Marienwerder (Hannover)

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52.407319.623249Koordinaten: 52° 24′ 26″ N, 9° 37′ 24″ O

Marienwerder
Stadt Hannover
Einwohner: 2461 (1. Jan. 2011)
Eingemeindung: 1928
Eingemeindet nach: Hannover
Postleitzahl: 30419
Vorwahl: 0511
Kloster Marienwerder

Kloster Marienwerder

Marienwerder ist ein Stadtteil im äußersten Nordwesten von Hannover, er gehört zum Stadtbezirk Herrenhausen-Stöcken. In Marienwerder befinden sich der 1766 angelegte Hinübersche Garten, das 1196 gegründete Kloster Marienwerder, der Klosterforst, die Leineaue und der Wissenschaftspark.

Geschichte[Bearbeiten]

Mahnmal für die Zwangsarbeiter der VARTA-Akkumulatorenfabrik

Der Name des Stadtteils entstammt dem 1196 gegründeten Kloster Marienwerder. 1766 wurde der Hinübersche Garten angelegt. Marienwerder wurde 1928 zusammen mit Herrenhausen und Leinhausen nach Hannover eingemeindet. Im Zweiten Weltkrieg befand sich nahe der damaligen Akkumulatoren-Fabrik (der späteren VARTA) eine Außenstelle des KZ Neuengamme, das KZ Accumulatoren-Fabrik. Auf dem Gelände des ehemaligen KZ an der Gabelung Garbsener Landstraße / Hollerithallee befinden sich zur Mahnung eine Skulptur von Hans-Jürgen Breuste und eine Gedenktafel.

Ortsbild[Bearbeiten]

Wohngebiet zwischen Hinüberschen Garten und Klosterforst
Gartenhofhäuser aus den 1960er Jahren

Zu Marienwerder gehören ein Industriegürtel entlang des Mittellandkanals sowie mehrere Wohngebiete. Wissenschaftspark und Industriegebiet grenzen an das Industriegebiet Stöcken an. Die Autobahn A2 und die Bundesstraße 6 bilden die Grenze zum Stadtteil Stöcken.

Wohngebiete[Bearbeiten]

Das in Klosterforst, Hinüberschen Garten und Leineaue eingebettete Wohngebiet besteht aus der Wohnbebauung Alter Gutshof, denkmalgeschützten Gartenhofhäusern aus den 1960er Jahren und Geschosswohnungsbau in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadtteil Havelse der Stadt Garbsen. Das Wohngebiet hat eine Kindertagesstätte, eine denkmalgeschützte Grundschule und eine Nahversorgung im Quartierszentrum Große Pranke. Es ist durch die labyrinthisch ausgedehnte Fußgängerzone zwischen den Gartenhofhäusern für Familien mit Kindern und durch Geschosswohnungsbau mit kleinen Wohnungen für Studenten geeignet.

Der kleine Siedlungsteil an der Straße „Im Spitzen Ort“ besteht aus freistehenden Einfamilienhäusern, die eine Einheit mit der Straße „Im Spitzen Ort“ des Stadtteils Havelse der Stadt Garbsen bildet. Der kleine Siedlungsteil „Auf dem Bockenberge“ besteht aus freistehenden Häusern entlang der Garbsener Landstraße, die eine Einheit mit dem Wissenschaftspark bildet.

Das von Stadtgrenze und Industriegürtel begrenzte Wohngebiet nördlich des Mittellandkanals besteht aus Geschosswohnungsbau in Anschluss an den Garbsener Stadtteil Auf der Horst. Das Wohngebiet liegt in der Nähe des Produktionstechnischen Zentrums der Universität Hannover in Garbsen.

Leineaue[Bearbeiten]

Diese Flussaue erstreckt sich vom westlich neben dem Hinüberschen Garten liegenden Schweineberg bis zum Bürgerpark Seelze am gegenüberliegenden Ufer in südwestlicher Richtung. Sie wird durch landwirtschaftlich genutzte Grünflächen geprägt, die teilweise innerhalb der Überflutungsgebiete der Leine liegen. Bei erhöhtem Leinepegel bilden sich Flachwasserbereiche. 1852 wurde in großem Abstand zum Fluss ein Damm errichtet. Der Name Marienwerder weist auf einen heute nicht mehr vorhandenen Flusswerder hin. Die Leine hatte dort früher ein anderes Bett; in der Leineaue liegt ein Altleinearm im Überflutungsgebiet.

Der Altleinearm dient als Brutplatz für Sumpfrohrsänger, die wiederum als Wirte für den Kuckuck dienen. Hier wurden Ohrenlerchen, Spornammern, Schneeammern, Grauammern, Goldammern, Fasane, Saatgänse, Krickenten, Höckerschwäne und Singschwäne gesichtet.

Wirtschaft und Forschung[Bearbeiten]

Industriegürtel am Mittellandkanal
Der mit rund 300 Meter Länge der weltweit größte Wellenkanal beim Forschungszentrum Küste

Industrie- und Gewerbeflächen werden von folgenden Firmen und Instituten genutzt:

Der Wissenschaftspark hat Flächenpotential zur weiteren Entwicklung als Standort für Wissenschaft und Forschung mit der Möglichkeit der Einbettung zwischen Hinüberschem Garten, Leine und der Haltestelle Marienwerder/Wissenschaftspark. 2009 soll die Bodensanierung rund um den Roßbruchgraben beginnen. Diese Fläche ist durch Bodenbelastung des früheren VARTA-Akkumulatorenswerkes geprägt. Es ist eine Verbindung zum Erholungsgebiet Hinüberscher Garten geplant. Über den aktuellen Festplatz führt der Weg „Grüner Ring“ zum Hexenturm im Hinüberschen Garten. Es gibt einen Biergarten der Klosterschänke Marienwerder unter altem Baumbestand.

Verkehr[Bearbeiten]

Marienwerder wird von der Linie 4 der Stadtbahn Hannover und mehreren Buslinien erschlossen. Die Stadtbahn verbindet Marienwerder mit dem Zentrum Hannovers und Garbsen. Die Busse führen zu den umliegenden Garbsener Stadtteilen und nach Stöcken.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marienwerder (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien