Mark Bell (Eishockeyspieler)

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KanadaKanada Mark Bell Eishockeyspieler
Mark Bell
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 5. August 1980
Geburtsort St. Paul’s, Ontario, Kanada
Größe 193 cm
Gewicht 100 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Linker Flügel
Nummer #22
Schusshand Links
Draftbezogene Informationen
NHL Entry Draft 1998, 1. Runde, 8. Position
Chicago Blackhawks
Spielerkarriere
1996–2000 Ottawa 67’s
2000–2006 Chicago Blackhawks
2004–2005 Trondheim Black Panthers
2006–2007 San Jose Sharks
2007–2009 Toronto Maple Leafs
2009 Hartford Wolf Pack
2009–2011 Kloten Flyers
2011–2012 Syracuse Crunch
2012–2013 Iserlohn Roosters
seit 2013 Eisbären Berlin

Mark Bell (* 5. August 1980 in St. Paul’s, Ontario) ist ein kanadischer Eishockeyspieler, der seit November 2013 bei den Eisbären Berlin in der Deutschen Eishockey Liga unter Vertrag steht.

Karriere[Bearbeiten]

Mark Bell begann seine Karriere 1996 in der kanadischen Juniorenliga Ontario Hockey League bei den Ottawa 67’s. Während er sich in seiner Rookiesaison noch schwer tat, schaffte er in seiner zweiten Spielzeit einen Sprung von zwölf auf 60 Punkte. Die Chicago Blackhawks wählten ihn in der ersten Runde des NHL Entry Draft 1998 an Position acht aus. In weiteren zwei Jahren in der OHL bewies er weiterhin seine Fähigkeiten als Scorer, und seine letzte Saison war auch seine beste, als er 72 Punkte in 48 Spielen schaffte.

Danach wechselte Bell 2000 zu den Norfolk Admirals in die American Hockey League, die als Farmteam der Chicago Blackhawks fungierten. Nachdem er dort ebenfalls überzeugende Leistungen brachte, wurde er für elf Spiele in die National Hockey League berufen und gehörte ab der Saison 2001/02 zum festen Kader der Blackhawks. Von Jahr zu Jahr steigerte er seine Punkteausbeute. Die Saison 2004/05 verbrachte er in der norwegischen GET-ligaen bei den Trondheim Black Panthers, da die NHL-Saison wegen des Lockout abgesagt wurde. Bell führte das Team in dieser Spielzeit bis ins Meisterschaftsfinale, in der es Vålerenga IF unterlag.

Mark Bell (rechts) gemeinsam mit Steve Bernier (links) und Dave Scatchard

Die NHL-Saison 2005/06 wurde, nachdem der Lockout beendet worden war, ausgetragen, aber Bell gelang es weiterhin nicht seine Scorerqualitäten aus seiner Jugendzeit abzurufen, obwohl ihm mit 48 Punkten in 82 Spielen sein bestes Ergebnis gelang. Im Sommer 2006 gehörte Bell zu einem Transfergeschäft zwischen den Blackhawks, den Ottawa Senators und den San Jose Sharks. Ottawa transferierte Bryan Smolinski und Martin Havlát nach Chicago, die Sharks schickten Tom Preissing und Josh Hennessy nach Ottawa, während die Blackhawks Mark Bell nach San Jose und Michal Barinka und einen Draftpick nach Ottawa abgaben. In San Jose erfüllte Bell die in ihn gesetzten Hoffnungen an der Seite des Duos Joe Thornton und Jonathan Cheechoo nicht, weshalb er nach einer Saison im Sommer 2007 gemeinsam mit Torhüter Vesa Toskala zu den Toronto Maple Leafs transferiert wurde.

Im August 2007 wurde Bell von einem Gericht zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten wegen Fahrerflucht und Trunkenheit am Steuer verurteilt, die er nach dem Ende der Saison 2007/08 antreten musste. Die NHL reagierte darauf einen Monat später und suspendierte ihn für unbestimmte Zeit, da er durch sein Vergehen gegen das NHL/NHLPA Substance Abuse & Behavioral Health Program verstoßen hatte. Am 12. September teilte die Ligaleitung mit, dass Bell für sein Vergehen insgesamt 15 Spiele ohne Gehaltszahlung gesperrt wird. Bell saß die Strafe zum Beginn der Spielzeit ab, ehe er im November zum Team stieß. Nachdem er sich dort akklimatisiert hatte, zwang ihn eine im Januar erlittene Fraktur des Augenhöhlenknochens zu einer eineinhalbmonatigen Zwangspause, wodurch er insgesamt nur 35 Partien bestritt. In der Sommerpause trat der Kanadier schließlich seine Haftstrafe an. Die dadurch suboptimale Saisonvorbereitung führte dazu, dass er vom neuen Cheftrainer Ron Wilson, unter dem er bereits in San Jose gespielt hatte, aus dem Kader aussortiert und ins Farmteam zu den Toronto Marlies aus der AHL geschickt wurde. Bei den Marlies verbrachte der Stürmer die gesamte Spielzeit 2008/09 bis in den Februar hinein, ehe er über die Waiver-Liste – als eine der ersten Amtshandlungen des neuen Cheftrainers John Tortorella – von den New York Rangers verpflichtet wurde. Dort kam er hauptsächlich für das Farmteam Hartford Wolf Pack zu Einsätzen.

Da sein auslaufender Vertrag nicht verlängert wurde, erhielt Bell eine Einladung ins Trainingscamp der Philadelphia Flyers, wo er den Sprung in den NHL-Kader ebenfalls nicht schaffte. Von Ende September 2009 bis Juni 2011 stand Mark Bell bei den Kloten Flyers in der Schweiz unter Vertrag. Die Kloten Flyers gaben Ende November 2010 bekannt, dass sie den am Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern würden.[1] Er unterzeichnete daraufhin am 20. Juli 2011 einen Vertrag für eine Saison bei den Anaheim Ducks aus der National Hockey League, absolvierte dort jedoch nur fünf Spiele. Seine Einsätze bekam er im Farmteam Syracuse Crunch in der AHL. Im September 2012 entschied er sich für einen weiteren Wechsel nach Europa und bekam einen Vertrag bei den Iserlohn Roosters aus der Deutschen Eishockey Liga. Er verlängerte am 23. Februar 2013 seinen Vertrag um eine weitere Spielzeit am Iserlohner Seilersee. Nach einer Operation im Sommer 2013 aufgrund einer Schulterverletzung fiel Bell durch die sportmedizinische Prüfung, so dass sein Vertrag die Gültigkeit verlor. Dennoch blieb er zunächst in Iserlohn, wo er an seinem Comeback arbeitete. Am 16. November 2013 verließ Bell Iserlohn, da er sich mit den Roosters nicht auf einen neuen Vertrag einigen konnte. Nachdem er zu Saisonbeginn noch verletzungsbedingt ausfiel, trainierte er bereits wieder mehrere Wochen mit den Roosters, ehe er den Verein verließ und sich innerhalb der Liga den Eisbären Berlin anschloss.[2]

Spielweise[Bearbeiten]

Mark Bell gilt als Power Forward, der das körperbetonte Spiel bevorzugt. Er verfügt über sehr gute Defensivfähigkeiten, wird allerdings dafür kritisiert, dass er zu wenig Tore schießt und vorbereitet.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten]

International[Bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten]

Reguläre Saison Play-offs
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM
1996/97 Ottawa 67’s OHL 65 8 12 20 40 24 4 7 11 13
1997/98 Ottawa 67’s OHL 55 34 26 60 87 13 6 5 11 14
1998/99 Ottawa 67’s OHL 44 29 26 55 69 9 6 5 11 8
1999/00 Ottawa 67’s OHL 48 34 38 72 95 2 0 1 1 0
2000/01 Norfolk Admirals AHL 61 15 27 42 126 9 4 3 7 10
2000/01 Chicago Blackhawks NHL 13 0 1 1 4
2001/02 Chicago Blackhawks NHL 80 12 16 28 124 5 0 0 0 8
2002/03 Chicago Blackhawks NHL 82 14 15 29 113
2003/04 Chicago Blackhawks NHL 82 21 24 45 106
2004/05 Trondheim Black Panthers UPC-ligaen 25 10 17 27 87 11 6 6 12 44
2005/06 Chicago Blackhawks NHL 82 25 23 48 107
2006/07 San Jose Sharks NHL 71 11 10 21 83 4 0 0 0 2
2007/08 Toronto Maple Leafs NHL 35 4 6 10 60
2008/09 Toronto Marlies AHL 56 12 15 27 34
2008/09 Hartford Wolf Pack AHL 18 6 8 14 31 5 1 0 1 4
2009/10 Kloten Flyers NLA 39 13 14 27 69 10 1 4 5 29
2010/11 Kloten Flyers NLA 41 16 9 25 58 18 6 3 9 60
2011/12 Anaheim Ducks NHL 5 0 0 0 5
2011/12 Syracuse Crunch AHL 39 7 10 17 41 4 3 1 4 0
2012/13 Iserlohn Roosters DEL 43 13 15 28 122
2013/14 Eisbären Berlin DEL
OHL gesamt 212 105 102 207 291 48 16 18 34 35
AHL gesamt 184 40 60 100 232 18 8 4 12 14
NHL gesamt 450 87 95 182 602 9 0 0 0 10
GET-ligaen gesamt 25 10 17 27 87 11 6 6 12 44
NLA gesamt 80 29 23 52 127 28 7 7 14 89
DEL gesamt 43 13 15 28 122

International[Bearbeiten]

Vertrat Kanada bei:

Jahr Team Veranstaltung Sp T V Pkt SM
2000 Kanada U20-WM 7 2 0 2 8
Junioren gesamt 7 2 0 2 8

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://slapshot.ch.sportalsports.com/sportch/generated/article/tnt_eishockey/2010/12/02/13663100000.html
  2. Eisbären verpflichten Bell, abgerufen am 20. November 2013