Marmor, Stein und Eisen bricht

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Marmor, Stein und Eisen bricht ist der Titel eines Schlagers von Drafi Deutscher aus dem Jahr 1965. Die Melodie schrieb Christian Bruhn, der Text stammt von Günter Loose. Das Stück wurde ein Evergreen und Deutschers größter Erfolg.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Im Oktober 1965 erschien der 19-jährige Drafi Deutscher im Musikverlag Edition Intro Gebrüder Meisel GmbH und trällerte „dam-dam, dam-dam“. Schlagerkomponist Christian Bruhn, der mit dem Verlag zusammenarbeitete, fragte nach der Fortsetzung, worauf Deutscher antwortete: „Det machst du.“[1] Unter dem vorläufigen Arbeitstitel „Marmorstein und Eisen bricht“ schrieb Autor Günter Loose einen Text, Komponist Bruhn sorgte für die Melodie.

Für die Instrumentierung war Drafi Deutschers Begleitband Magics verantwortlich, die aus Walter Stein (Leadgitarre), Lothar Ferchland (Rhythmusgitarre; siehe Papa Binne’s Jazz Band), Andy Nietebock (Bassgitarre) und Tom Wetzel (Schlagzeug) bestand. Wetzels Schlagzeug spielt in der jeweiligen Wiederholung des Refrains – in der Deutscher auch in einer höheren Tonlage singt – einen double-time, also einen verdoppelten Rhythmus innerhalb der unveränderten Taktstruktur. Dabei wird das Schlagzeug von einem Schellenkranz unterstützt. Zwei mit einem minimalistischen Spielen der E-Gitarre unterlegte Powerchords (Grundton - Quinte, hier zum Teil mit Wechsel zwischen Quinte und Sexte) sind das Erkennungszeichen des Songs. Die Akkorde der E-Gitarre wiederholen sich nach dem Intro als Untermalung für die Strophen. Kurz vor dem Refrain setzt dann die zweite E-Gitarre ein. Im Refrain kommen E-Bass und Schlagzeug dazu.

Veröffentlichung und Erfolg[Bearbeiten]

Drafi Deutscher – Marmor, Stein und Eisen bricht

Die Single von „Drafi Deutscher and His Magics“ erschien im Oktober 1965 unter dem Titel Marmor, Stein und Eisen bricht / Das sind die einsamen Jahre (Decca 19735). Sie erreichte am 4. Dezember 1965 erstmals den ersten Rang der deutschen Hitparade, den sie für fünf Wochen beibehielt. Die Platte verkaufte bis April 1966 alleine in Deutschland mehr als 800.000 Exemplare[2] und mit Hilfe der im Mai 1966 nachgeschobenen englischsprachigen Version weltweit über eine Million Mal. Für den US-Markt hatte Marcel Stellman einen englischen Text mit dem Titel Marble Breaks and Iron Bends verfasst, der jedoch nur bis Rang 80 der US-Hitparade vordringen konnte. Auch in Österreich wurde das Stück zum Nummer-eins-Hit, in den Niederlanden kam der Titel bis auf Rang 3.[3]

Coverinfo zufolge existieren 50 Coverversionen, darunter auch Parodien. Der Titel erhielt bei der 14. Verleihung des Löwen von Radio Luxemburg 1965 in Essen die bronzene Version. Ein gleichnamiger Film mit Drafi Deutscher kam am 13. August 1982 in die Kinos, der sich jedoch nur bedingt am Leben Drafi Deutschers orientierte.

Grammatik im Titel[Bearbeiten]

Das Subjekt des Satzes im Titel besteht aus einer Aufzählung, so dass Sprachpuristen die Verbform „bricht“ bemängelten und es durch die Verbform „brechen“ (3. Person Plural) ersetzen wollten.[4] Dadurch wäre jedoch das Reimwort des nachfolgenden Verses („… aber unsere Liebe nicht“) unbrauchbar geworden. Wegen dieses grammatikalischen Fehlers durfte das Lied im Bayerischen Rundfunk lange Zeit nicht gespielt werden. Christian Bruhn verstand die Aufregung nicht, denn schließlich gebe es vieler solcher grammatikalisch falschen Sätze – „Glück und Glas, wie leicht bricht das“, nach Bruhn ein „singularis materialis“. Hiernach ist es erlaubt, dass das Prädikat im Singular verbleiben kann, auch wenn das Subjekt eine Aufzählung darstellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian Bruhn: Marmor, Stein und Liebeskummer, 2005, S. 130
  2. Joseph Murrells: Million Selling Records, 1985, S. 205
  3. Dutch Charts December 1965
  4. Der Spiegel vom 14. Juni 2006, Gebrochener Marmorstein