Markt Indersdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Markt Indersdorf
Markt Indersdorf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Markt Indersdorf hervorgehoben
48.36142711.374907471Koordinaten: 48° 22′ N, 11° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Dachau
Höhe: 471 m ü. NHN
Fläche: 68,6 km²
Einwohner: 9693 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85229
Vorwahl: 08136
Kfz-Kennzeichen: DAH
Gemeindeschlüssel: 09 1 74 131
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
85229 Markt Indersdorf
Webpräsenz: www.markt-indersdorf.de
Bürgermeister: Franz Obesser (CSU)
Lage des Marktes Markt Indersdorf im Landkreis Dachau
Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Freising Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis München Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm München Altomünster Bergkirchen Dachau Erdweg Haimhausen Hebertshausen Hilgertshausen-Tandern Karlsfeld Markt Indersdorf Odelzhausen Petershausen Pfaffenhofen an der Glonn Schwabhausen (Oberbayern) Sulzemoos Vierkirchen (Oberbayern) WeichsKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Markt Indersdorf ist ein Markt etwa 35 km nordwestlich von München im oberbayerischen Landkreis Dachau und liegt an der Glonn. „Markt“ ist Bestandteil des Namens der Gemeinde, mit Titel heißt sie Markt Markt Indersdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Rathaus
Glonn bei Indersdorf, im Hintergrund St. Bartholomäus

Der Ort kann auf eine weit über 1000 Jahre währende Geschichte zurückblicken. Markt Indersdorf wurde bereits im Jahre 972 erstmals urkundlich erwähnt, die Ortsteile Langenpettenbach und Glonn sogar bereits in den Jahren 773 bzw. 774.

Das 1120 gegründete Kloster der Augustiner-Chorherren war lange der wirtschaftliche und geistige Mittelpunkt der Umgebung. 1783 von Münchner Kanonikern übernommen, folgten Orden der Salesianerinnen und der Barmherzigen Schwestern und die Erzdiözese München und Freising als Besitzer des Klosters.

Im Jahr 1885 wurde der Name der Gemeinde offiziell von Indersdorf in Markt Indersdorf geändert.[2]

Im vormaligen Kloster der Barmherzigen Schwestern wurde 1938 ein Kinderheim eingerichtet. Hinter den Klostermauern, in der Nähe des Wasserturmes wurde im Jahr 1944 eine "Kinderbaracke" für Säuglinge von ausländischen Zwangsarbeiterinnen aus der Umgebung errichtet. In der Baracke, die vom Aussehen den Baracken des KZ-Dachaus ähnelte, lebten vor allem Kinder von sowjetischen und polnischen Zwangsarbeiterinnen, welche meist durch Missbrauch entstanden. 32 von 63 dort untergebrachten Kindern starben durch mangelhafte Versorgung und Unterernährung. Auf dem sogenannten Bezirksfriedhof an der Maroldstraße, erinnern seit 1987 ein Kreuz und ein Gedenkstein an die 32 Kinder, die nur wenige Tage oder Wochen in der Baracke lebten und hier begraben wurden.[3][4][5]

In den 90er Jahren war die Indersdorfer Diskothek "Powerstation" die Zentrale der sogenanntenAugsburger Diskomafia.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige
Gemeinde
Einw.
(1970)
Datum Anmerkung
Ainhofen 531 1. Januar 1972[7] Eingliederung von 421 der 531 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Weichs
Eichhofen 205 1. April 1971[7]
Frauenhofen 130 1. April 1971[7] Eingliederung von 90 der 130 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Weichs
Glonn 419 1. Januar 1972[7]
Hirtlbach 221 1. Juli 1972[7]
Langenpettenbach 456 1. Januar 1972[7]
Niederroth 742 1. Mai 1978[8]
Pipinsried 444 1. Mai 1978[8] Eingliederung von 93 der 444 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Altomünster
Ried 566 1. April 1971[7]
Westerholzhausen 145 1. April 1971[7]

Ortsteile[Bearbeiten]

Kloster Indersdorf

Aberl, Ainhofen, Ainried, Albersbach, Arnzell, Berg, Brand, Eglersried, Eichhofen, Eichstock, Engelbrechtsmühle, Erl, Frauenhofen, Gittersbach, Glonn, Grainhof, Gundackersdorf, Harreszell, Hartwigshausen, Häusern, Hirtlbach, Hörgenbach, Karpfhofen, Kattalaich, Kleinschwabhausen, Kloster Indersdorf, Kreut, Langenpettenbach, Lanzenried, Lochhausen, Markt Indersdorf, Neuried, Neusreuth, Niederroth, Oberainried, Obergeiersberg, Obermoosmühl, Ottmarshart, Puch, Ried, Riedhof, Schönberg, Senkenschlag, Siechhäusern, Stachusried, Stangenried, Straßbach, Tafern, Tiefenlachen, Unterainried, Untergeiersberg, Untermoosmühle, Wagenried, Weil, Wengenhausen, Westerholzhausen, Weyhern, Wildmoos, Wöhr.

Wappen[Bearbeiten]

Der Zickzackbalken ist das von 1216 bis um 1230 in herzoglichen Siegeln nachweisbare Allodzeichen der Wittelsbacher, das später in verschiedenen Farben in den Wappen landesherrlicher Hausklöster auftaucht. Hier erinnert es daran, dass das 1783 aufgehobene Augustinerchorherrenstift Indersdorf um 1130 von Pfalzgraf Otto I. gegründet wurde und im 12. und 13. Jahrhundert eine bevorzugte Grablege der Wittelsbacher war. Die Feldfarben Silber und Blau unterstreichen die enge Verbindung zum Haus Wittelsbach. Die Löwen mit den verschlungenen Schwänzen sind das apokryphe Wappenbild der ortsadligen Herren von Indersdorf (Undersdorf); 1130 schenkte Otto von Indersdorf sein Gut „Undiesdorf“ als erstes Ausstattungsgut an das Kloster. Sowohl der Zickzackbalken als auch die zwei Löwen finden sich auch in den Indersdorfer Propsteiwappen. Das Dorf Indersdorf wurde 1882 zum Markt erhoben und erhielt anlässlich dieses Aktes ein Marktwappen.

Wappenbeschreibung: Gespalten von Silber und Blau; rechts ein roter Zickzackbalken, links zwei abgewendete, widersehende, golden gekrönte, rot bewehrte goldene Löwen mit verschlungenen Schwänzen.

Wappenführung seit: 1882; Rechtsgrundlage: Verleihung des Wappens durch König Ludwig II.; Beleg: Königliche Entschließung vom 23. April 1882; ehemalige Gemeinden mit eigenem Wappen: Langenpettenbach; Elemente aus Familienwappen: Wittelsbacher, von Indersdorf (Undersdorf)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Markt Indersdorf

Markt Indersdorf bietet zahlreiche Wander- und Radwege, die durch das Glonntal und die abwechslungsreiche Hügellandschaft führen. Außerdem zahlreiche Sporteinrichtungen, Hallen- und Freibad, Märkte, Volksfest, der größte Faschingszug Oberbayerns und gemütliche Biergärten sorgen für Erholung und Abwechslung.

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Empfangsgebäude des Bahnhofs Markt Indersdorf

Der Bahnhof Markt Indersdorf befindet sich im Ortsteil Karpfhofen. Die Bahnstrecke Dachau–Altomünster (S-Bahnlinie A der S-Bahn München) hat hier ihren einzigen zweigleisigen Bahnhof.

Schulen[Bearbeiten]

Verbandsschule Markt Indersdorf, kirchliche Realschule Vinzenz von Paul, Gymnasium Markt Indersdorf

Breitband[Bearbeiten]

Beim Ausbau des schnellen Internets setzt die Gemeinde auf zukunftssichere Glasfaser-Anschlüsse bis ins Haus (FTTB), die Baumaßnahmen beginnen im Frühjahr 2015 und sollen bis Ende 2015 abgeschlossen sein. Das Glasfasernetz - Eigentum der Gemeinde - wird an einen externen Betreiber verpachtet. [9]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Liebhart, Günther Pölsterl: Die Gemeinden des Landkreises Dachau. Dachau 1992, ISBN 3-89251-053-9.
  • Peter Dorner: Indersdorfer Chronik. Paring 2003, ISBN 3-936197-01-6.
  • Hans Holzhaider: Die Kinderbaracke von Indersdorf. In: Frauen. Verfolgung und Widerstand. Hrsg. von Barbara Distel und Wolfgang Benz. München 1993 (Dachauer Hefte 3), S. 116–124.
  • Anna Andlauer: Zurück ins Leben. Das internationale Kinderzentrum Kloster Indersdorf 1945 – 46. ANTOGO Verlag Nürnberg 2011, ISBN 978-3-938286-40-1

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 443.
  3. Bundeswettbewerb für politische Bildung 2004
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 163
  5. Standesamtliche Eintragungen
  6. Der Pate von Indersdorf - Die Zentrale der Augsburger Disco-Mafia war die "Powerstation" in Indersdorf. - (Münchner Merkur vom 4. April 2004)
  7. a b c d e f g h  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 444.
  8. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 570.
  9. http://www.markt-indersdorf.de/AktuellesundBuergerinfo/Breitbandausbau.aspx

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Markt Indersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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