Markersdorf (Sachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Markersdorf
Markersdorf (Sachsen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Markersdorf hervorgehoben
51.14514.88242Koordinaten: 51° 9′ N, 14° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Höhe: 242 m ü. NHN
Fläche: 62,4 km²
Einwohner: 3986 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02829
Vorwahl: 035829
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 300
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 3
02829 Markersdorf
Webpräsenz: www.markersdorf.de
Bürgermeister: Thomas Knack
Lage der Gemeinde Markersdorf im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Sachsen) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Sachsen) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Holtendorf, ehemaliges Herrenhaus, Aufnahme von 1949

Markersdorf ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Markersdorf liegt im mittleren Teil des Landkreises. Sie grenzt im Osten an die Kreisstadt Görlitz und liegt unterhalb der Landeskrone, die die Landschaft dominiert. Markersdorf wird vom Weißen Schöps durchflossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die heutige Großgemeinde Markersdorf entstand am 1. Januar 1994, als sich die Gemeinden Markersdorf, Deutsch-Paulsdorf (sorbisch: Němske Pawlice), Friedersdorf, Gersdorf, Holtendorf, Jauernick-Buschbach (Jawernik-Nechow) und Pfaffendorf im Zuge der sächsischen Gemeindereform zusammenschlossen. Die ehemaligen sieben Gemeinden existieren weiterhin als gleichberechtigte Ortsteile innerhalb der Gemeinde, was durch das Wappen symbolisiert werden soll – sieben gleiche Blätter an einem Baum.

Historische Entwicklung[Bearbeiten]

Schon in der mittleren Steinzeit, etwa von 12000 bis 3000 v. Chr., lassen sich schon Menschen und ihre Spuren in der näheren Umgebung von Markersdorf nachweisen. So fand man bei Ausgrabungen und durch Zufall bei Feldbearbeitungen Feuersteinabschläge, Keulenköpfe und Walzenbeile. Wobei sich diese Funde auf die Orte Niesky, Weißwasser und Görlitz konzentrieren, also Orte, die in der Nähe von Markersdorf liegen. Die Gemeinde Markersdorf wird 1360 erstmals urkundlich in einer Stiftungsurkunde im Görlitzer Stadtbuch erwähnt. Markersdorf wurde wahrscheinlich nach dem Ortsgründer „Markwart“ benannt. Schon um das Jahr 980 soll in Jauernick die erste Kirche errichtet worden sein. Markersdorf selbst wurde etwa 1150 als Waldhufendorf angelegt.

Die Nähe der Stadt Görlitz brachte der Umgebung nicht nur wirtschaftlichen Aufschwung, sondern auch viel Leid in Kriegszeiten. So wurde die Gemeinde während der Hussitenkriege, des Dreißigjährigen Krieges, des Siebenjährigen Krieges und des Befreiungskriegs in Mitleidenschaft gezogen. Markersdorf wird oft auch ‚Napoleonsdorf‘ genannt. In dem Dorf starb der in der Schlacht bei Bautzen verwundete Marschall Duroc.

Markersdorf und Napoleon[Bearbeiten]

Wie schon erwähnt wird der Ort oft als "Napoleonsdorf" genannt. Damit hat es folgende Bewandtnis: Als der Franzosenkaiser im November 1812 an der Beresina vernichtend geschlagen wurde, verließ er selbst die Reste seiner "Großen Armee". In der Verkleidung als "Herzog von Vicenza" kam er am 13. Dezember 1812 auch durch Markersdorf. Zwischen Holtendorf und Markersdorf soll er mit Mühe noch einigen Bauern entkommen sein, die beabsichtigten, den von ihnen erkannten Kaiser zu verprügeln. So geht es jedenfalls aus einem Bericht des Stadtchronisten von Görlitz Richard Jecht hervor. Der Schlitten des Kaisers war in einer Schlucht steckengeblieben und musste von ihnen ausgegraben werden. Es könnte sich um die Furt an der Kirchmühle und am Grundstück Jantke gehandelt haben, dort ist der Verlauf der "Hohen Straße" heute noch nachweisbar. Damit hätten die Markersdorfer als erste von der Niederlage Napoleons in Russland erfahren. Seine geschlagene Armee kam bald nach. Das Jahr 1813 sollte sehr schlimm werden. Der sogenannte "Frühjahrsfeldzug" dauerte von Februar bis Mai 1813. Die Franzosen wurden in Markersdorf von russischen Soldaten unter Eugen v. Württemberg aufgehalten. An der "Brauerei" gab es Rückzugsgefechte. Die russische Artillerie gab vom Hotherberg in Holtendorf einige Schüsse ab. Napoleon befand sich mit seinem Stab auf dem Bauerngut Hanspach (heute Familie Horschig) und beobachtete von dort aus die Nachhutgefechte an der Brauerei. Mitten in seine Gruppe schlug eine dieser Kugeln ein. General Kirchner war sofort tot und wurde hier beerdigt, an dieser Stelle steht heute noch ein kleines Denkmal. Durch die gleiche Kugel verlor der französische General Bruyère beide Beine und starb in Görlitz, seine Grabstelle vermutet man auf dem Görlitzer Obermarkt. Gleichermaßen verlor General Duroc sein Leben. Im Totenregister von Markersdorf von 1813, Nr. 32,33 (Kirchturmknopfakten) ist dazu folgendes vermerkt: "Von der nemlichen Kugel wurde am 22. Mai, Sonnabends, in der 8. Stunde Abends der Kaiserl.Königl. französische und italien. Marechal Duroc, Herzog von Friaul, schwer blessiert und starb in der Nacht bei dem Klosterbauer Joh. Traugott Hanspach": Der Gedenkstein für den General Duroc gilt als französisches Territorium, und bis zu den Inflationsjahren erhielt der Bauer Hanspach sowie dessen Nachfahren von der französischen Regierung für dieses Gebiet eine Pachtgebühr. Als dann aber der Wert der Deutschen Reichsmark durch die Inflation stark gesunken war, verzichteten die Besitzer auf diese Einnahme, trotzdem gilt dieser Gedenkstein mit seinem Umfeld noch immer als Exterritorium Frankreichs. So hat also Markersdorf mit Napoleon enge Beziehungen aufzuweisen wie selten ein Ort.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Schlesisch-Oberlausitzer Dorfmuseum Markersdorf
  • restauriertes Fachwerkhaus in Friedersdorf
  • Marschall-Duroc-Denkmal
  • Ruine der Barbarakapelle von 1250
  • Markersdorfer Kirche von 1455
  • katholische Kirche St. Wenzeslaus in Jauernick-Buschbach

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 6 und die Bahnstrecke Dresden–Görlitz verlaufen durch die Gemeinde. Nördlich von ihr verläuft die Bundesautobahn 4, die über die Anschlussstelle Görlitz zu erreichen ist.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Markersdorf und Umgebung – Heimatkundliche Beiträge zur Gemeinde Markersdorf im Niederschlesischen Oberlausitzkreis. Görlitz 1996.
  •  Von der Muskauer Heide zum Rotstein. Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Lusatia Verlag, Bautzen 2006, S. 362 f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Markersdorf (Sachsen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)