Timing-Strategie (Finanzwirtschaft)

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Unter einer Timingstrategie (oder auch englisch Market Timing) versteht man eine Anlagestrategie, die versucht durch die Bestimmung günstiger Zeitpunkte für Ein- und Ausstieg bei einem Wertpapier einen Ertrag zu erzielen. Dafür wird zu bestimmten Zeitpunkten zwischen zwei oder mehreren Anlageinstrumenten gewechselt.

In der Regel werden zwei Instrumente verwendet, die eine unterschiedliche Charakterisierung bezüglich Erwartungswert und Varianz aufweisen. Eine typische Timingstrategie investiert bspw. in Aktien und Tagesgeld. Dabei weisen Aktienrenditen einen hohen Erwartungswert, aber eine große Varianz auf. Tagesgeld hingegen hat einen geringeren Erwartungswert, aber ebenso eine geringe Varianz. Die Timingstrategie versucht nun, zeitlich in dem jeweils günstigen Anlageinstrument investiert zu sein.

Im Gegensatz zur Timingstrategie steht die Haltestrategie (engl. buy and hold), bei der der Anleger in Finanzinstrumente investiert und diese über die gesamte Zeitdauer hält.

Kriterien des Timings[Bearbeiten]

Die Steuerung des Timings kann anhand unterschiedlicher Kriterien erfolgen. Technische Kriterien können z. B. das Über- oder Unterschreiten bestimmter gleitender Durchschnitte sein, die eine Umschichtung in das jeweils andere Anlageinstrument auslösen. Fundamentale Kriterien lösen Umschichtungen anhand von wirtschaftlichen Basisdaten, wie etwa dem Wirtschaftswachstum oder den Unternehmensgewinnen, aus.

Periodizität des Timings[Bearbeiten]

Man unterscheidet kurzfristige und längerfristige Timingstrategien. Kurzfristige Timingstrategien zeichnen sich durch einen raschen Wechsel der Anlageinstrumente aus. Umschichtungen erfolgen schnell, zum Teil auch innerhalb eines Tages. Kurzfristige Strategien sind eher technisch orientiert und folgen Trends. Längerfristige Timingstrategien bleiben für größere Zeiträume in einer Anlage investiert. Transaktionskosten bleiben dort eher gering. Als Timingkriterium werden auch fundamentale Wirtschaftsdaten herangezogen.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegel, Jeremy J.: Stocks for the long run, McGraw-Hill, New-York, 2002