Markttiefe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Markttiefe bezieht sich insbesondere auf die Preiskontinuität.[1] Der Begriff wird hauptsächlich im Börsenhandel verwendet. Bei einer hohen Markttiefe kommt es ohne neue Informationen und bei nur kleineren, unlimitierten Aufträgen durch die Existenz von Limitorders und neuen limitierten Aufträgen nur zu marginalen, temporären Preisveränderungen. In Form einer Kennziffer kann die Markttiefe beispielsweise als Steigung des Orderbuchs (zwischen zwei benachbarten Geboten) berechnet werden;[2] Geld- und Briefseite werden selbstverständlich getrennt betrachtet.

Eine hohe Markttiefe stabilisiert die Preise, da ein Kauf oder Verkauf dann eine geringere Preisschwankung verursacht. Weniger volatile Preise geben Anlegern eine höhere Sicherheit beim Tätigen ihrer Investition, und können so zu mehr Transaktionen führen, die wiederum die Markttiefe erhöhen. Diese positive Rückkoppelung ist ein Netzeffekt.

Anschaulich dargestellt bedeutet eine hohe Markttiefe, dass im Orderbuch innerhalb der tick size (zum Beispiel 1 Eurocent) keine Löcher existieren.

Beispiel für die Briefseite:

10.000 Stück  40,10 Euro
     -        ...         („Loch“ im Orderbuch)
 5.000 Stück  40,01 Euro
 5.000 Stück  40,00 Euro

Kauft nun (ceteris paribus) die Geldseite unlimitiert bis zu 10.000 Stück, steigt der Preis „quasi-stetig“ (diskret mit der Ticksize) auf 40,01 Euro für die letzten Aktien an. Ab 10.001 Stück steigt der Preis für die letzte Aktie nun aber sprunghaft auf 40,10 Euro an. Der Markt weist hier nun briefseitg eine eingeschränkte Tiefe auf.

Eng verwandt mit der Markttiefe ist zudem der Begriff der Marktbreite. Die Deutsche Börse verwendet und publiziert zur Liquiditätsbeurteilung von Xetra-Titeln das Xetra-Liquiditätsmaß (XLM)[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian Gärtner: Liquidität am deutschen Kapitalmarkt. ISBN 978-3-8350-0337-8
  2. Lawrence R. Glosten: Is the Electronic Open Limit Order Book Inevitable? In: The Journal of Finance, Jg. 49, Nr. 4 (September 1994), S. 1127–1161.
  3. deutsche-boerse.com