Markus Günther

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Markus Günther (* 15. Dezember 1965 in Bottrop) ist ein deutscher Journalist und Autor. Er schreibt u. a. für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.[1]

Markus Günther studierte Geschichte und Politikwissenschaft in Bochum, Lyon und Montreal und wurde im Fach Neuere Geschichte promoviert. Er war für zahlreiche deutsche und amerikanische Zeitungen tätig, u. a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Los Angeles Times. Von 1995 bis 2000 arbeitete er als EU- und Nato-Korrespondent in Brüssel. Von 2000 bis 2009 berichtete er als Auslandskorrespondent deutscher Tageszeitungen aus Washington D.C..

Von 1. Juli 2009 bis 5. Dezember 2011[2] war Markus Günther Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Kress Report schrieb über seine Zeit in Augsburg: „Er trat dort mit dem Anspruch an, aus dem Blatt eine politisch ambitionierte, debattenfreudige Regionalzeitung mit überregionaler Geltung zu machen.“[3] Nach dem Tod der Verlegerin Ellinor Holland musste er im Streit mit ihrer Tochter Alexandra Holland die Zeitung verlassen, berichteten Kress Report und newsroom.de übereinstimmend.[4]

Für seine Reportagen wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Arthur F. Burns Fellowship, dem Europapreis der Philip-Morris-Stiftung, dem Mitteldeutschen Journalistenpreis, dem Europapreis der Hanns-Seidel-Stiftung und dem Deutsch-Amerikanischen Journalistenpreis des Auswärtigen Amtes. Im Mai 2007 erhielt er den Arthur F. Burns-Preis für seinen Leitartikel „Kriege ohne Sieger“.

Er war Mitglied im White House Press Corps. Im Herbst 2007 veröffentlichte er die erste deutschsprachige Obama-Biographie. Im Juni 2013 erschien sein Essay „Hitler und wir“, in dem er die deutsche Vergangenheitsbewältigung kritisch hinterfragt und vor neuen totalitären Tendenzen warnt.

Für kontroverse Diskussionen sorgte Günthers Essay „Nur noch Analphabeten“, der am 24. Mai 2014 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschien. Darin warnt er vor einem völligen Zusammenbruch der Lesekultur im digitalen Zeitalter.[5][6]

Markus Günther ist Mitglied der Jury des Theodor-Wolff-Preises.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Gesichter Amerikas. Reportagen aus dem Land der unbegrenzten Widersprüche Henslowsky Boschmann Verlag, Bottrop 2006, ISBN 3-922750-63-X
  • Auf dem Weg in die Neue Welt. Die Atlantiküberquerung im Zeitalter der Massenauswanderung 1818-1914 Wißner Verlag; Augsburg 2005, ISBN 3-89639-503-3
  • Barack Obama. Amerikas neue Hoffnung Wißner Verlag; Augsburg 2007, ISBN 3-89639-620-X
  • Hitler und wir. Ein Essay. Herausgegeben von der Buchhandlung am Obstmarkt Augsburg 2013
  • Das Gesicht des Krieges. In: Ernst Jünger: In Stahlgewittern. Mit einem Vorwort von Markus Günther. Augsburg 2013. ISBN 978-3-8289-5783-1
  • Auf den Spuren des Fischers. In Luis Antonio Tagle: Glaube, Liebe, Hoffnung. Vom Christsein in einer globalisierten Welt. Übersetzt und mit einem Nachwort von Markus Günther. Kisslegg 2014. ISBN 978-3863570811

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. http://www.newsroom.de/news/detail/817326/
  2. Walter Roller ist neuer Chefredakteur. Webseite der Augsburger Allgemeinen. Abgerufen am 7. Dezember 2011.
  3. http://kress.de/alle/detail/beitrag/127186-ex-cr-der-augsburger-allgemeinen-markus-guenther-wird-fas-autor.html
  4. http://www.newsroom.de/news/detail/$HVGSLVKSGMKO/die_erbin_holland_in_not
  5. http://www.fr-online.de/meinung/ausgelesen-zeit-der-buchstaben-bald-vorbei,1472602,28059324.html
  6. http://www.titanic-magazin.de/news/markus-guenther-6509/