Mark McMenamin

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Mark A. McMenamin ist ein US-amerikanischer Geologe. Er lehrt am Mount Holyoke College. Der Schwerpunkt seiner professionellen Tätigkeit liegt im Bereich der Paläontologie, und sein zentraler Forschungsgegenstand ist die Ediacara-Fauna. Seine ebenso umfassenden wie ungewöhnlichen Forschungsmethoden sind bisweilen kritisiert worden, doch in mehreren Fällen waren seine Kritiker im Licht neuer Evidenzen die Validität seiner Herangehensweisen einzugestehen. [1]

Phönizierforschung und Diffusionismus[Bearbeiten]

Neben seiner beruflichen Forschungstätigkeit gilt McMenamins Interesse u.a. der Geschichte der Karthager, wobei einer seiner Schwerpunkte im Bereich der Numismatik liegt. So gelangte er aufgrund seiner Untersuchungen von Abbildungen auf bisher unbekannten karthagischen Goldmünzen, die für Hannibals Besatzungstruppen in Kalabrien geprägt wurden, zu der Auffassung, dass die seit langem umstrittene Route des Feldherrn und seiner Armee bei ihrer legendären Überquerung der Alpen sie nahe am Matterhorn vorbeigeführt habe. Diese Route liegt nördlich der meisten, üblicherweise vorgeschlagenen Anmarsch-Wege, und dies könnte auch die völlige Überraschung der Italiker erklären, als die karthagische Armee plötzlich im den Ebenen Italiens auftauchte. [2]

Weitaus brisanter, was das herkömmliche Verständnis der mediterranen Antike betrifft, erscheinen andere numismatische Indizien, die von McMenamin bereits 1996/97 vorgestellt wurden. Sie könnten die seit Jahrzehnten kontrovers diskutierte, diffusionistische Annahme einer Präsenz karthagischer Seefahrer in Nordamerika stützen. Dabei handelte es sich u.a. um mehrere alte karthagische Goldmünzen - vermutlich ca. 350 v.Chr. geprägt [3] -, auf welchen miniaturisierte Weltkarten zu sehen sein sollen, die neben Indien nicht nur die Südküsten Europas oberhalb von Sardinien und Sizilien zeigen, sondern auch Amerika.

Zudem verweist er auf bereits mehr als ein halbes Dutzend Funde von Kupfermünzen, die über Nebraska, Georgia und Connecticut verstreut, in Nordamerika entdeckt wurden. Diese Münzen zeigen laut McMenamin das Bild eines punischen Pferdes, eine phönizische Palme (mit freiliegenden Wurzeln, als solle sie verpflanzt werden) und eine rätselhafte Inschrift in punischer Sprache. Dass diese Münzen - sofern authentisch - erst in jüngerer Zeit über den Atlantik dorthin gelangt sind, erscheine unwahrscheinlich, so dass sie tatsächlich eine karthagische Präsenz im alten Amerika nahelegen. Zusammen mit der Tatsache, dass bereits 1778 über Funde karthagischer Münzen aus Gold und auch aus unedlen Metallen auf den Azoren berichtet wurde, legten diese Evidenzen nahe, dass es den Karthagern möglich war, gezielt den Atlantik zu überqueren. [4]

Bibliographie[Bearbeiten]

  • Mark A. S. McMenamin The Garden of Ediacara: Discovering the Earliest Complex Life, New Ed, Columbia University Press, Oct 2000, ISBN 0-231-10559-2.
  • Mark A. S. McMenamin, McMenamin, Dianna Schulte. The Emergence of Animals: The Cambrian Breakthrough. Columbia University Press, Jan 1990, ISBN 0-231-06646-5.
  • Mark A. S. McMenamin, McMenamin, Dianna Schulte Hypersea: Life on the Land. Columbia University Press, 1994, ISBN 0-231-07530-8.
  • Mark A. S. McMenamin Carthaginian Cartography: A Stylized Exergue Map. Meanma Press, 1996, ISBN 0-965-11361-2.
  • Mark A. S. McMenamin Science 101: Geology. Collins, Jun 2007, ISBN 0-060-89136-X.
  • Mark A. S. McMenamin Paleotorus: The Laws of Morphogenetic Evolution. Meanma Press, 2009, ISBN 978-1-893882-18-8.
  • Mark A. S. McMenamin: Cambrian cannibals: Agnostid trilobite ethology and the earliest known case of arthropod cannibalism. In: Geological Society of America Abstracts with Programs. 42, Nr. 5, 2010.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steve Macone, "Out There", in: Boston Globe Magazine (The Boston Globe), 3. Juni 2007, S. 27
  2. Mark McMenamin, "Depiction of the Alps on Punic coins from Campania, Italy", in: Numismatics International Bulletin 41 (1-2), 2012, S. 30–33
  3. Mark McMenamin, "The Phoenician world map", in: Mercator’s World 2 (3), 1997, S. 46–51
  4. Mark McMenamin, Phoenician coins and Phoenician exploration (abstract); sowie Volltext (PDF-Datei, 893,56 KB), bei Migration & Diffusion (abgerufen: 9. Juni 2013)