Markt Allhau

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Markt Allhau
Wappen von Markt Allhau
Markt Allhau (Österreich)
Markt Allhau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 32,29 km²
Koordinaten: 47° 17′ N, 16° 5′ O47.29138888888916.080277777778349Koordinaten: 47° 17′ 29″ N, 16° 4′ 49″ O
Höhe: 349 m ü. A.
Einwohner: 1.895 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 59 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7411
Gemeindekennziffer: 1 09 12
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeindestraße 29
7411 Markt Allhau
Website: www.marktallhau.at
Politik
Bürgermeister: Hermann Pferschy (ÖVP)
Gemeinderat: (2012)
(21 Mitglieder)
11
8
2
11 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Markt Allhau im Bezirk Oberwart
Bad Tatzmannsdorf Badersdorf Bernstein Deutsch Schützen-Eisenberg Grafenschachen Großpetersdorf Hannersdorf Jabing Kemeten Kohfidisch Litzelsdorf Loipersdorf-Kitzladen Mariasdorf Markt Allhau Markt Neuhodis Mischendorf Neustift an der Lafnitz Oberdorf im Burgenland Oberschützen Oberwart Pinkafeld Rechnitz Riedlingsdorf Rotenturm an der Pinka Schachendorf Schandorf Stadtschlaining Unterkohlstätten Unterwart Weiden bei Rechnitz Wiesfleck Wolfau BurgenlandLage der Gemeinde Markt Allhau im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Markt Allhau ist eine Marktgemeinde mit 1895 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im südlichen Burgenland im Bezirk Oberwart in Österreich.

Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Alhó.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Südburgenland im Stegersbachtal an der Grenze zur Steiermark.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Allhau Markt und Buchschachen.

Deutscher Ortsname Ungarischer Ortsname Kroatischer Ortsname Roman Ortsname
Buchschachen Őribükkösd - Bujschocha
Markt Allhau Alhó Oljhava Ojhava

Geschichte[Bearbeiten]

Von der urkundlichen Erwähnung bis zur Gründung des Burgenlandes[Bearbeiten]

Der Ort wird im Jahre 1331 urkundlich erwähnt und wurde im 18. Jhdt. zum Markt erhoben.[2] Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Alhó verwendet werden.

Gründung des Burgenlandes[Bearbeiten]

Markt Allhau/Alhó als Teil des Stuhlbezirkes Oberwart/Felsöör im Komitat Eisenburg.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Um jedoch die Übergabe der westungarischen Dörfer an Österreich zu verhindern, bildeten sich im ganzen Land Freischärlergruppen, bei denen aber Angehörige, die aus den betroffenen Gebieten selbst stammten, eher die Ausnahme darstellten. Im Gebiet von Markt Allhau operierte das I. Freischärlerkorps unter dem Kommando von Oberleutnant Arpad Taby, das seinen Kommandositz in Oberwart hatte.[3] Als die österreichische Gendarmerie am 28. August 1921 versuchte mit 11 Kolonnen das Burgenland zu besetzen, wurde die für Markt Allhau vorgesehene Kolonne 8 bereits kurz nach dem Grenzübertritt von den Freischärlern angeschossen, sodass sie sich unverrichteter Dinge wieder auf ihren Ausgangspunkt Hartberg zurückziehen musste. Auch ein zweiter Versuch am nächsten Tag scheiterte am Widerstand der Freischärler.[4] Diese beherrschten nun wieder das Gebiet bis zur steirischen Grenze und riefen unter ihrem Anführer Pál Prónay am 4. Oktober in Oberwart sogar einen Operettenstaat mit dem Namen Lajtabánság/Leitha-Banat aus. Durch das Protokoll von Venedig verpflichtete sich Ungarn schließlich endgültig das Burgenland zu übergeben. So konnte die Landnahme durch das Bundesheer in der Zeit vom 25. bis 30. November ohne Probleme erfolgen. Bereits am ersten Tag dieser Landnahme marschierten Einheiten der österreichischen 4. Brigade des Bundesheeres von Hartberg kommend in Markt Allhau ein, das nun offiziell Teil des neuen Bundeslandes Burgenland wurde.[5]

siehe dazu auch: Landnahme des Burgenlandes und Geschichte des Burgenlandes

Die Zeit des 2. Weltkrieges[Bearbeiten]

Am 7. April 1941 musste eine Bristol Blenheim der jugoslawischen Luftwaffe auf einem Feld in der Nähe von Markt Allhau notlanden. Die Maschine hatte zuvor einen Angriff als Vergeltung für den am Vortag von der Wehrmacht begonnenen Balkanfeldzug auf den Flugplatz Wiener Neustadt geflogen. Dabei wurde sie von der deutschen Flugabwehr derart beschädigt, dass die dreiköpfige Besatzung den Bomber landen musste. Die Männer kamen in deutsche Kriegsgefangenschaft, das Flugzeug war in dieser Phase des Krieges ein seltener Anblick und wurde von vielen Schaulustigen besichtigt, bevor es zerlegt und mit der Bahn mit unbekanntem Ziel abtransportiert wurde.[6]

Am 10. Mai 1944 stürzte ein amerikanischer Boeing B-17 Bomber nach einem Luftkampf mit deutschen Jagdflugzeugen im Gemeindegebiet von Markt Allhau ab. Zwei Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben, während sich acht andere mit dem Fallschirm retten konnten.[7]

Am 6. April 1945 erreichte auch der Bodenkrieg Markt Allhau. Die Rote Armee hatte den Bezirk Oberwart problemlos erobert und nur bei Markt Allhau und Buchschachen versteifte sich entlang der Lafnitz der deutsche Widerstand. Bis zu Kriegsende fielen fast fünfzig deutsche Soldaten bei diesen Kämpfen. Auch die Ortschaft zahlte mit fünf Ziviltoten und vielen zerstörten Häusern einen hohen Preis.

siehe dazu auch: Kämpfe im Bezirk Oberwart 1945

Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg[Bearbeiten]

1971 wurde Buchschachen mit Markt Allhau zusammengelegt. Marktgemeinde ist Markt Allhau seit 1973 (durch VO 5 erfolgte die Weiterverleihung).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Hermann Pferschy (ÖVP), Vizebürgermeister Alfred Lehner (SPÖ). Amtsleiter ist Josef Werner Fleck.

Die Mandatsverteilung (21 Sitze) in der Gemeindevertretung ist: ÖVP 11, SPÖ 8, FPÖ 0, Grüne 0 und andere Listen 2 Mandate.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Markt Allhau

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Markt Allhau – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. DEHIO-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Burgenland. Markt Allhau. Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1976, ISBN 3-7031-0401-5, Seiten 186f.
  3. Gerald Schlag: Aus Trümmern geboren ..., Burgenland 1918 - 1921, Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland (WAB) Band 106, Seite 424, ISBN 3-85405-144-1
  4. Gerald Schlag: Aus Trümmern geboren ..., Burgenland 1918 - 1921, Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland (WAB) Band 106, Seite 406, ISBN 3-85405-144-1
  5. Gerald Schlag: Aus Trümmern geboren ..., Burgenland 1918 - 1921, Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland (WAB) Band 106, Seite 465, ISBN 3-85405-144-1
  6. Notlandung einer Bristol Blenheim bei Markt Allhau 1941, Webseite regiowiki.at, abgerufen am 22. November 2014
  7. Abschuss einer B-17 über Riedlingsdorf 1944, Webseite regiowiki.at, abgerufen am 22. November 2014
  8. Igor Skalé, Webpräsenz von Regiowiki.at