Maronenbauch-Hakenschnabel

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Maronenbauch-Hakenschnabel
Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Tangaren (Thraupidae)
Gattung: Hakenschnäbel (Diglossa)
Art: Maronenbauch-Hakenschnabel
Wissenschaftlicher Name
Diglossa gloriosissima
Chapman, 1912

Der Maronenbauch-Hakenschnabel (Diglossa gloriosissima) ist eine Vogelart aus der Familie der Tangaren (Thraupidae). Das Verbreitungsgebiet dieser endemischen Art ist auf das südamerikanische Land Kolumbien begrenzt. Der Bestand wird von der IUCN als stark gefährdet (Endangered) eingeschätzt.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Der Maronenbauch-Hakenschnabel erreicht eine Körperlänge von etwa 14,5 bis 15 Zentimetern. Der nach oben gewandte schwarze Schnabel hat eine hakenförmige Spitze. Die Augen sind dunkel. Der überwiegende Teil des Gefieders (Oberseite, Flügel, Kehle. Teilbereiche der Brust) des Männchens ist glänzend schwarz. Die Brust und der Bauch sind maronenbraun. Die kleinen Armdecken sind blaugrau. Am Bürzel ist unauffällige schieferfarben. Das Weibchen ist sehr ähnlich. Der Bürzel ist farblich blaugrauer als beim Männchen, während die Schulterflecken etwas grauer wirken.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Der Vogel kommt in den Anden westlich von Popayán vor. Bisher sind drei Orte bekannt, an denen er beobachtet wurde. So wurde er im Páramo de Frontino[2] und am Cerro Paramillo im Departamento Antioquia sowie am Cerro Munchique im Departamento Cauca gesichtet. Sein Habitat befindet sich nahe der Baumgrenze in Höhen zwischen 3000 und 3800 Metern. Dort bewegt er sich in halbfeuchtem bis nassen Gebüschlandschaften und Nebelwäldern, die teilweise sehr nahe an die Vegetation von typischem Páramo grenzt.

Verhalten[Bearbeiten]

Es ist gegenwärtig nicht viel über das Verhalten des Maronenbauch-Hakenschnabel bekannt. Es wird vermutet, dass er sich ähnlich wie der Stahlhakenschnabel (Diglossa lafresnayii) verhält, da manche Autoren die Meinung vertreten, dass es sich um eine Unterart von D. lafresnayii handelt. Einer seiner größten Widersacher, was das Territorium angeht, ist der Schwarzkehl-Hakenschnabel (Diglossa brunneiventris).

Unterarten[Bearbeiten]

Bisher sind zwei Unterarten bekannt, die sich vor allem durch ihre Färbung und Verbreitungsgebiet unterscheiden. Es handelt sich hierbei um:

  • Diglossa gloriosissima gloriosissima Chapman, 1912
  • Diglossa gloriosissima boylei Graves, 1990, Kommt in Páramo de Frontino in Kolumbien vor[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Steven L. Hilty, William L. Brown: A Guide to the Birds of Colombia, Princeton University Press, 1986, S. 593, ISBN 978-0691083728
  • Frank Michler Chapman: Diagnoses of apparently new Columbian Bird, Bulletin American Museum of Natural History, S. 165, 1912[4]
  • John Todd Zimmer: Variation and distribution in two species of Diglossa, The Auk, Vol. 46, Nr. 1, 1929, S. 21-37[5]
  • François Vuilleumier: Systematics and evolution in Diglossa (Aves, Coerebidae) American Museum novitates, Vol. 2381, 1969[6]
  • Gary Russell Graves: A new subspecies of Diglossa gloriosissima (Aves: Thraupinae) from the western Andes of Colombia, Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 103, Ausgaben 4, 1990, S. 262-265

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diglossa gloriosissima in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2010.2. Eingestellt von: BirdLife International, 2008. Abgerufen am 25. August 2010
  2. Proaves Evaluación Avifauna del Páramo de Frontino, Antioquia, Proyecto EBA Evaluación de Biodiversidad en los Andes de Colombia (span.; PDF; 2,2 MB)
  3. Richmond Index Diglossa gloriosissima boylei
  4. Erstbeschreibung im Bulletin American Museum of Natural History Diglossa gloriosissima (engl.; PDF; 4,2 MB)
  5. The Auk Variation and distribution in two species of Diglossa (engl.; PDF; 780 kB)
  6. American Museum novitates No. 2381 Systematics and Evolution in Diglossa (Aves, Coerebidae) (engl.; PDF; 3,6 MB)