Mario Voigt

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Mario Voigt (2011)

Mario Voigt (* 8. Februar 1977 in Jena) ist ein deutscher Politiker (CDU), seit 2009 Mitglied des Thüringer Landtags und seit 2014 einer von drei stellvertretenden Landesvorsitzenden der CDU Thüringen.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Voigt erwarb 1995 sein Abitur am Ernst-Abbe-Gymnasium Jena. Er absolvierte von 1995 bis 1996 seinen Zivildienst auf der Chirurgischen Intensivstation des Klinikums der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Anschließend studierte er von 1997 bis 2003 Politikwissenschaften, Öffentliches Recht und Neuere Geschichte an den Universitäten Jena, Bonn und Charlottesville (USA). Er promovierte 2008 zum Dr. phil. im Fach Politikwissenschaft an der TU Chemnitz bei Prof. Dr. Eckhard Jesse.

Voigt arbeitete für die politische Repräsentanz von Siemens in Brüssel, die politische Planungsabteilung der CDU in Berlin und die Konrad-Adenauer-Stiftung in Washington. Im Jahr 2004 war er für die Konrad-Adenauer-Stiftung mehrere Monate als Wahlbeobachter in den USA. Im Jahr 2005 gehörte er zum Agentur-Netzwerk McCann-Erickson für die Bundestagswahl. Ende 2007 übernahm er als Leiter die Unternehmenskommunikation und Investor Relations des Jenaer Konzerns Analytik Jena AG. Diese Tätigkeit beendete er im Jahre 2009.

Parteilaufbahn[Bearbeiten]

Mario Voigt (2008)

Voigt wurde 1994 Mitglied der Jungen Union und der CDU.

Von 1999 bis 2000 war er der erste ostdeutsche Bundesvorsitzende des Rings Christlich Demokratischer Studenten (RCDS), gemeinsam mit den Stellvertretern Christoph Ritzer und Konrad Grütter.

Er ist seit 2000 Mitglied im Kreisvorstand und seit 2008 stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU Saale-Holzland-Kreis. Im Kreistag des Saale-Holzland-Kreises ist er seit 2004 Mitglied und war von 2009 bis Juni 2011 Fraktionsvorsitzender.

Von 2002 bis 2009 war er stellvertretendes Mitglied im Vorstand der Europäischen Volkspartei (EVP). Im Jahr 2004 war er Kandidat für die Europawahlen in Thüringen.

Von 2005 bis 2010 war er Landesvorsitzender der Jungen Union Thüringen.

Er ist seit 2009 Mitglied im Thüringer Landtag. Hier ist er Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss.

Voigt wurde am 20. Mai 2010 vom Landesvorstand seiner Partei zum Generalsekretär der CDU Thüringen nominiert und am 13. November 2010 mit 79,0 % sowie am 10. November 2012 mit 65,5 % auf Landesparteitagen im Amt bestätigt. Im Zusammenhang mit dieser Ernennung trat er im Juli 2010 als JU-Landesvorsitzender zurück; zu seinem Nachfolger in diesem Amt wurde im September 2010 Stefan Gruhner gewählt.

Auf dem CDU-Landesparteitag am 13. Dezember 2014 wurde Voigt zu einem von drei stellvertretenden Landesvorsitzenden der Thüringer CDU gewählt. Das Amt des Generalsekretärs, das er bisher bekleidet hatte, wurde mit diesem Parteitag abgeschafft.

Abgeordnetentätigkeit[Bearbeiten]

Voigt kandidierte bei der Landtagswahl in Thüringen 2009 als Direktbewerber der CDU im Wahlkreis Saale-Holzland-Kreis II. Er zog mit 36,9 % der Stimmen erstmals in den Thüringer Landtag ein.

Bei der Landtagswahl in Thüringen 2014 behauptet er sein Direktmandat mit 41,2 %.

Kontroverse[Bearbeiten]

Im Zusammenhang mit dem Wahlkampf zur Landtagswahl 2009 ist er als JU-Landesvorsitzender aufgrund seiner „Stoppt-Ramelow“-Kampagne in die Kritik geraten. Das Anliegen der Jungen Union Thüringen war es, gezielt die Auseinandersetzung mit Bodo Ramelow und der Linkspartei aufzunehmen sowie gezielte kontrastierende politische Werbung zu machen. Elemente der Kampagne waren ein Internetblog, zahlreiche Printprodukte (Postkarten, Aufkleber, etc.) zum Verteilen und eine Plakatkampagne. Ein weiteres wichtiges Element der Kampagne war das gezielte „Begleiten“ der Wahlkampfauftritte von Ramelow. Hier wollten die Mitglieder der Jungen Union jedoch in „zivil“ auftreten, damit die Aktionen nicht mit der CDU oder dem TEAM THÜRINGEN in Verbindung gebracht wurde. Der Jungen Union Thüringen wurden die im Zuge dieser Kampagne gemachten Unterstellungen, Ramelow hätte behauptet, die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen und er wolle die DDR-Bezirke wieder einführen und die Gymnasien abschaffen, gerichtlich untersagt.[1] Öffentlich wurden diese Wahlkampfmethoden durch die Publikation eines entsprechenden Rundschreibens auf der Whistleblower-Plattform WikiLeaks.[2]

Mitgliedschaften und Ehrenämter[Bearbeiten]

Voigt gehört dem Beirat der „Klimaskeptiker“-Organisation Committee for a Constructive Tomorrow (CFACT) an.[3]

Publikationen[Bearbeiten]

Voigt gab zwei Werke zur Politischen Kommunikation in Deutschland mit heraus:

  • Politikberatung als Beruf, mit Florian Busch-Janser und Sandra Gerding, Berlin 2005.
  • In der Mitte der Kampagne - Grassroots im Bundestagswahlkampf 2005, mit Florian Melchert und Fabian Magerl, Berlin 2006.

Voigt veröffentlichte außerdem seine Dissertation:

  • Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf – George W. Bush gegen John F. Kerry, 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mario Voigt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Berliner Morgenpost: Berliner Gericht stoppt Anti-Ramelow-Kampagne" 5. August 2009
  2. Netzpolitik: Schmutzkampagne der Jungen Union bei Wikileaks
  3. Board of Advisers des CFACT, abgerufen am 28. Mai 2011