Marocche di Dro

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Das Marocche di Dro

Marocche di Dro bezeichnet ein Bergsturzgebiet, einige Kilometer nördlich des Gardasees in der Valle dei Laghi bei Dro.

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Marocche di Dro sind Teil eines noch größeren Bergsturzgebietes, welches die Einheimischen Le marocche nennen, was etwa mit „Gesteinshalden“ zu übersetzen ist. Die Gesteinsmassen stammen vom Monte Brento (1544 m) und Monte Casale (1632 m). Sie haben in mehreren Abgängen ein etwa acht Kilometer langes und teils über zwei Kilometer breites Gelände im Talboden zwischen Dro und Pietramurata verschüttet. Das Gesamtvolumen der Gesteinsblöcke wird auf rund 1 Milliarde Kubikmeter geschätzt. Wann das Material abstürzte, ist von den Forschern noch nicht hinreichend geklärt. Jedoch wurde mit Hilfe der Radiokohlenstoffmethode festgestellt, dass der erste der Bergstürze sich frühestens zwischen 2950 und 2600 v. Chr. und der letzte (die frana di Kas) frühestens zwischen 400 und 200 v. Chr. ereignete.[1] Die Seen, z.B. der Cavedinesee, die sich dort in der Folge aufgestaut haben, dürften also ein Alter von mehreren Jahrtausenden haben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Scheuber M.: Zur Geologie der Bergsturzmassen im unteren Sarca-Tal; Arb. Inst. Geol. Paläont. Univ. Stuttgart, 1988.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Studio geomorfologico sulle “Marocche” di Dro (Trentino occidentale). M.Bassetti. Studi Trent. Sci. Nat., Acta Geol., 72 (1995): 5-30. Zitiert in: Evoluzione geomorfologia della Bassa Valle dell Adige dall ultimo massimo glaciale: sintesi delle conoscenze e riferimenti ad aree limitrofe (PDF; 4,9 MB). Michele Bassetti, Andrea Borsato. Studi Trent. Sci. Nat., Acta Geol., 82 (2005). S. 36 f..

45.9871310.93718Koordinaten: 45° 59′ 14″ N, 10° 56′ 14″ O