Marienkirche (Basel)

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Kirchturm und Chor der Marienkirche vom Byfangweg her gesehen
Frontansicht

Die Marienkirche ist eine römisch-katholische Kirche in der Schweizer Stadt Basel. Sie befindet sich im Stadtteil Am Ring und ist der Mutter Jesu geweiht.

Die Kirche wurde mit Bruchsteinmauerwerk das auf einem Betonfundament ruht unter der Bauführung von J. Zehnder zwischen 1884 und 1886 erstellt.[1] Es war für Basel der erste katholische Kirchenbau seit der Reformation.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Die katholische Kirchgemeinde war ab 1798 ursprünglich in der Clarakirche untergebracht, aber trotz einer Erweiterung dieser Kirche konnte sie nicht mehr alle Gläubigen aufnehmen und man suchte daher nach einem Ersatz.

Als Architekt für den Neubau konnte der bekannte Basler Bauingenieur Paul Reber gewonnen werden, ein typischer Vertreter des ausgehenden Historismus, der protestantischer wie katholische Kirchen in jeder beliebigen Stilrichtung zu bauen verstand.[2] Die neuromanische Kirche wurde als grosse, dreischiffige, flachgedeckte Säulenbasilika mit Querhaus konzipiert, wobei das Querschiff wegen Bauabständen nicht sehr ausgeprägt werden konnte. Die Kirche fasste 1300 Sitzplätze. Im Innern dominieren die vier monolithischen Rundsäulen aus Veroneser Marmor das Bild. Die reiche Ausstattung war neobyzantinisch ausgelegt. Aus finanziellen Gründen war zunächst der Bau des Turms nur vorgesehen.[3]

1954 erachtete man eine Renovation und Modernisierung der Kirche als unumgänglich. Ausführender Architekt war Fritz Metzger. Das Ergebnis war radikal: ein von jeglichen neobyzantinischen Ausstattungselemente entkleideter Raum, der einschliesslich der Marmorsäulen weiss gestrichen wurde. Zudem wurde die Fenster mit neuen Glasgemälden von Coghuf ausstattete.[2][3]

Nach einem Brand im Jahr 1983 wurde die Kirche durch H.P. Baur und Fritz Kettner erneut umfassend restauriert. Die Bilder der Kreuzwegstationen aus der ursprünglichen Kirche wurden in einem Keller entdeckt und wieder angebracht.[3]

Orgel[Bearbeiten]

Bereits 1886 wurde die erste Orgel eingeweiht. Das Instrument wurde von den Gebrüdern Klingler (Rorschach) erbaut und hatte 34 Register. 1932 wurde das Instrument neu erbaut, und auf 39 Register erweitert, 1958 auf 42 Register erweitert. Die heutige Orgel wurde von dem Orgelbauer Hans Füglister (Grimisuat) erbaut und 1989 eingeweiht.[4]

I Grand Orgue C–g3
Bourdon 16’
Montre 8’
Bourdon 8’
Gambe 8’
Prestant 4’
Flûte 4’
Quinte 22/3
Doublette 2’
Fourniture IV 11/3
Cymbale II 2/3
Grand Cornet V 8’
Trompette 8’
II Positif C–g3
Bourdon 8’
Gambe 8’
Prestant 4’
Flûte douce 4’
Nazard 22/3
Doublette 2’
Tierce 13/5
Mixture III-VI 1’
Cromorne 8’
Tremblant
III Récit expressif C–g3
Bourdon 16’
Salicional 8’
Voix céleste 8’
Flûte harm. 8’
Bourdon 8’
Flûte octaviante 4’
Octavin 2’
Plein-jeu IV 22/3
Basson 16’
Trompette harm. 8’
Hautbois 8’
Tremblant
Pédale C–f1
Montre 16’
Soubasse 16’
Quinte 102/3
Principal 8’
Bourdon 8’
Octave 4’
Fourniture IV 22/3
Bombarde 16’
Trompette 8’
Clairon 4’

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Othmar Birkner und Hanspeter Rebsamen: Basel, S. 165. In: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): INSA 1850-1920, Band 2. Orell Füssli, Zürich 1986. ISBN 3-280-01716-5.
  2. a b Pfarrei St. Marien – Pfarrei und Baugeschichte
  3. a b c St. Marien: Die Geschichte der Marienkirche auf www.orgel-basel.ch
  4. Nähere Informationen zur Orgel

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marienkirche (Basel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.5536111111117.5844444444444Koordinaten: 47° 33′ 13″ N, 7° 35′ 4″ O; CH1903: 610976 / 266998