Marne (Holstein)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Marne
Marne (Holstein)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Marne hervorgehoben
53.9536111111119.00861111111112Koordinaten: 53° 57′ N, 9° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Dithmarschen
Amt: Marne-Nordsee
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 4,83 km²
Einwohner: 5652 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1170 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25709
Vorwahl: 04851
Kfz-Kennzeichen: HEI
Gemeindeschlüssel: 01 0 51 072
Adresse der Amtsverwaltung: Alter Kirchhof 4/5
25709 Marne
Webpräsenz: www.amt-marne-nordsee.de
Bürgermeister: Hans-Joachim Möller (SPD)
Lage der Stadt Marne im Kreis Dithmarschen
Karte

Marne (plattdeutsch: Marn) ist eine Stadt (seit 1891) im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein. Sie ist ein Unterzentrum und Sitz des Amts Marne-Nordsee.

Geografie[Bearbeiten]

Marne ist Zentrum der Dithmarscher Südermarsch.

Name[Bearbeiten]

Marne wurde im 12. Jahrhundert als Myrne genannt, im 15. Jahrhundert als Roden Merne und Roden Marre. Im frühen 16. Jahrhundert taucht die Bezeichnung Marne auf, außerdem 1559 Merne. Der Name stammt aus dem Altsächsischen und bedeutet Siedlung am hohen Ufer.[2]

Politik[Bearbeiten]

Rathaus (links) und Kirche im Ortszentrum.

Von den 19 Sitzen in der Stadtvertretung haben seit der Kommunalwahl 2013 die CDU acht Sitze, die SPD hat fünf Sitze, die Wählergemeinschaft KWV vier Sitze und die FDP sowie DIE LINKE jeweils einen Sitz.[3]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau über durchgehender silberner Zinnenmauer mit offenem Tor, darin ein goldenes Fallgitter, der wachsende, golden nimbierte und gekleidete heilige Matthäus, der ein silbernes Beil mit rotem Griff hält, begleitet beidseitig von je einem silbernen Ring.“[4]

Das heutige Wappen, das 1892 von der Provinzregierung bestätigt wurde, rührt vom ältesten bekannten Bildsiegel des Kirchspiels Marne her, das im Abdruck von 1392 überliefert ist. Es zeigt den heiligen Matthäus mit Nimbus und Buch auf Steinen stehend. Die 1892 hinzugefügten Motive Mauer und Ringe symbolisieren die Marschdeiche. In einem zweiten Siegel aus dem 15. Jahrhundert erscheinen nebeneinander die heilige Maria Magdalena und der heilige Matthäus als Patrone der Marner Kirche mit ihren Attributen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem 28./30. September 1990 besteht eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Burg Stargard (Mecklenburg-Vorpommern).

Architektur[Bearbeiten]

Beim Bau des Marner Rathauses wurde das Büsumer Rathaus als Vorbild genommen. Tatsächlich sehen beide Rathäuser sich sehr ähnlich.

Erzählungen zufolge soll es beim Bau der Maria-Magdalenen-Kirche einen Wettstreit mit dem Meldorfer Dom gegeben haben. Demnach war das Marner Gotteshaus zunächst höher als der Meldorfer Dom. Dieser wurde aber daraufhin schlichtweg ein wenig höher errichtet. Als Folge dieses Wettstreites ging der schmale Kirchenturm der Marner Kirche hervor.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Marne verläuft die B 5 zwischen Husum und Brunsbüttel. Marne liegt an der – seit 1984 stillgelegten – Eisenbahnstichstrecke von der Marschbahn (Abzweig bei St. Michaelisdonn) nach Friedrichskoog. Der Abschnitt von Marne bis Friedrichskoog ist komplett zurückgebaut, während die neun Kilometer lange Strecke zwischen Marne und St. Michaelisdonn heute mit Fahrrad-Draisinen (je nach Wind mit Segelunterstützung) befahren werden kann.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Brauerei Hintz befindet sich mitten im Ortszentrum.

Die ansässige Lebensmittelindustrie verarbeitet Produkte des fruchtbaren Marschbodens.

Die über die Grenzen Deutschlands hinaus vermarktende Firma Friesenkrone konzentriert sich auf die Herstellung von Heringsspezialitäten. Bekannt ist auch die Brauerei Karl Hintz, welche das Bier (Beugelbuddelbeer) traditionell in Bügelverschlussflaschen abfüllt.

In Marne befindet sich die Dithmarscher Niederlassung der BKK Schleswig-Holstein (BKK S-H).

Die Rijk Zwaan Marne AG (ehemalige GZG Marne Saaten AG) züchtet weltweit bekannte Kopfkohlsorten wie Weiß- und Rotkohl.

Kultur und Bildung[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

In Marne sind alle Schularten vertreten: Grund- und Regionalschule einschließlich Schulkindergarten und betreuter Grundschule, Förderschule und Gymnasium. Daneben gibt es auch eine Volkshochschule.

Karneval[Bearbeiten]

Marne ist ein Karnevalszentrum im ansonsten eher karnevalsfernen Schleswig-Holstein. So finden nicht nur in der Saison diverse Karnevalsveranstaltungen statt, sondern die Kleinstadt beherbergt auch den größten Rosenmontagsumzug des Bundeslandes. Beim Karneval in Marne nahmen beispielsweise im Jahr 2008 mehr als 50 Wagen und Gruppen am Rosenmontagsumzug teil, der mehr als 15.000 Besucher anzog.[5] Zwei Tage später veranstaltet die SPD traditionell einen Politischen Aschermittwoch, der im Allgemeinen Politprominenz aus Schleswig-Holstein anzieht.

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Sommer findet nahe Marne jährlich das „Dithmarscher Rockfestival“ statt. Dort traten in den letzten Jahren zunehmend bekannte Bands auf, wie zum Beispiel Selig, Revolverheld, One Fine Day oder Torfrock.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Besonderheit in Marne ist die Maria-Magdalenen-Kirche

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit Marne verbunden[Bearbeiten]

  • Emmy Ball-Hennings (* 1885 in Flensburg; † 1948 Sorengo bei Lugano), Schriftstellerin und Kabarettistin; Theaterengagements zwischen 1906 und 1908[6]
  • Günter Endruweit (* 1939 in Tilsit), deutscher Soziologe, verbrachte dort Teile seiner Schulzeit und machte 1959 Abitur am Marner Gymnasium
  • Philipp Scheidemann (* 1865 in Kassel; † 1939 in Kopenhagen), bedeutender sozialdemokratischer Politiker, Reichstagsabgeordneter der SPD in der Weimarer Republik und Publizist, verkündete am 9. November 1918 von einem Balkon des Reichstagsgebäudes aus den Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreichs und proklamierte die Deutsche Republik; als junger Schriftsetzer in Marne tätig.[7]

Entwicklung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl ist zurzeit rückläufig. Zwischen dem 27. Mai 1970 und dem 31. Dezember 2003 pendelte sie zwischen dem niedrigsten Stand von 5383 (27. Mai 1970) und dem Höchststand 6130 (31. März 2001). Die Einwohnerzahl beträgt aktuell 5830 (30. Juni 2012).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hanswilhelm Haefs: Ortsnamen und Ortsgeschichten in Schleswig-Holstein, S. 164 (Digitalisat)
  3. Stadtvertreter der Stadt Marne
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  5. Marne im närrischen Ausnahmezustand und Narrenzug im süßen und sauren Regen. In: Dithmarscher Landeszeitung vom 6. Februar 2008, S. 18–19
  6. Dieter Pust: „… Marne steht mit seinem kleinen Stadttheater als eines der ersten in der Rubrik Theater unserer Provinz. Emmy Ball-Hennings als Schauspielerin in Marne 1906 bis 1908“. In: Dithmarschen. Landeskunde – Kultur – Natur, Heft 2, Juni 2002, S. 53–62
  7. Philipp Scheidemann: Memoiren eines Sozialdemokraten, Erster Band, ISBN 978-3-942382-37-3, S. 44 ff..