin, die Russland kurz nach dem Ersten Weltkrieg verließ, und die erste, die im Exil starb.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten]

Am 28. August 1874 heiratete sie Wladimir Alexandrowitsch, den zweiten überlebenden Sohn von Zar Alexander II.. Als sich die beiden zum ersten Mal trafen, war „Miechen“, wie Marie auch genannt wurde, bereits verlobt. Diese Verlobung wurde darauf hin gelöst. Da Marie sich weigerte, zum orthodoxen Glauben überzutreten, dauerte es noch weitere drei Jahre, bis Alexander II. Wladimir die Erlaubnis erteilte, sie auch ohne Übertritt zu heiraten. Im späteren Verlauf der Ehe konvertierte die Großfürstin schließlich doch noch, um die Chancen ihres Sohnes Kyrill Wladimirowitsch auf eine Thronbesteigung zu erhöhen. Das Paar hatte insgesamt fünf Kinder:

Literatur[Bearbeiten]

  • Olga Barkowez, Fjodor Fedorow, Alexander Krylow: „Peterhof ist ein Traum...“ - Deutsche Prinzessinnen in Russland. Berlin 2001, ISBN 3-86124-532-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marie zu Mecklenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien