Mark Cerny

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Mark Cerny (2010)

Mark Cerny (* 1964) ist eine prägende Person der Computerspielindustrie und war unter anderem als Game Designer, Programmierer, Produzent und Manager tätig. Als Präsident von Cerny Games, das er 1998 gegründet hat, ist er heute als Berater in der Computerspielindustrie tätig. Cerny war unter anderem als Lead System Architect für die technische Konzeption der Spielkonsole PlayStation 4 verantwortlich. 2004 wurde er von der International Game Developers Association mit dem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet und 2010 von der Academy of Interactive Arts & Sciences in die AIAS Hall of Fame aufgenommen.

Karriere[Bearbeiten]

Cernys Eltern waren Angestellte der Universität Berkeley, wo er aufwuchs. Er übersprang nach eigenen Angaben einige Schulklassen und besuchte bereits mit 13 Jahren die ersten Universitätskurse.[1] Die Karriere des Programmier- und Arcade-Spiele-Fans Cerny begann 1982, im Alter von 17 Jahren, als Angestellter von Atari. In diesen frühen Tagen der Spieleentwicklung waren die Entwicklerteams noch klein und die Projektbeteiligten erfüllten eine größere Zahl an Aufgaben als in heutiger Zeit.[2] Als Cernys erster großer Erfolg wird üblicherweise Marble Madness genannt, an dem er im Alter von 18 Jahren als Designer tätig war und über die Nachfolgerfirma Atari Games veröffentlicht wurde.

1985 wechselte er für sieben Jahre zum japanische Spielepublisher und Konsolenhersteller Sega, für den er sowohl in Japan als auch den Vereinigten Staaten tätig war. Dort arbeitete er unter anderem an Sonic the Hedgehog 2.[3] 1992 ging er zu Crystal Dynamics, wo er in der Produktentwicklung arbeitete. 1994 wechselte er zu den Universal Interactive Studios, wo er Vice President und Ende 1996 schließliche President wurde. Er arbeitete intensiv mit den Spieleentwicklern Naughty Dog (an den Spieleserien Crash Bandicoot und Jak and Daxter), Insomniac Games (an den Serien Spyro the Dragon und Ratchet & Clank) und Sony zusammen.[1]

Anhand seiner persönlichen Erfahrung der „Dos and Don'ts“ der Spieleindustrie entwickelte er die sogenannte „Cerny-Methode“, eine Strategie für die Entwicklung von Computerspielen.[4] Seine Methode favorisiert beispielsweise eine frei gestaltbare Vorproduktion, in der die Brauchbarkeit des Spielkonzepts noch vor Beginn der Vollproduktion ausgetestet wird.[5] Er plädiert beispielsweise dafür, dass wenn nicht bereits der erste produzierte Level den Kunden begeistern kann, in diesem Fall besser die gesamte Spielidee beiseitegelegt werden sollte, bevor zu viel Energie in das Projekt investiert wird.[6]

Die International Game Developers Association (IGDA) zeichnete Cerny 2004 im Rahmen der Game Developers Choice Awards mit dem Preis für sein Lebenswerk aus. Die Begründung lautete: „Es ist schwer einen Alleskönner zu finden, der nicht nur die high-level Vision für großartiges Spieledesign besitzt, sondern der auch als der Kitt wirken kann, der alle Teile zusammenhält. Seine ungewöhnlichen aber hocheffizienten Methoden haben uns einige der unterhaltsamsten Spiele der Geschichte beschert.“ Er wurde als „exzellenter Teamarbeiter“ bezeichnet. Sein Erfolg beruhe nicht nur auf der Anzahl an Spielen, an denen er gearbeitet habe, sondern auch auf ihrer Qualität und dem kommerziellen Erfolg, der sich in Verkaufszahlen von mehreren Millionen Exemplaren niederschlägt.[7]

Bei den 13. Interactive Achievement Awards der Academy of Interactive Arts & Sciences (AIAS) im Jahr 2010 wurde Mark Cerny in die Hall of Fame aufgenommen. AIAS-Präsident Joseph Olin begründete dies folgendermaßen: „Von allen Spieleentwicklern kommt Mark Cerny einem modernen Da Vinci am nächsten. Was er tut, beschränkt sich nicht auf einen einzelnen Aspekt der Spieleentwicklung, er ist wirklich ein Renaissance-Mensch. Er ist ein vielseitig versierter Game Designer, Produzent, Programmierer und Technologe, spricht fließend Japanisch und ist einer der führenden westlichen Experten für den japanischen Spielemarkt. Er ist außerdem einer der wenigen hochrangigen Eigenständigen in einem Businessbereich, der von Institutionen beherrscht wird.“[8]

Am 20. Februar 2013 gab Sony bei der offiziellen Produktvorstellung der Spielkonsole PlayStation 4 in New York City bekannt, dass Mark Cerny der leitende Systemarchitekt für die Konzeption der Konsole war. Cerny präsentierte zudem erstmals den von ihm entwickelten Launchtitel der Konsole Knack.[9]

Ludografie (Auszug)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b http://bodenstandig.de/marble/atariga.htm
  2. Douglas C. Perry: IGN: Interview with Mark Cerny (englisch) In: IGN. Abgerufen am 26. November 2008.
  3. Ken Horowitz: Interview: Mark Cerny (englisch) In: sega-16.com. Abgerufen am 26. November 2008.
  4. Mark Cerny: Method Lecture for GDC Europe (englisch) Abgerufen am 23. Februar 2013.
  5. John McLean: Gamasutra - Conversations From GDC Europe: Mark Cerny, Jonty Barnes, Jason Kingsley (englisch) In: Gamasutra. UBM, plc. Abgerufen am 26. November 2008.
  6. a b John Breeden II: A Lifetime of Achievement. In: Gameindustry.com. Abgerufen am 26. November 2008.
  7. Production Genius Mark Cerny to Receive IGDA's Lifetime Achievement Award at 4th Annual Game Developers Choice Awards (englisch) In: Offizielle Website. International Game Developers Association. 9. Februar 2004. Abgerufen am 16. März 2010.
  8. a b Mark Cerny Iinducted Into AIAS Hall of Fame (englisch) In: Gameindustry.com. Abgerufen am 28. Januar 2013.
  9. This is PlayStation 4: All the big announcements from last night (englisch) Abgerufen am 21. Februar 2013.