Mariela Castro

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Mariela Castro während des CSD 2010 in Hamburg

Mariela Castro Espín (* 27. Juli 1962 in Havanna) ist eine kubanische Pädagogin. Sie ist Direktorin des Centro Nacional de Educación Sexual (Nationales Zentrum für sexuelle AufklärungCENESEX) und Aktivistin für die Rechte Homosexueller. Sie ist die Tochter des amtierenden Staats- und Regierungschefs Kubas Raúl Castro und Vilma Espín, der ehemaligen Präsidentin der kubanischen Frauenorganisation Federación de Mujeres Cubanas, sowie Nichte von Ex-Präsident Fidel Castro.

Das CENESEX, dessen Leitung sie 1990 als Nachfolgerin seiner deutschen Gründungsdirektorin Monika Krause übernahm, setzt sich für eine effektive Prävention gegen AIDS sowie für die Akzeptanz von Homosexualität, Bisexualität, Transvestitismus und Transgender ein. Im Jahre 2005 rief sie ein Projekt mit dem Ziel ins Leben, dass geschlechtsangleichende Operationen sowie eine rechtliche Änderung des Geschlechts erlaubt werden sollen. Im Juni 2008 beschloss das kubanische Parlament ein entsprechendes Gesetz. Eine Initiative zur rechtlichen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften war dagegen bisher noch nicht erfolgreich.

Mariela Castro ist außerdem Präsidentin des Multidisziplinären Zentrums für Sexualstudien Kubas, Präsidentin der Nationalen Kommission für die Verfolgung der Störung der geschlechtlichen Identität, Mitglied der Aktionsgruppe zur Vorbeugung, Konfrontierung und Bekämpfung von AIDS, Exekutivmitglied der World Association for Sexual Health [1] und Hochschullehrerin (profesora auxiliar) an der Medizinischen Universität von Havanna.[2] Sie gibt das Journal Sexología y Sociedad (Sexologie und Gesellschaft) heraus und veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Artikel und Bücher.

Als einziges Mitglied der Familie Castro neben Fidel und Raúl Castro hat sie sich internationalen Medien gegenüber wiederholt auch zu politischen Fragen geäußert[3] und unterstützt ausdrücklich die Reformbemühungen ihres Vaters auf wirtschaftlichem Gebiet. Ebenso wirbt sie für die Stärkung der partizipativen Mechanismen.[4]

Nachdem Der Spiegel im Juli 2010 ein Interview mit ihr abgedruckt hatte,[5] klagte sie gegenüber der Zeitung junge Welt über vermeintliche Manipulationen des Nachrichtenmagazins.[6] Der Spiegel-Redakteur, der das Interview geführt hatte, wies Castros Vorwurf jedoch auf Nachfrage des medienkritischen Bildblog zurück und erklärte, dass der Text gemäß üblicher Praxis des Magazins vor dem Abdruck „Zeile für Zeile“ von Castro autorisiert worden sei.[7]

Mariela Castro ist in zweiter Ehe mit dem italienischen Fotografen Paolo Titolo verheiratet, mit dem sie zwei Kinder hat. Außerdem hat sie noch eine Tochter aus ihrer ersten Ehe mit dem chilenischen Ex-FPMR-Kämpfer Juan Gutiérrez Fischmann, die 1989 geschieden wurde.[8][9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Homosexualität in Kuba

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mariela Castro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. LGBT Rights in Cuba, the United States and Beyond: Mariela Castro and Rea Carey in Conversation The New York Public Library, 29. Mai 2012
  2. Libro a la Carta con Mariela Castro Espín, UNEAC vom 29. Mai 2013
  3. Ihr Bruder Alejandro gewährte bisher nur dem staatlichen russischen Auslandsfernsehen Russia Today im November 2012 ein Interview: Entrevista con Alejandro Castro Espín, investigador social cubano, in: Russia Today vom 1. November 2012 (spanisch), abgerufen am 25. Dezember 2012
  4. taz.de: Knut Henkel: Die Revolution in der Revolution vom 13. August 2008
  5. Wir brauchen Veränderungen In: Der Spiegel vom 19. Juli 2010, abgerufen am 14. Mai 2011
  6. Lügen gegen Kuba (PDF; 221 kB) In: junge Welt vom 7. August 2010
  7. Hetzenjagd auf den Spiegel In: Bildblog vom 20. August 2010, abgerufen am 28. Juni 2012
  8. Los Dichos que Levantan Polvareda in: Diario El Gong vom 5. September 2010, abgerufen am 8. Dezember 2011 (spanisch)
  9. Pedro Schwarze: El ex yerno seguirá siendo prófugo in seinem Blog Toda la noche oyendo pasar pájaros vom 7. September 2009, abgerufen am 8. Dezember 2011 (spanisch)