Markus Günther

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Markus Günther (* 15. Dezember 1965 in Bottrop) ist ein deutscher Journalist und Autor. Er schreibt u. a. für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.[1]

Markus Günther studierte Geschichte und Politikwissenschaft in Bochum, Lyon und Montreal und wurde im Fach Neuere Geschichte promoviert. Er war für zahlreiche deutsche und amerikanische Zeitungen tätig, u. a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Los Angeles Times. Von 1995 bis 2000 arbeitete er als EU- und Nato-Korrespondent in Brüssel. Von 2000 bis 2009 berichtete er als Auslandskorrespondent deutscher Tageszeitungen aus Washington D.C..

Von 1. Juli 2009 bis 5. Dezember 2011[2] war Markus Günther Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Der kressreport schrieb über seine Zeit in Augsburg: „Er trat dort mit dem Anspruch an, aus dem Blatt eine politisch ambitionierte, debattenfreudige Regionalzeitung mit überregionaler Geltung zu machen.“[3] Nach dem Tod der Verlegerin Ellinor Holland musste er im Streit mit ihrer Tochter Alexandra Holland die Zeitung verlassen, berichteten Kress Report und newsroom.de übereinstimmend.[4]

Für seine Reportagen wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Arthur F. Burns Fellowship, dem Europapreis der Philip-Morris-Stiftung, dem Mitteldeutschen Journalistenpreis, dem Europapreis der Hanns-Seidel-Stiftung und dem Deutsch-Amerikanischen Journalistenpreis des Auswärtigen Amtes. Im Mai 2007 erhielt er den Arthur F. Burns-Preis für seinen Leitartikel Kriege ohne Sieger.

Er war Mitglied im White House Press Corps. 2007 veröffentlichte er die erste deutschsprachige Obama-Biographie.

2013 erschien sein Essay Hitler und wir, in dem er die deutsche Vergangenheitsbewältigung kritisch hinterfragt und vor neuen totalitären Tendenzen warnt. In demselben Jahr schrieb er die Titelgeschichte der von Gregor Maria Hanke und Peter Seewald herausgegebenen Zeitschrift credo – Ein Magazin zum Jahr des Glaubens.[5]

Für kontroverse Diskussionen sorgte Günthers Essay Nur noch Analphabeten, der am 24. Mai 2014 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschien. Darin warnt er vor einem völligen Zusammenbruch der Lesekultur im digitalen Zeitalter.[6] In weiteren zeitkritischen Essays thematisierte er den modernen Mythos der romantischen Liebe[7] und die Frage, inwieweit Deutschland ein christliches Land ist.[8]

Markus Günther ist Mitglied der Jury des Theodor-Wolff-Preises.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Gesichter Amerikas. Reportagen aus dem Land der unbegrenzten Widersprüche Henslowsky Boschmann Verlag, Bottrop 2006, ISBN 3-922750-63-X
  • Auf dem Weg in die Neue Welt. Die Atlantiküberquerung im Zeitalter der Massenauswanderung 1818-1914 Wißner Verlag; Augsburg 2005, ISBN 3-89639-503-3
  • Barack Obama. Amerikas neue Hoffnung Wißner Verlag; Augsburg 2007, ISBN 3-89639-620-X
  • Hitler und wir. Ein Essay. Herausgegeben von der Buchhandlung am Obstmarkt Augsburg 2013
  • Das Gesicht des Krieges. In: Ernst Jünger: In Stahlgewittern. Mit einem Vorwort von Markus Günther. Augsburg 2013. ISBN 978-3-8289-5783-1
  • Auf den Spuren des Fischers. In Luis Antonio Tagle: Glaube, Liebe, Hoffnung. Vom Christsein in einer globalisierten Welt. Übersetzt und mit einem Nachwort von Markus Günther. Kisslegg 2014. ISBN 978-3863570811

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Bülend Ürük: Prominenter Neuzugang: Markus Günther verstärkt „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Newsroom.de, 24. Juli 2014
  2. Augsburger Allgemeine: Walter Roller ist neuer Chefredakteur. Augsburger Allgemeinen, 5. Dezember 2011; abgerufen am 7. Dezember 2011.
  3. Ex-CR der „Augsburger Allgemeinen“: Markus Günther wird „FAS“-Autor. kressreport, 24. Juli 2015 (Nicht mehr frei abrufbar.)
  4. Bülend Ürük: Die Erbin: Holland in Not. Newsroom.de, 9. November 2012.
  5. Markus Günther: Wo ist Gott? In: Credo 20./24. Juni 2013, S. 60–68 (pdf; 37,2 MB)
  6. Karl-Heinz Karisch: Ausgelesen: Zeit der Buchstaben bald vorbei. Frankfurter Rundschau, 7. August 2014
    Markus Günther! Titanic, 28. Mai 2014
  7. Markus Günther: Egoistische Zweisamkeit: Ersatzreligion Liebe. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. September 2014.
  8. Markus Günther: Krise der Kirche: Ist Deutschland noch ein christliches Land? Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. Dezember 2014.