Markvippach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
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Markvippach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Markvippach hervorgehoben
51.07888888888911.175172Koordinaten: 51° 5′ N, 11° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sömmerda
Verwaltungs-
gemeinschaft:
An der Marke
Höhe: 172 m ü. NHN
Fläche: 9,18 km²
Einwohner: 551 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99195
Vorwahl: 036371
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 036
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 75
99195 Markvippach
Webpräsenz: www.markvippach.net
Bürgermeisterin: Corinna Herre (CDU)
Lage der Gemeinde Markvippach im Landkreis Sömmerda
Alperstedt Andisleben Beichlingen Bilzingsleben Büchel Buttstädt Buttstädt Eckstedt Ellersleben Elxleben Eßleben-Teutleben Frömmstedt Gangloffsömmern Gebesee Griefstedt Großbrembach Großmölsen Kölleda Großneuhausen Großrudestedt Günstedt Guthmannshausen Hardisleben Haßleben Henschleben Herrnschwende Kannawurf Kindelbrück Kleinbrembach Kleinmölsen Kleinneuhausen Kölleda Mannstedt Markvippach Nöda Olbersleben Ollendorf Ostramondra Rastenberg Riethgen Riethnordhausen (bei Erfurt) Ringleben (bei Gebesee) Rudersdorf Schillingstedt Schloßvippach Schwerstedt Sömmerda Sprötau Straußfurt Udestedt Vogelsberg Walschleben Weißensee Werningshausen Witterda Wundersleben ThüringenKarte
Über dieses Bild

Markvippach ist eine Gemeinde im Landkreis Sömmerda in Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft An der Marke an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Schloßvippach hat.

Geografie[Bearbeiten]

Markvippach liegt an der Vippach im Thüringer Becken, Bachstedt als Ortsteil der Gemeinde an den nordwestlichen Ausläufern des Ettersberges.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wurde die Gemeinde im Jahr 802 urkundlich erwähnt. Sämtliche Erwähnungen aus dieser Zeit können jedoch nicht zweifelsfrei einem bestimmten Siedlungsort zugeordnet werden. Die zusätzliche Ortsbezeichnung „Mark“ zum Namensstamm Vippach ist erstmals in einer erhaltenen Urkunde für das Jahr 1221 nachweisbar. Eine Deutung des Namens erklärt ihn verstümmelnd aus Sanct-Margarethenvitpeche, woraus dann Martvippeche wurde. Im Rechts- und Sachinhalt einer Urkunde des Ernestinischen Gesamtarchivs wird unter Urkunden-Nr. 4311 ein villicus Albertus de Marctvipeche als landgräflicher Richter genannt.

Markvippach wuchs aus einem Ober- und einem Unterdorf zusammen. Der Ort war zeitweise der Sitz der Herren von Schloßvippach, neben diesen hatten auch die Vitzthume von Eckstedt hier ein Rittergut. Die zwei Rittergüter wurden später vereinigt. Erstmals 1387 erwähnt wurde eine mittelalterliche, von einem Graben umgebene Herrenburg. Sie wurde dann um 1620 umgebaut. Schräg gegenüber diesem Alten Schloss (der „Wasserburg“) errichtete man nach einem Brand des Vorgängerbaues 1812 ein Neues Schloss. Dessen Torfahrt und überdachter Durchgang stammten noch von 1780.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten 95 Frauen und Männer aus Polen, Jugoslawien, Russland und der Ukraine in der Landwirtschaft Zwangsarbeit verrichten.[2]

Markvippach lag ab Juli 1945 in der SBZ, später der DDR, und machte entsprechend alle gesellschaftlichen Veränderungen mit, die sich daraus ergaben.

In beiden Schlössern wurden Flüchtlingsfamilien aus den Ostgebieten untergebracht. Danach wurde auf der Grundlage des Befehls 209 der SMAD das Neue Schloss abgerissen. Auf dem Gelände befindet sich heute das kulturelle Zentrum des Ortes. In das Alte Schloss (Wasserburg) zog die LPG ein, welche die Räume teilweise als Ställe nutzte.

Nach der Wiedervereinigung wurden die ältesten Gebäude des Dorfes - die evangelische Pfarrkirche Sankt Andreas sowie das Alte Schloss - vor dem Verfall gerettet. Die um 1500 errichtete und 1992 baupolizeilich gesperrte Kirche wird nach jahrelanger Restaurierung wieder für Gottesdienste verwendet. Im Alten Schloss, das seit 1992 von dem Architekten Dix wiederhergestellt worden ist, befindet sich ein Restaurant.

Nördlich von Markvippach wurden Windkraftanlagen errichtet und bestimmen dort das Landschaftsbild.

Markvippach liegt am Laura-Radweg, der auf der Trasse der früheren Laura-Bahn verläuft. Die Gleise wurden 1946 als Reparationsleistung in die Sowjetunion verbracht.

Wappen[Bearbeiten]

Im Jahre 2011 hat der Gemeinderat den Auftrag zur Entwicklung eines eigenen Wappens an Manfred Fischer aus Unterwellenborn gegeben und einen der vorgelegten Entwürfe, nach einer kleinen Bürgerbefragung im Internet, als offizielles Wappen bestätigt. In das neue Wappen wurde das heraldische Symbol für die Vippach als blaues Band eingebracht, die Namensgebung der Herren von Vippach und der dazu bekannten Sage wird durch den Falken widergespiegelt, der überwiegend landwirtschaftliche Bezug durch die Ähre und Bachstedt wird erwähnt durch die ehemals sächsisch-weimarische Zugehörigkeit der Güter und die Farben Gold-Schwarz als Ausschnitt unter der Ähre.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Altes Schloss oder Wasserburg Markvippach: zweigeschossiger Bruchsteinbau unter Walmdach, teilweise mit Fachwerk ergänzt. Noch Ende des 19. Jahrhunderts war die Burg von einem Wassergraben umgeben und über eine schmale Steinbrücke zugänglich. Das jetzige Gebäude stammt von 1620 und wurde nach 1992 eingehend saniert. Restaurant.
  • Pfarrkirche Sankt Andreas: um 1500 errichtet, nach der Wende aufwendig restauriert

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[4][5]
Wbt.: 78,0 % (2004: 77,8 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
60,7 %
26,8 %
12,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-8,8 %p
-3,7 %p
+12,5 %p

Der Gemeinderat aus Markvippach setzt sich aus 8 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • CDU: 5 Sitze (–1)
  • FWG: 2 Sitze (±0)
  • LINKE: 1 Sitz (+1)

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Corinna Herre (CDU) wurde am 26. Mai 2013 gewählt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Markvippach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 280, ISBN 3-88864-343-0
  3. Bürgerbefragung Wappen für Markvippach. Website der Gemeinde Markvippach, abgerufen am 20. Februar 2012
  4. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2009&zeigeErg=GEM&wknr=068&gemnr=68036
  5. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2004&zeigeErg=GEM&wknr=068&gemnr=68036