Mariengroschen

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6 Mariengroschen, Hildesheim 1689

Mariengroschen sind im niedersächsisch-westfälischen Raum vom 16. bis zum 19. Jahrhundert geprägte Groschen, die nach einer Mariendarstellung benannt wurden.[1]

Mariengroschen wurden zuerst 1505 in Goslar geprägt, dann in weiteren Münzstätten des Harzgebietes wie Braunschweig und Hildesheim. Die ersten Prägungen waren aus 8-lötigem Silber; es wurden 80 aus der rauhen Kölnischen Mark geschlagen. Das Feingewicht sank im Laufe des 16. Jahrhunderts;[2] bereits um 1550 hatte sich der Feingehalt auf etwa die Hälfte reduziert:[3]

  • Braunschweig 1514: Gewicht 2,75 g mit 1,375 g Silbergehalt;
  • Hildesheim 1528: Gewicht 2,88 g mit 1,062 Silbergehalt;
  • Goslar 1551: Gewicht 2,43 g mit 0,91 g Silbergehalt;
  • Braunschweig 1572: Gewicht 1,504 g mit 0,69 g Silbergehalt.

Die Stände des Niedersächsischen Reichskreises, die mit der Münzaufsicht betraut waren, vollzogen dies Entwicklung nach. Durch den Wertverlust des Mariengroschens gewann der Meißner Groschen an Einfluss.[4]

Späte Mariengroschen[Bearbeiten]

Braunschweig prägte den Mariengroschen fünflötig noch bis 1834, Schaumburg-Lippe bis 1821 mit 1/4 Feinheit.[5]

In den Staaten des Niedersächsischen Reichskreises wurden noch lange Mariengroschen als Scheidemünze geprägt, in Hannover bis 1870, als die Mark-Währung des Deutschen Kaiserreiches die regionalen Prägungen endgültig ablöste.[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 298.
  2. Bd. 5, S. 273 f.
  3. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 298.
  4. Hermann Grote: Münzstudien. 9 Bde. Unveränd. Abdr. d. Ausg. Leipzig, 1857–1877. Graz: Akad. Druck- u. Verl.-Anst., 1969. ISBN 3-201-00336-0.
  5. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 298.
  6. Friedrich Frh. v. Schrötter: Wörterbuch der Münzkunde. 2., unveränd. Aufl. d. Ausgabe 1930. Berlin: de Gruyter, 1970. S. 371.

Weblinks[Bearbeiten]