Marinefliegergeschwader 5

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Marinefliegergeschwader 5
— MFG 5 —
Wappen des MFG 5
Ausführung des Wappens 1975–2013
Aufstellung 1. Januar 1958
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr Kreuz.svg Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Logo Marine with lettering.svg Deutsche Marine
Typ Geschwader
Unterstellung Coats of arms of None.svg Marinefliegerkommando
Standort Nordholz, Niedersachsen
Führung
Kommodore Fregattenkapitän Jörg Modey [1]
FKpt
Luftfahrzeuge
Kampfflugzeug/
-hubschrauber
Westland Sea King Mk.41,
Westland Sea Lynx Mk.88A

Das Marinefliegergeschwader 5 (MFG 5) ist ein Hubschraubergeschwader der Deutschen Marine, welches auf dem Fliegerhorst Nordholz beheimatet ist und dem Marinefliegerkommando untersteht.

Das Geschwader ist mit den Hubschraubern vom Typ Sea King und Sea Lynx ausgerüstet und unterhält den SAR-Dienst auf Nord- und Ostsee.

Geschichte[Bearbeiten]

Zivile Einsätze des MFG 5
1962 Sturmflut Westküste
1962/63 Eiswinter Nordfriesische Inseln
1976 Sturmflut Hamburg und Niederelbe
1978/79 Schneekatastrophe Schleswig-Holstein
1997 Hochwasser Oder
2002 Hochwasser Elbe
2010 Schneekatastrophe Rügen - Hiddensee
2013 Hochwasser Elbe
Unfälle
Datum Typ Kennung Vorfall
14.6.1964 H-23 SC+285 Absturz aus 20 m, ein Toter
1967 H-34 WE+522 westl. von Amrum, vier Tote
7.9.1968 H-34 WE+576 Nordsee westl. von Sylt
18.7.1969 Mk 41 89+58 aus 10 m, Flugplatz Westerland
11.1.1982 Mk 41 89+58 beim Testflug, Segelfluggelände
Große Höhe bei Delmenhorst
12.3.1987 Mk 41 89+55 zu hart aufgesetzt
wegen eingefrorenem Hauptservo
17.11.1998 Mk 41 89+59 beim Transport über der Nordsee
aus Sicherheitsgründen abgeworfen

Am 1. Januar 1958 wurde Fregattenkapitän Heinz Seebens beauftragt, in Kiel eine Marine-Seenotstaffel aufzustellen, um die Besatzungen in Seenot geratener Schiffe im deutschen Verantwortungsbereich zu retten. Dazu standen vier Hubschrauber vom Typ Sycamore zur Verfügung sowie Piloten, die zu diesem Zweck in Memmingen ausgebildet worden waren. Ein Jahr später kamen fünf Skeeter-Hubschrauber hinzu sowie die Propellerverbindungsflugzeuge Pembroke und Do 27. Damit war gleichzeitig eine Umbenennung in Marine-Dienst- und Seenotgruppe notwendig, die zu diesem Zeitpunkt aus Gruppenstab, Technischer Staffel und Horststaffel bestand. Für den Flugbetrieb stand dem Geschwader neben dem eigenen Hubschrauberlandeplatz die Landebahn des Flughafens Kiel zur Verfügung.

Zum 1. Oktober wurde die Gruppe in Marine-Dienst- und Seenotgeschwader umbenannt, inzwischen gab es auch die Flugbetriebsstaffel und die Sanitäts- und Nachschubstaffel, im Jahr darauf kam noch die Staffel für Kraftfahrzeuge, Wartung und Elektronik hinzu. Daneben wurde der Flugplatz Westerland auf Sylt von den Briten geräumt, so dass dort die erste Außenstelle des Geschwaders eröffnet werden konnte.

1963 wurde das Geschwader mit neuen Hubschraubern vom Typ Sikorsky S-58 (H-34) verstärkt und es bekam seinen heutigen Namen Marinefliegergeschwader 5. Die erste Staffel des MFG 4, das die U-Boot-Jagd zur Aufgabe hatte, war ebenfalls in Kiel stationiert und dem MFG 5 administrativ und technisch unterstellt. Auf Borkum wurde 1964 die zweite Außenstelle an der Nordsee eingerichtet.

Zur Sicherung des Fliegerhorstes wurde dem Geschwader eine „Bodendienstverteidigungsstaffel“ zur Verfügung gestellt, die seit Einführung der FK 20 nun Marinesicherungskompanie heißt. Anfang der 70er Jahre wurden die Flugzeuge Albatros im Rettungs- und Pembroke im Transportdienst ausgemustert und durch Flugzeuge vom Typ Do 28 D-2 Skyservant ersetzt. Als 1975 der letzte Sikorsky H 34-Hubschrauber ins Deutsche Museum in München überführt wurde, übernahm der Sea King Mk.41 den Such- und Rettungsdienst.

1986 kamen weitere Aufgaben hinzu. Zwei Flugzeuge vom Typ DO 28 OU wurden mit Sensoren ausgestattet, die Ölverschmutzungen erkennen können. Damit werden seitdem auf Nord- und Ostsee Schiffe identifiziert, die ihr Altöl illegal auf hoher See entsorgen. 1991 wurde die Do 228 in Dienst gestellt. Im September 1994 wurde der Flugbetrieb mit der Do 28 in Kiel-Holtenau eingestellt. Die beiden Do 28 OU und die Do 228 LM wurden an das Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ abgegeben.

Im Jahr 2009 sind einundzwanzig Sikorsky Sea King SAR-Hubschrauber in Dienst; das MFG 5 wird von insgesamt eintausend Soldaten und Zivilbeschäftigten betrieben.

Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde beschlossen, dass das MFG 5 von Kiel nach Nordholz verlegt wird. Der Umzug begann im Juni 2012 und wurde im November 2012 abgeschlossen. Am 22. August 2012 fand anlässlich des Umzugs ein Abschiedsempfang auf dem Marinefliegerhorst Kiel-Holtenau statt.[2] Das „Fly-Out“ aus Kiel wurde am 6. November 2012 durchgeführt.[3]

Am 28. März 2013 haben sich die Marineflieger mit der Übergabe des Schlüssels und der Bundesdienstflagge endgültig vom Standort Kiel-Holtenau verabschiedet.[4]

Taktische Gliederung[Bearbeiten]

Nach der 2012 eingeleiteten Umorganisation der Marineflieger ist das Geschwader seit 2013 wie folgt gegliedert.

  • Geschwaderstab
  • Fliegende Gruppe
    • 1. Fliegende Staffel (Mk.41)
    • 3. Fliegende Staffel (Mk.88)
    • Fliegerische Ausbildungsstaffel
  • Technische Gruppe
    • Technische Staffel Mk.41
    • Technische Staffel Mk.88
    • Technische Ausbildungsstaffel

Das Geschwaderwappen[Bearbeiten]

Im Geschwaderwappen befinden sich die Elemente Wasser, Seeadler, Anker und Schwinge. Der Seeadler wacht über die unruhige See. Die Zugehörigkeit zu den Marinefliegern wird durch Schwinge und Anker symbolisiert.

Das Wappen wurde in seinen Grundzügen von Stabsbootsmann Fritz Safert entworfen. Im ursprünglichen Wappen hatte der Adler einen schwarzen Kopf und blickte vom Betrachter aus gesehen nach rechts. Die gefiederten Flügel waren glatt gezogen. Es war jeweils eine blaue und eine weiße Welle vorhanden und im Zentrum befand sich eine Lebensrune ohne weiße Umrandung. Sie stand symbolisch für alle Leben, die durch den Adler vor dem Tod und aus der Gefahr gerettet wurden. Die Lebensrune wurde bereits von den Rettungsfliegern im Zweiten Weltkrieg benutzt. Bis zum heutigen Wappen durchlief es vier Veränderungen. 1962 wurden die Wellen stilistisch verbessert und durch zwei weiße Wellen mit Gischt und vier abgerundete blaue Wellen ersetzt. Die Blickrichtung des Adlers wurde ebenfalls geändert. Anlässlich der Olympischen Spiele 1972 in Kiel bekam der Adler einen dynamischeren Ausdruck durch die jetzt nach innen hochgezogenen Flügel. Zum Tag der offenen Tür 1975 erhielt das Wappen durch einen Grafiker der Vereinigten Flugtechnischen Werke seine letzte Form in der Zeit, in der das MFG 5 in Kiel beheimatet war. Aus dem schwarzen Adler wurde ein, dem Einsatzgebiet entsprechender, Seeadler mit gefiedertem weißen Kopf. Nach der Verlegung nach Nordholz wurde die Lebensrune 2013 durch Schwinge und Anker ersetzt und der Hinweis auf Kiel im oberen weißen Feld entfernt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Presse- und Informationszentrum Marine: Übersicht über Führungswechsel bei der Marine. Bundeswehr, 2. Oktober 2013, abgerufen am 10. Oktober 2013.
  2. Achim Winkler (Presse- und Informationszentrum Marine): Zum Abschied eine Serenade. Bundeswehr, 24. August 2012, abgerufen am 10. Oktober 2013.
  3. Presse- und Informationszentrum Marine: „Fly In“ in Nordholz - Eintreffen der „Sea King“ am neuen Standort. Bundeswehr, 7. November 2012, abgerufen am 12. Oktober 2013.
  4. Frank Behling: Das Ende einer Ära. Kieler Nachrichten, 28. März 2013, abgerufen am 10. Oktober 2013.

54.37836910.162287Koordinaten: 54° 22′ 42″ N, 10° 9′ 44″ O