Markt Indersdorf
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern | |
| Landkreis: | Dachau | |
| Höhe: | 471 m ü. NN | |
| Fläche: | 68,6 km² | |
| Einwohner: |
9465 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 138 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 85229 | |
| Vorwahl: | 08136 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DAH | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 1 74 131 | |
| LOCODE: | DE MIF | |
| Adresse der Marktverwaltung: |
Markt Markt-Indersdorf Marktplatz 1 85229 Markt-Indersdorf |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Josef Kreitmeir | |
| Lage des Marktes Indersdorf im Landkreis Dachau | ||
Markt Indersdorf ist ein Markt ca. 35 km nordwestlich von München im oberbayerischen Landkreis Dachau und liegt an der Glonn. „Markt“ ist Bestandteil des Namens der Gemeinde, mit Titel heißt sie Markt Markt Indersdorf.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte[Bearbeiten]
Der Ort kann auf eine weit über 1000 Jahre währende Geschichte zurückblicken. Markt Indersdorf wurde bereits im Jahre 972 erstmals urkundlich erwähnt, die Ortsteile Langenpettenbach und Glonn sogar bereits in den Jahren 773 bzw. 774.
Das 1120 gegründete Kloster der Augustiner-Chorherren war lange der wirtschaftliche und geistige Mittelpunkt der Umgebung. 1783 von Münchner Kanonikern übernommen, folgten Orden der Salesianerinnen und der Barmherzigen Schwestern und die Erzdiözese München und Freising als Besitzer des Klosters.
Im Jahr 1885 wurde der Name der Gemeinde offiziell von Indersdorf in Markt Indersdorf geändert.[2]
Im vormaligen Kloster der Barmherzigen Schwestern wurde 1938 ein Kinderheim eingerichtet. Hinter den Klostermauern, in der Nähe des Wasserturmes wurde im Jahr 1944 eine "Kinderbaracke" für Säuglinge von ausländischen Zwangsarbeiterinnen aus der Umgebung errichtet. In der Baracke, die vom Aussehen den Baracken des KZ-Dachaus ähnelte, lebten vor allem Kinder von sowjetischen und polnischen Zwangsarbeiterinnen, welche meist durch Missbrauch entstanden. 32 von 63 dort untergebrachten Kindern starben durch mangelhafte Versorgung und Unterernährung. Auf dem sogenannten Bezirksfriedhof an der Maroldstraße, erinnern seit 1987 ein Kreuz und ein Gedenkstein an die 32 Kinder, die nur wenige Tage oder Wochen in der Baracke lebten und hier begraben wurden.[3][4][5]
Eingemeindungen[Bearbeiten]
| Ehemalige Gemeinde |
Einw. (1970) |
Datum | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Ainhofen | 531 | 1. Januar 1972[6] | Eingliederung von 421 der 531 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Weichs |
| Eichhofen | 205 | 1. April 1971[6] | |
| Frauenhofen | 130 | 1. April 1971[6] | Eingliederung von 90 der 130 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Weichs |
| Glonn | 419 | 1. Januar 1972[6] | |
| Hirtlbach | 221 | 1. Juli 1972[6] | |
| Langenpettenbach | 456 | 1. Januar 1972[6] | |
| Niederroth | 742 | 1. Mai 1978[7] | |
| Pipinsried | 444 | 1. Mai 1978[7] | Eingliederung von 93 der 444 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Altomünster |
| Ried | 566 | 1. April 1971[6] | |
| Westerholzhausen | 145 | 1. April 1971[6] |
Ortsteile[Bearbeiten]
Aberl, Ainhofen, Ainried, Albersbach, Arnzell, Berg, Brand, Eglersried, Eichhofen, Eichstock, Engelbrechtsmühle, Erl, Frauenhofen, Gittersbach, Glonn, Grainhof, Gundackersdorf, Harreszell, Hartwigshausen, Häusern, Hirtlbach, Hörgenbach, Karpfhofen, Kattalaich, Kleinschwabhausen, Kloster Indersdorf, Kreut, Langenpettenbach, Lanzenried, Lochhausen, Markt Indersdorf, Neuried, Neusreuth, Niederroth, Oberainried, Obergeiersberg, Obermoosmühl, Ottmarshart, Puch, Ried, Riedhof, Schönberg, Senkenschlag, Siechhäusern, Stachusried, Stangenried, Straßbach, Tafern, Tiefenlachen, Unterainried, Untergeiersberg, Untermoosmühle, Wagenried, Weil, Wengenhausen, Westerholzhausen, Weyhern, Wildmoos, Wöhr.
Wappen[Bearbeiten]
Der Zickzackbalken ist das von 1216 bis um 1230 in herzoglichen Siegeln nachweisbare Allodzeichen der Wittelsbacher, das später in verschiedenen Farben in den Wappen landesherrlicher Hausklöster auftaucht. Hier erinnert es daran, dass das 1783 aufgehobene Augustinerchorherrenstift Indersdorf um 1130 von Pfalzgraf Otto I. gegründet wurde und im 12. und 13. Jahrhundert eine bevorzugte Grablege der Wittelsbacher war. Die Feldfarben Silber und Blau unterstreichen die enge Verbindung zum Haus Wittelsbach. Die Löwen mit den verschlungenen Schwänzen sind das apokryphe Wappenbild der ortsadligen Herren von Indersdorf (Undersdorf); 1130 schenkte Otto von Indersdorf sein Gut „Undiesdorf“ als erstes Ausstattungsgut an das Kloster. Sowohl der Zickzackbalken als auch die zwei Löwen finden sich auch in den Indersdorfer Propsteiwappen. Das Dorf Indersdorf wurde 1882 zum Markt erhoben und erhielt anlässlich dieses Aktes ein Marktwappen.
Wappenbeschreibung: Gespalten von Silber und Blau; rechts ein roter Zickzackbalken, links zwei abgewendete, widersehende, golden gekrönte, rot bewehrte goldene Löwen mit verschlungenen Schwänzen.
Wappenführung seit: 1882; Rechtsgrundlage: Verleihung des Wappens durch König Ludwig II.; Beleg: Königliche Entschließung vom 23. April 1882; ehemalige Gemeinden mit eigenem Wappen: Langenpettenbach; Elemente aus Familienwappen: Wittelsbacher, von Indersdorf (Undersdorf)
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Markt Indersdorf
Markt Indersdorf bietet zahlreiche Wander- und Radwege, die durch das Glonntal und die abwechslungsreiche Hügellandschaft führen. Außerdem zahlreiche Sporteinrichtungen, Hallen- und Freibad, Märkte, Volksfest, der größte Faschingszug Oberbayerns und gemütliche Biergärten sorgen für Erholung und Abwechslung.
Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten]
Verkehr[Bearbeiten]
Der Bahnhof Markt Indersdorf befindet sich im Ortsteil Karpfhofen. Die Bahnstrecke Dachau–Altomünster (S-Bahnlinie A der S-Bahn München) hat hier ihren einzigen zweigleisigen Bahnhof.
Schulen[Bearbeiten]
Verbandsschule Markt Indersdorf, kirchliche Realschule Vinzenz von Paul, Gymnasium Markt Indersdorf
Literatur[Bearbeiten]
- Wilhelm Liebhart, Günther Pölsterl: Die Gemeinden des Landkreises Dachau. Dachau 1992, ISBN 3-89251-053-9.
- Peter Dorner: Indersdorfer Chronik. Paring 2003, ISBN 3-936197-01-6.
- Hans Holzhaider: Die Kinderbaracke von Indersdorf. In: Frauen. Verfolgung und Widerstand. Hrsg. von Barbara Distel und Wolfgang Benz. München 1993 (Dachauer Hefte 3), S. 116–124.
- Anna Andlauer: Zurück ins Leben. Das internationale Kinderzentrum Kloster Indersdorf 1945 – 46. ANTOGO Verlag Nürnberg 2011, ISBN 978-3-938286-40-1
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 443.
- ↑ Bundeswettbewerb für politische Bildung 2004
- ↑ Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 163
- ↑ Standesamtliche Eintragungen
- ↑ a b c d e f g h Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 444.
- ↑ a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 570.
Weblinks[Bearbeiten]
- Markt Indersdorf: Wappengeschichte vom HdBG
- Links zum Thema Markt Indersdorf im Open Directory Project
- Markt Indersdorf: Amtliche Statistik des LStDV
- Kirchen und Kapellen im Gebiet von Markt Indersdorf – (Hans Schertl)
- Standortinformationssystem Bayern Markt Indersdorf – Standortportrait und Wirtschaftsdaten
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