Markkleeberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Markkleeberg
Markkleeberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Markkleeberg hervorgehoben
51.28027777777812.376666666667115Koordinaten: 51° 17′ N, 12° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Leipzig
Höhe: 115 m ü. NHN
Fläche: 31,36 km²
Einwohner: 23.869 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 761 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04416
Vorwahlen: 0341 (Markkleeberg) 034297 (Ortsteil Wachau) 034299 (Ortsteil Gaschwitz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: L, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 260
Stadtgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
04416 Markkleeberg
Webpräsenz: www.markkleeberg.de
Oberbürgermeister: Karsten Schütze[2] (seit 2013) (SPD)
Lage der Stadt Markkleeberg im Landkreis Leipzig
Sachsen-Anhalt Thüringen Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen Leipzig Bennewitz Böhlen (Sachsen) Borna Borsdorf Brandis Colditz Frohburg Grimma Groitzsch Großpösna Kitzscher Kohren-Sahlis Lossatal Machern Markkleeberg Markranstädt Neukieritzsch Thallwitz Trebsen/Mulde Bad Lausick Otterwisch Geithain Narsdorf Belgershain Naunhof Parthenstein Elstertrebnitz Pegau Pegau Deutzen Regis-Breitingen Espenhain Wurzen Zwenkau RöthaKarte
Über dieses Bild

Markkleeberg ist eine Große Kreisstadt im Landkreis Leipzig in Sachsen.

Geographie[Bearbeiten]

Markkleeberg liegt am südlichen Rand von Leipzig im Landkreis Leipzig am Fluss Pleiße.

Angrenzende Gemeinden sind neben der Stadt Leipzig auch die Städte Böhlen und Zwenkau sowie Großpösna.

Markkleeberg besteht aus den Ortsteilen:

früher zudem:

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt Markkleeberg wurde im Jahr 1934 als Zusammenschluss der Orte Oetzsch-Markkleeberg und Gautzsch gegründet. Da den Nationalsozialisten der Name der bei weitem größeren Gemeinde Gautzsch wegen seiner slawischen Herkunft nicht genehm war und sich auch der künstliche Vorschlag Auenwalde nicht durchsetzen konnte, wählte man als Namen der neuen Stadt den der kleinsten Ursprungsgemeinde Markkleeberg. Alle slawischen Namen der Ortsteile wurden getilgt, aus Gautzsch wurde Markkleeberg-West, aus Oetzsch mit dem eingemeindeten Raschwitz Markkleeberg-Mitte und – als logische, aber unsinnige Konsequenz – aus dem eigentlich ohnehin deutschen Namen Markkleeberg Markkleeberg-Ost. Trotz der Umbenennungen während der NS-Zeit sind die alten Ortsnamen aber bis heute bekannt und geläufig.

Später wurden die Ortschaften Großstädteln, Zöbigker (mit Prödel und Cospuden), Gaschwitz und Wachau eingemeindet, die ihre Namen aber behalten durften. Die vom Sächsischen Landtag bereits beschlossene Eingemeindung Markkleebergs nach Leipzig zum 1. Januar 1999 wurde durch eine erfolgreiche Klage Markkleebergs beim Sächsischen Verfassungsgericht im Jahr 1999 nicht vollzogen.

Gruss aus Oetzsch bei Leipzig (um 1900)

Am 16. Oktober 1813 war der Bereich Wachau ein Hauptschauplatz der Völkerschlacht, der verlustreichsten Schlacht der Befreiungskriege gegen Napoleon in Deutschland. Während des Zweiten Weltkrieges existierte von September 1944 bis April 1945 im Wolfswinkel ein Frauenaußenlager des KZ Buchenwald für mehr als 1.500 überwiegend ungarische jüdische Frauen und Mädchen, die in der Kammgarnspinnerei und für die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG Zwangsarbeit verrichten mussten. Nach weiteren Quellen gab es auch ein Außenlager für Männer. Bei Kriegsende war Markkleeberg alliierten Bomberangriffen ausgesetzt und wurde am 18. April 1945 von US-amerikanischen und nach deren Abzug am 24. Juni 1945 von sowjetischen Truppen besetzt.

In der DDR war Markkleeberg vor allem durch die Landwirtschaftsausstellung agra bekannt.

Die südlich von Markkleeberg gelegenen Braunkohlentagebaue Espenhain, Zwenkau und Cospuden stellten zwischen 1990 und 1994 ihre Förderung ein und werden seither saniert und rekultiviert. Dabei wurden erneute archäologische Ausgrabungen auf dem bekannten paläolithischen Fundplatz Markkleeberg möglich. Mittlerweile sind in der Bergbaufolgelandschaft große Seen und ausgedehnte Waldgebiete mit hohem Freizeitwert entstanden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(Quelle seit 1998: Statistisches Landesamt Sachsen)

Gründerzeithäuser in Markkleeberg-Oetzsch
Jahr Einwohner
1946 20.517
1950 20.130
1960 20.545
1981 20.622
1984 19.811
1995 20.415
1997 22.264
Jahr Einwohner
1998 22.728
1999 23.157
2000 23.157
2001 23.087
2002 23.139
2003 23.306
2004 23.639
Jahr Einwohner
2005 23.806
2006 23.913
2007 24.021
2008 24.020
2009 24.254
2010 24.338
2011 24.402
Einwohnerentwicklung

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Gold und Blau gespalten; vorn ein rot gezungter und –bewehrter schwarzer und hinten ein rot gezungter in gold und silber geteilter Löwe; beide sind zugewendet.

Stadtrat nach der Kommunalwahl 2009[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[3]
Wahlbeteiligung: 49,8 % (2004: 47,7 %)
 %
40
30
20
10
0
34,0 %
29,8 %
16,6 %
10,5 %
9,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-0,1 %p
-1,1 %p
-5,1 %p
+3,2 %p
+3,2 %p
  • SPD: 9 Mitglieder (hinzu kommt der Oberbürgermeister, der Vorsitzender des Stadtrates ist)
  • CDU: 8 Mitglieder
  • LINKE: 4 Mitglieder
  • FDP: 3 Mitglieder
  • GRÜNE: 2 Mitglieder

Ortspartnerschaften[Bearbeiten]

Markkleeberg ist die Partnerstadt von Pierre-Bénite (Frankreich), Zărnești (Rumänien), Boville Ernica (Italien), Neusäß (bei Augsburg) und Hemmingen (bei Hannover).

Eingemeindung[Bearbeiten]

Bei der letzten sächsischen Gemeindegebietsreform 1999 sollte die Stadt Markkleeberg nach Leipzig eingemeindet werden. Die Stadt Markkleeberg klagte jedoch erfolgreich dagegen und bleibt bis auf Weiteres eigenständig. Die Eingemeindung wird weiterhin angestrebt, es wird jedoch davon ausgegangen, dass sie nicht vor 2019 erfolgen wird. Eine Zwangseingemeindung könnte sich zudem als schwierig erweisen, da die Stadt inzwischen den Status einer Großen Kreisstadt und eine ausgeprägte eigene Infrastruktur besitzt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Torhaus Markkleeberg

Torhaus Markkleeberg

1190 wird ein Bere de Cleberg im Vertrag über den Verkauf des Dorfes Altranstädt erwähnt. Das alte Adelsgeschlecht besaß hier eine Wasserburg, die später mit Rittergut und Schloss überbaut wurde. Ab 1350 wechselte der Besitz, 1592 fanden Calvinisten in Markkleeberg eine Zuflucht. Zu DDR-Zeiten war das Anwesen Neubauernstelle, Kinderkrankenhaus und Altersheim. 1996 übernahm es der Verein Historisches Torhaus zu Markkleeberg 1813 und eröffnete 1998 ein Museum. Dort wird die Geschichte des Torhauses, aber auch die Rolle des Ortes in der Völkerschlacht beleuchtet. Eine weitere Ausstellung befasst sich mit dem früheren Leben auf dem Lande. Weitere historische Räumlichkeiten werden für Veranstaltungen und private Zwecke genutzt.
Weißes Haus im agra-Park

Weißes Haus

Paul Herfurth, ein bedeutender Zeitungsverleger und königlich württembergischer Konsul, erwarb im Jahr 1896 einen Teil des ehemaligen Raschwitzer Gutes. Sofort ließ er es zu einer neoklassizistische Parkanlage verwandeln (heute agra-Park), mit Baumgruppen, idyllischen Parkteichen, Tempeln, Statuen und Säulengängen. Dazu entstand bis 1897 die weiße Villa mit ihrem imposanten vergoldeten Spiegelsaal.
Sie war dem Lustschloss Petit Trianon im Versailler Schlosspark nachempfunden, die Pläne stammten vom Gautzscher Baumeister Gustav Hempel. Die allegorischen Sandsteinfiguren des alten Raschwitzer Barockgartens säumten die Terrasse nach Osten. Als Herfurthsche Villa war sie bis zum Zweiten Weltkrieg Treffpunkt des Leipziger Kulturlebens. Im Krieg wurden Teile des Landratsamtes dorthin ausgelagert und in den Jahren 1945/46 fand sie als Untersuchungsgefängnis des sowjetischen Militärs und Geheimdienstes Verwendung. Die Häftlinge wurden häufig über Monate und zu Dutzenden in den engen Kellerräumen interniert. Bis 1981 nutzte die Verwaltung der Landwirtschaftsausstellung die nun Weißes Haus genannte Immobilie als Büro und nach einer gravierenden Umbaumaßnahme in den Jahren 1986/87 als Ministerunterkunft während der Landwirtschaftsausstellungen der DDR, auch bekannt als agra-Markkleeberg. Nach einer kurzen Nutzung als Hotel erwarb die Stadt Markkleeberg 1996 die Liegenschaft auf Markkleeberger Gebiet. Während der Bestrebungen zur Eingemeindung nach Leipzig 1999 ließ man es sich nicht nehmen den Slogan „Das Weiße Haus steht in Washington und in Markkleeberg, niemals in Leipzig“ zu verbreiten.
Das Weiße Haus ist inzwischen wieder ein beliebter Ort für kulturelle Veranstaltungen. Seit dem Jahr 2005 stehen die vielen Räume der zwei oberen Etagen der Musik- und Kunstschule Ottmar Gerster des Landkreises Leipzig zur Verfügung. Das Haus dient auch als offizielles Standesamt der Stadt Markkleeberg.
Rathaus Markkleeberg

Rathaus mit Lindensaal im Ortsteil Markkleeberg-Mitte/Oetzsch

Markkleebergs Rathaus wurde durch Umbau des vormaligen stattlichen Oetzscher Gasthofs Zur Linde errichtet, 1921 waren die Arbeiten dafür abgeschlossen. Es dient neben seiner Verwaltungsfunktion mit dem Großen Lindensaal als einer der wichtigsten Veranstaltungsorte für kulturelle Veranstaltungen in Markkleeberg. Seit 2009 finden hier auch regelmäßige Konzerte klassischer Musik des Leipziger Symphonieorchesters statt.
Westphalsches Haus

Westphalsches Haus

Das dreiflügelige Landhaus wurde 1926 vom Architekten, Maler und Publizisten Paul Schultze-Naumburg (1869 bis 1949) für den Generaldirektor der Thüringer Gasgesellschaft Carl Westphal entworfen und 1927 in neobarockem Stil erbaut. Seit 1993 befindet sich das Westphalsche Haus im Eigentum Markkleebergs und dient der Stadt und ihren Vereinen als kultureller Treffpunkt und Veranstaltungsort. Im Jahr 2007 wurde die untere Etage des Haupt- und des Ostflügels sorgfältig restauriert.
Kirchenruine Wachau
Martin-Luther-Kirche

Kirchenruine Wachau

Die Pfarrkirche Wachau war die Hauptkirche des Ortes und drei weiterer Gemeinden im Umland. Sie wurde 1393 erstmals erwähnt und gehörte im 16. Jahrhundert dem Kloster Buch bei Grimma. Nach Orkanschäden aus dem Jahre 1867 wurde die Kirche durch Constantin Lipsius im neogotischen Stil wieder aufgebaut. Eine britische Luftmine und eine amerikanische Brandbombe verwüsteten das Gotteshaus im Zweiten Weltkrieg. Danach fanden zwar zunächst noch kirchliche Aktivitäten statt, der Erhaltungszustand wurde aber immer schlechter. Im April 1975 riss man Teile des Turmes ab und schüttete die Trümmer in das Kirchenschiff. Seither ist die Kirche eine Ruine, Mahnmal und Denkmal zugleich. Seit 1997 finden hier wieder Gottesdienste und Veranstaltungen statt. Bemerkenswert sind die erhaltenen Details, wie die Deckenbemalung im Altarbereich.
Grabkapelle auf dem Auenfriedhof

Martin-Luther-Kirche

Im alten Gautzscher Ortskern steht die Martin-Luther-Kirche. Sie wurde 1717 im barocken Stil erbaut und später vom Architekten Julius Zeißig umgestaltet. Der Innenraum bietet Platz für 500 Personen. Seine Merkmale sind der 2006 restaurierte barocke Kanzelaltar, die Herrschaftslogen, mehrere Epithaphien und der Taufstein aus Marmor. An der Außenwand der Kirche sind alte Grabsteine zu besichtigen.
Wasserturm
Kees’scher Park

Auenfriedhof

Am Rande von Markkleeberg-Ost befindet sich an der Dösener Straße der Auenfriedhof. Er besteht bereits 500 Jahre und ist einen dreiviertel Hektar groß. Die Anlage weist trotz ihrer Überschaubarkeit eine Reihe von Besonderheiten auf. Von den 926 Grabstellen sind 475 Grabdenkmäler und 30 stehen unter Denkmalschutz. Viele der Gräber sind sehr alt und wurden künstlerisch gestaltet. Als weitere Eigenheiten sind die Grabkapelle und ein großer Baumbestand zu nennen.

Kees’scher Park

Wasserturm (1902 errichtet)

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Gedenkanlage am Wolfswinkel für die Opfer unter den Häftlingsfrauen des KZ-Außenlagers
  • Gedenkstein am Rathausplatz für alle Opfer des Faschismus

Erlebnis/Tourismus[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Markkleeberg ist von mehreren Park- und Gartenanlagen geprägt, zum Beispiel der Agra-Park und der Kees’sche Park. Der Agra-Park war Standort der Landwirtschaftsausstellung in der DDR. Auf dem Gelände befinden sich Spazierwege, Blumenbeete, Pavillons, die Spreewaldschänke, die palaisartige Parkgaststätte und das Weiße Haus. Im Norden grenzt mit dem Wildpark Leipzig-Connewitz ein beliebtes Naherholungsgebiet an den Ortsteil Raschwitz. Neben Rot-, Dam- und Muffelwild sind hier auch Luchse, Fischotter, Wildkatzen, Waschbären und andere Tierarten zu sehen.

Blick vom Aussichtsturm Bistumshöhe über den Cospudener See, Richtung Hafen Zöbigker

Die Stadt besitzt mit dem Markkleeberger See und dem Cospudener See zwei weitere wichtige touristische Ziele. Rund um die Uferbereiche besteht ein großflächiges Netz an Rad- und Wanderwegen. Strände bieten im Sommer die Möglichkeit, sich zu erholen und zu baden. Von den Aussichtspunkten hat der Besucher einen Blick über die Seenlandschaft und in die Leipziger Umgebung. Am Markkleeberger See befindet sich eine der deutschlandweit modernsten Wildwasseranlagen, der Kanupark Markkleeberg. Dort gibt es mit dem Feriendorf Seepark Auenhain auch Anfänge einer touristischen Infrastruktur. In Markkleeberg-Ost wurde eine Panoramaplattform mit Promenade und Strandcafé angelegt. Am Cospudener See gibt es im Ortsteil Zöbigker einen großen Hafen mit Cafés, Geschäften, Touristeninformation, Promenade und dem Skulpturenpark. Am Südufer befindet sich eine Anhöhe mit dem Aussichtsturm Bistumshöhe. Unweit davon liegt der größte mitteldeutsche Freizeitpark Belantis mit seiner markanten Pyramide.

Darüber hinaus gewinnt das auf ehemaligem Bergbau-Abraumgelände neu aufgeforstete Mischwaldgebiet Neue Harth zunehmend an Bedeutung. Es führen mehrere ausgeschilderte Rundwege hindurch, die mit Informationstafeln bestückt sind. Im Winter ist Langlauf auf gespurten Loipen möglich. Die Neue Harth bietet zudem seltenen Pflanzen wie Johanniskraut und Orchideen ein Zuhause.

Ein großer Teil des Rad- und Wanderwegs Grüner Ring Leipzig befindet sich im Gebiet von Markkleeberg. Rund um die Stadt sind ausgedehnte Rad- und Wandertouren möglich, vorbei an Zwenkauer See und Störmthaler See in die weitere Umgebung.

Sport[Bearbeiten]

Auch im Sport hat sich Markkleeberg mittlerweile einen Namen gemacht. Sieben Sportvereine repräsentieren die Stadt auch überregional:

  • Kickers 94 Markkleeberg, ein reiner Fußballverein, spielt in der zweithöchsten Spielklasse des SFV.[4]
  • RFC Markkleeberg
  • TSG Markkleeberg
  • TSV 1886 Markkleeberg
  • TV 1871 Markkleeberg
  • SV Eiche Wachau
  • SV Gaschwitz 09 e. V.
  • Reitverein agra Markkleeberg; Reitsport (Breitensport und Turniersport)

Zudem ist der Kanupark ein wichtiges Trainingszentrum des Kanusports.

Religion[Bearbeiten]

Katholische Kirche Peter und Paul

Auf dem Gebiet des heutigen Markkleeberg bestanden seit der Reformation im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts vier evangelische Pfarreien: Markkleeberg mit Meusdorf und Dölitz, Gautzsch mit Oetzsch, Raschwitz, Cospuden und Zöbigker, Großstädteln mit Gaschwitz und Großdeuben und schließlich Wachau. Gegenwärtig (2010) existieren drei evangelischen Kirchgemeinden: die Martin-Luther-Kirchgemeinde Markkleeberg-West, vormals Gautzsch, mit der Martin-Luther-Kirche, die Auenkirchgemeinde Markkleeberg-Ost mit Dösen und Dölitz, zu der auch die Johanniskirche in Dösen gehört, und die Kirchgemeinde Großstädteln-Gaschwitz. Die Kirchen in Wachau und Zöbigker sind in den 1940er Jahren ausgebrannt und heute Ruinen. Der Ortsteil Wachau gehört heute zur Leipziger Kirchgemeinde Probstheida. Zusammen haben die drei Markkleeberger Kirchgemeinden 3500 Mitglieder.[5][6]

Die katholische Diasporapfarrei St. Peter und Paul Markkleeberg, die zum Bistum Dresden-Meißen gehört, umfasst neben Markkleeberg eine Reihe von Dörfern und Städten im Leipziger Südraum, darunter Böhlen, Zwenkau und Pegau. In diesen drei Städten gibt es auch je eine katholische Kirche. In Markkleeberg selbst leben etwa 1100 Katholiken. Die Pfarrkirche wurde 2000 gebaut und im März 2001 geweiht.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Empfangsgebäude des Bahnhofs
Gleisseite des Bahnhofs

Markkleeberg liegt an der Bahnstrecke Leipzig–Hof. Es existieren vier Haltepunkte: Markkleeberg Nord", "Markkleeberg, Markkleeberg-Großstädteln und Markkleeberg-Gaschwitz. Es verkehren Züge der S-Bahn Mitteldeutschland. Zudem hat die Stadt zwei Stationen an der Bahnstrecke Leipzig-Plagwitz–Markkleeberg-Gaschwitz: Markkleeberg Mitte und Markkleeberg West. Die letztgenannte Strecke wurde allerdings seit 2002 nicht mehr im Personenverkehr bedient. Seit 25. November 2012 war der östliche Eisenbahnring zwischen Leipzig-Sellerhausen und Markkleeberg aufgrund von Bauarbeiten zur Einbindung des City-Tunnels bis zu dessen Eröffnung am 15. Dezember 2013 komplett gesperrt, weshalb der gesamte Zugverkehr über die Strecke Leipzig-Plagwitz–Markkleeberg-Gaschwitz umgeleitet wurde und die Strecke somit reaktiviert wurde. Seit dem 15. Dezember 2013 fahren hier keine Personenzüge mehr.

Ferner liegt die Stadt an der B 2 und ist an Straßenbahn- und Busnetze der Stadt Leipzig und des Umlandes angebunden. Über die Bahn bestehen Anschlüsse nach Leipzig, Altenburg, Zwickau und Borna. Die Leipziger Straßenbahn verkehrt mit der Linie 9 bis Markkleeberg-West und mit der 11 nach Markkleeberg-Ost. Wichtige Buslinien sind die 65 (Markkleeberg-Markranstädt), die 107 (Leipzig-Connewitz-Zwenkau) und die 108 (Großstädteln-Wachau).

Über die Anschlussstelle Leipzig-Süd ist Markkleeberg seit 2006 von der A 38 aus zu erreichen. Die B 2 führt als vierspurige Schnellstraße durch Markkleeberg und überquert dabei den Agra-Park. Sie verbindet die A 38 mit dem Leipziger Zentrum.

Bildung[Bearbeiten]

Gymnasium
Grundschule Markkleeberg-Mitte

In Markkleeberg gibt es vier Grundschulen, je eine in Markkleeberg-Ost, Markkleeberg-Mitte, Markkleeberg-West und Großstädeln. In Markkleeberg-West befinden sich eine Oberschule und das Gymnasium, die Rudolf-Hildebrand-Schule mit einem angeschlossenen Internat. Die Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK, FH) hat einen Standort in Markkleeberg.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Kinderhospiz

Im Kees’schen Park befindet sich seit April 2008 das seit 2002 bestehende Kinderhospiz Bärenherz.[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Adolf Lehnert (1862–1948), Bildhauer, lebte und arbeitete ab 1912 in Markkleeberg
  • Leo Rosenberg (1879-1963), Zivilrechtler und Rechtsprofessor an der Universität Leipzig, lebte von 1936 bis 1938 in der Raschwitzer Straße in Markkleeberg
  • Camillo Ugi (1884–1970), Fußballspieler, lebte ab 1921 in Markkleeberg
  • Hans Georg Gadamer (1900–2002), Philosoph und Rektor der Universität Leipzig, lebte von 1941 bis 1947 im Haus Kastanienweg 1
  • Wolfgang Schadewaldt (1900–1974), Literaturwissenschaftler, Altphilologe und Übersetzer, lebte von 1934 bis 1941 im Haus Kastanienweg 1
  • Oskar Baumgarten (1907–2008), Diplomlandwirt und Hochschullehrer, organisierte und leitete die agra Landwirtschaftsausstellung
  • Günter Rössler (1926–2012), Fotograf, lebte und arbeitete in Markkleeberg
  • Oskar Brüsewitz (1929–1976), evangelischer Pfarrer, der mit seiner öffentlichen Selbstverbrennung 1976 in Zeitz Einfluss auf die Kirche und spätere Opposition in der DDR nahm; hatte in der Städtelner Straße 3 eine Schuhmacherwerkstatt
  • Hannes Kästner (1929–1993), Organist an der Thomaskirche Leipzig, geboren in Oetzsch, begraben auf dem Friedhof Markkleeberg, Rathausstraße
  • Zahava Szász Stessel (* 1930), ungarische Zwangsarbeiterin in Markkleeberg und seit 2008 Ehrenbürgerin der Stadt
  • Matthias Brehme (* 1943 in Markkleeberg), Geräteturner, zweifacher Olympiamedaillengewinner im Mannschaftsmehrkampf
  • Horst Köhler (* 1943), Politiker (CDU) und Ökonom, von 2004-2010 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, wohnte von 1945 bis zum Verlassen der DDR 1953 in Markkleeberg-Zöbigker
  • Bernd Klose (* 1948 in Markkleeberg), Politiker (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Markkleeberg 1994–2013
  • Neo Rauch (* 1960), Maler, wohnhaft in Markkleeberg
  • Monika Lazar (* 1967), Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), MdB, aufgewachsen in Markkleeberg
  • Anja Jonas (* 1973), Politikerin (FDP), MdL, wohnhaft in Markkleeberg
  • Oliver Fritzsche (* 1977), Politiker (CDU), MdL, wohnhaft in Markkleeberg
  • Robert Förster (* 1978 in Markkleeberg), Radrennfahrer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.markkleeberg.de/de/startseite/aktuelles/news/obm-Wahl_2013.html
  3. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_ver.prc_ver?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14729260
  4. Tabelle der Landesligen in Sachsen – Sachsenliga (Stand: 20. August 2012)
  5. Kirchgemeinde Markkleeberg-Ost
  6. Kirchgemeinde Markkleeberg-West
  7. Kath. Pfarrei St. Peter & Paul
  8. Kinderhospiz Leipzig. Website der Bärenherz Stiftung, abgerufen am 9. Mai 2012.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stadt Markkleeberg (Hrsg.): Markkleeberg. Geschichte und Wandel. Pro Leipzig Verlag, Leipzig 2009, ISBN 978-3-936508-48-2.
  • Cornelius Gurlitt: Markkleeberg.. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 16. Heft: Amtshauptmannschaft Leipzig (Leipzig Land). C. C. Meinhold, Dresden 1894, S. 81.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Markkleeberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Markkleeberg – Reiseführer