Marpingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marpingen
Marpingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marpingen hervorgehoben
49.457.05301Koordinaten: 49° 27′ N, 7° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: St. Wendel
Höhe: 301 m ü. NHN
Fläche: 39,68 km²
Einwohner: 10.366 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 261 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66646
Vorwahlen: 06827, 06853
Kfz-Kennzeichen: WND
Gemeindeschlüssel: 10 0 46 112
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Urexweilerstr. 11
66646 Marpingen
Webpräsenz: www.marpingen.de
Bürgermeister: Werner Laub (SPD)
Lage der Gemeinde Marpingen im Landkreis St. Wendel
Nonnweiler Nohfelden Freisen Tholey Oberthal (Saar) Marpingen Namborn St. Wendel Rheinland-Pfalz Landkreis Merzig-Wadern Landkreis Saarlouis Landkreis NeunkirchenKarte
Über dieses Bild

Marpingen (Saarländisch Maarbinge[2]) ist eine saarländische Gemeinde im Südwesten des Landkreises St. Wendel.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Rande des Naturparks Saar-Hunsrück rund 25 km nördlich der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in vier Gemeindebezirke (Einwohnerzahlen Stand 30. Juni 2012):

Gemeindebezirk Fläche (km²) Einwohner
Alsweiler 9,24 2095
Berschweiler 6,84 1079
Marpingen 12,60 4795
Urexweiler 11,50 2754

Zum Gemeindebezirk Marpingen gehört auch die Siedlung Rheinstraße, zum Gemeindebezirk Urexweiler auch die Siedlung Habenichts.

Ortsteile[Bearbeiten]

Marpingen[Bearbeiten]

Marpingen

Das 12,56 km² große Marpingen (ca. 5.200 Einwohner), der Hauptort der Gemeinde, liegt im Alsbachtal inmitten des hügeligen Hunsrückvorlandes. Vor der Gebiets- und Verwaltungsreform war Marpingen die größte Landgemeinde im Landkreis St. Wendel. Nur wenige Kilometer nördlich des Ortes erhebt sich bei Tholey der markante Schaumberg, der „Hausberg des Saarlandes“. Überregional bekannt wurde Marpingen im sportlichen Bereich (Handball, Tischfußball, Lauftreff, Segelfliegen) und als Pilgerstätte der Volksfrömmigkeit, wo drei Frauen in der Mitte der 1990er-Jahre von Marienerscheinungen berichteten und die seitdem Anhänger aus Deutschland und den Nachbarländern anzogen. Die Römisch-Katholische Kirche erkennt die Erscheinungen offiziell nicht an. Am Ort befinden sich eine Grundschule und eine Gesamtschule. Die vorhandenen Kultur- und Sportstätten (Schulaula, „Schwesternhaus“, zwei Sporthallen, ein Kunstrasenplatz, eine Reithalle, ein Segelflugplatz sowie ausgeschilderte Wander- und Nordic-Walking-Wege) ermöglichen ein reges Vereinsleben im sportlichen und kulturellen Bereich.

Der Ortsteil Marpingen führt im m-förmig gezackten Schild eine heraldische vierblättrige Rose. Die grüne Farbe spricht für die Landesverbundenheit der Einwohner. Die fünfblättrige Rose wurde dem Wappen der Grafen von Blieskastel entnommen. Um 1200 besaßen die Blieskasteler Marpingen als Lehen.

Berschweiler[Bearbeiten]

Berschweiler

Berschweiler ist die südlichste der drei Talsiedlungen des Alstals, zu denen auch Alsweiler und Marpingen zählen. Geologisch gesehen, gehört Berschweiler zum Lebach-Ottweiler-Bergland. Mit rund 1.200 Einwohnern und 6,84 km² Fläche ist er der kleinste der vier Gemeindebezirke. Die Entstehung des Dorfes muss lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1281 liegen, denn 1949 wurden bei einer Ausschachtung Teile einer Steinaxt aus der jüngeren Steinzeit gefunden. Von römischer Zeit zeugen gleich mehrere Funde, unter anderem Reste einer Villa. Auch soll in der unmittelbaren Umgebung von Berschweiler ein mit Kostbarkeiten beladener goldener Wagen vergraben sein.

Seit Einführung der Reformation im Jahr 1575 ist hier die überwiegende Mehrheit der Einwohner evangelisch. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus Wirklichkeit. Die Einweihung des evangelischen Gemeindehauses mit Kirchenraum erfolgte am 19. April 1953. Die katholische Einwohnerschaft konnte am 14. Juni 1953 die Einsegnung ihrer Kirche feiern.

Im Jahre 1993 begann der Naturschutzbund, sich ernsthaft mit der Wiederansiedlung des Bibers im Saarland zu befassen. An der Ill bot sich die Möglichkeit, das Biotopschutzprojekt „Illrenaturierung“ mit dem Artenschutzprojekt „Biberwiederansiedlung“ zu einer idealen Symbiose zu verknüpfen. Nach Biberansiedlungen im Dezember 1994 und Oktober 1995 wurden im Frühjahr 1996 weitere sieben Biber von Sachsen-Anhalt ins Saarland umgesiedelt. Fünf davon fanden ihre neue Heimat in Berschweiler. Zwischenzeitlich hat sich bei den Bibern Nachwuchs eingestellt. Dies kann als sicheres Zeichen dafür gewertet werden, dass sich die Tiere in Berschweiler in ihren Bauten und Dämmen sehr wohlfühlen.

Berschweiler ist eine in bewaldetem Hügelgelände idyllisch gelegene und von Landwirtschaft geprägte Wohngemeinde mit bedeutsamen und gut erhaltenen alten Bauernhäusern und vielen Bächen und Weiheranlagen.

Hier befindet sich auch das Schullandheim der Gemeinde Marpingen mit seinem umfangreichen Angebot. Im Rahmen der „Lokalen Agenda 21“ haben sich gerade in Berschweiler mehrere sehr aktive Arbeitsgruppen gebildet, die das Ortsbild und das –geschehen maßgeblich mitgestalten.

Johann Jakob Dörr, genannt Hanjob

Urexweiler[Bearbeiten]

Urexweiler

Das idyllische Dorf (ca. 3.200 Einwohner) zeichnet sich durch zahlreiche Vereine aus, wie z.B. den DC-Bock 1976, den Sportverein (SVU), Obst- und Gartenbauverein, Wander- und Mandolinenverein, Musikverein Harmonie, Gesangverein Concordia 1878 e.V., Geflügelzuchtverein, Hasenzuchtverein, Tennisclub Urexweiler, Tischtennisclub Urexweiler, und viele mehr. Nach einem alten „Exweller Original“, dem mittlerweile verstorbenen Hanjob, werden auch die Einwohner von Urexweiler heute manchmal scherzhaft so bezeichnet. Eines der bekanntesten und beliebtesten Ereignisse im Dorf ist das sogenannte Exweller Dorffest, es findet jährlich am ersten Wochenende im September statt.

Alsweiler[Bearbeiten]

Alsweiler

In Alsweiler (ca. 2.300 Einwohner) befindet sich das Hiwwelhaus, das älteste noch erhaltene Bauernhaus des Saarlandes. Erbaut wurde es 1712, heute ist es zum Kulturzentrum umgebaut und wird vom Hiwwelhaus e. V. verwaltet. Zu den vielfältigen Veranstaltungen im Hiwwelhaus gehören z. B. Foto- und Kunstausstellungen, Klavier- und Gitarrenkonzerte sowie allgemeinwissenschaftliche Vorträge. Im historischen Teil des Hauses, bietet der „Verein für Heimatkunde e. V.“ Führungen zur Geschichte des Anwesens an.

Nicht selbstständige Siedlungen[Bearbeiten]

Habenichts[Bearbeiten]

Rund zwei Kilometer außerhalb von Urexweiler liegt die historische Siedlung Habenichts.

Rheinstraße[Bearbeiten]

In der Epoche der römischen Kolonisation kreuzten sich im Wareswald in unmittelbarer Nähe des heutigen Alsweiler zwei der vier wichtigsten Durchgangsstraßen jener Zeit: zum einen die Straße von Metz nach Mainz, zum anderen die Verbindung von Trier nach Straßburg, die noch heute als „Rheinstraße“ bezeichnet wird. Es wird vermutet, dass diese Verbindungsstraße nicht von den Römern angelegt, sondern bereits zu der Zeit der Kelten benutzt wurde. Dies belegen auch mehrere Funde aus der keltischen Zeit.

Erschlossen wurde die Rheinstraße, auch bekannt als et Heisje, von einem Vorfahren der Familie Recktenwald, der auf dem heutigen Gebiet der Rheinstraße ein kleines Haus erbaute, worauf auch der genannte Spitzname der kleinen Siedlung zurückgeht. Nach und nach zogen Menschen in die Siedlung, die meist in einem verwandtschaftlichen Verhältnis untereinander standen. Die Siedlung Rheinstraße ist vor allem aufgrund der schönen Wanderlandschaft und wegen des Ausblicks auf das St. Wendeler Land bekannt. Das Friedenskreuz auf der Rheinstraße wurde als Mahnmal und zum Dank für 50 Jahre Frieden in Deutschland von den Bewohnern dieses kleinen Ortsteils 1995 errichtet. An der Rheinstraße befindet sich in herrlicher Lage die Johannis-Kapelle (Stròòßer Kapell). Am 1. Mai findet hier alljährlich das Reiterfest statt, zu dem Menschen aus der ganzen Region kommen. Zudem gibt es einen kleinen Sportplatz, der gelegentlich für lokale Spiele genutzt wird. Hier leben heute ca. 140 Menschen in 44 Häusern.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 1069 mm und liegt damit im oberen Drittel der von den Messstellen des Deutschen Wetterdienstes erfassten Werte. Über 88 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der April; am meisten regnet es im Dezember. Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. 1,6-mal mehr Regen, als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im oberen Drittel. In 68 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Marpingen erfolgte um das Jahr 1084. In einem in Latein verfassten Dokument bestätigte Kaiser Heinrich III., dass ein Ritter namens Emich sein Lehen, das castellum marpedinum, an den Bischof von Verdun übergab. Im Jahre 1984 wurde zu diesem Anlass eine 900-Jahr-Feier durchgeführt. Funde aus der Jungsteinzeit (Klopfstein), der Bronzezeit (Schmuck aus Hügelgrab) und Kriegergräber aus der Keltenzeit beweisen jedoch, dass das Gebiet des heutigen Marpingen schon früher bewohnt wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Alsweiler, Berschweiler (aus dem Landkreis Ottweiler) und Urexweiler eingegliedert.[3] Die vier Blätter der für das neue Wappen gewählten Rose symbolisieren die vier Orte der Gemeinde.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1974–1982: Josef Sartorius (CDU)
  • 1982–1990 Hermann Neis (CDU)
  • seit 1990: Werner Laub (SPD)

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[4]
Wahlbeteiligung: 72,3 % (2004: 71,0 %)
 %
50
40
30
20
10
0
46,6 %
42,9 %
7,4 %
3,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
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-9,5 %p
-1,0 %p
+7,4 %p
+3,1 %p

Die Gemeinderatswahlen vom 7. Juni 2009 führten zu folgendem Ergebnis:

CDU 46,6 % 16 Sitze –3
SPD 42,9 % 14 Sitze ±0
LINKE 7,4 % 2 Sitze +2
GRÜNE 3,1 % 1 Sitz +1

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Marienkapelle
Marienfigur und Rosenkranz an der neu gestalteten Pilgerstätte im Härtelwald

Unsere Liebe Frau von Marpingen[Bearbeiten]

Bei der Lieben Frau von Marpingen handelt es sich um eine barocke Holzskulptur aus dem 18. Jahrhundert. Die 63 Zentimeter hohe Skulptur wird in einer Marienkapelle mit einer Brunnenanlage aufbewahrt. Die Sage berichtet, die Marpinger Dorfbewohner hätten an der Stelle der Kapelle eine hölzerne Marienstatue in einem feuchten Wiesengrund gefunden. Daraus entwickelte sich eine Marienverehrungsstätte, zu der auch Einwohner aus dem Umland pilgerten, um für gutes Wetter zu bitten. Es ist nicht bekannt, aus welchem Grund die ursprüngliche Statue durch die Barockskulptur ersetzt wurde.

Marienkapelle im Härtelwald[Bearbeiten]

Die Gemeinde errichtete 1932 im Härtelwald eine mit Spenden finanzierte Kapelle als Gebets- und Verehrungsstätte zu Ehren Marias, der Mutter Jesu, nachdem es dort 1876 und 1877 Marienerscheinungen gegeben haben soll. Bei den Marienerscheinungen in Marpingen 1876/1877 war zunächst den drei Mädchen Katharina Hubertus, Susanna Leist und Margaretha Kunz am 3. Juli 1876 angeblich die Mutter Gottes erschienen, bald behaupteten andere Kinder und Erwachsene die Jungfrau gesehen zu haben und es gab Berichte über wunderbare Heilungen. Die damals einsetzenden Pilgerfahrten waren wegen des herrschenden Kulturkampfes staatlicherseits massiv unterdrückt worden, kirchlicherseits hatte man deshalb eine fundierte Prüfung der Angelegenheit versäumt. Dennoch setzten sich die Pilgerreisen zumindest regional durch, so dass es zum erwähnten Kapellenbau kam, der hauptsächlich aus Spenden der Pilger finanziert werden konnte. Der Journalist Friedrich Ritter von Lama publizierte 1934 unter dem Titel: „Die Mutter-Gottes-Erscheinungen in Marpingen – Ein Opfer des Kulturkampfes“ ein Buch, das zur Bekanntheit von Marpingen beigetragen hat und in den 1970er Jahren als Reprint erschien.

Am Ort der früheren Erscheinung von 1876 soll Maria zwischen Mai und Oktober 1999 erneut drei Frauen dreizehnmal erschienen sein und ihnen Botschaften übermittelt haben. Am 8. August 1999 pilgerten mehr als 20.000 Menschen an die Kapelle, um dem Ereignis beizuwohnen. Eine Übernatürlichkeit der Erscheinung wird aber von der katholischen Kirche nicht anerkannt, eine kirchenamtliche Untersuchungskommission stellte 2005 Zweifel am behaupteten Erscheinen einer himmlischen Person fest.[5]

Alte Mühle[Bearbeiten]

In dem aus dem Jahr 1836 stammenden, 1999 restaurierten Marpinger Mühlengebäude sind ein Heimatmuseum, eine Begegnungsstätte und ein Café untergebracht.

Alte Grenzsteine[Bearbeiten]

Entlang der Gemeindegrenze von Marpingen zu den Nachbarorten Winterbach, Oberlinxweiler und Remmesweiler in der Wurzelbach verlief früher die Grenze zwischen dem Fürstentum Nassau-Saarbrücken und dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Dort stehen noch etliche große Grenzsteine, die im 18. Jahrhundert errichtet und teilweise wieder restauriert wurden. Auf der einen Seite tragen sie das Wappen von Pfalz-Zweibrücken, auf der anderen Seite die Nassau-Saarbrücker Wolfsangel. Eine kleine Anekdote verbindet sich mit dem Imposantesten dieser Grenzsteine, dem sogenannten Vierbannstein in der Nähe des Wasserwerkes Wurzelbach: Als es nach dem Dreißigjährigen Krieg zu einer Neuordnung der Banne im Raum St. Wendel kommen sollte, fand sich unter anderem auch der Schultheiß von Marpingen ein, dessen Ortsgebiet eigentlich weit ab der erwähnten Stelle endete. Einen Streit zwischen ihm und den Dorfschulzen der näher liegenden Ortschaften löste er damit, dass er seine Hand hob und schwor: „So wahr Gottes Himmel über mir, so ist Marpinger Boden unter mir“. Diesen Schwur konnte er freilich nur deshalb (wahrheitsgemäß) halten, weil er Erde aus seinem Garten in seine Stiefel gefüllt hatte. Der Legende nach erstreckt sich deshalb der Marpinger Bann so weit nach Norden.

Sport[Bearbeiten]

Segelflugplatz[Bearbeiten]

Hauptartikel: Segelfluggelände Marpingen

Das Landesleistungszentrum Segelflug in Marpingen gehört zu den vier bundesdeutschen Leistungszentren dieser Sportart. Alljährlich finden sportliche Wettkämpfe und fliegerische Begegnungen statt, die weit übers Saarland hinaus Beachtung finden. Im Jahre 1995 war Marpingen Austragungsort der 9. Internationalen Europameisterschaften der Frauen im Segelflug.

FC Hellas[Bearbeiten]

Der Fußballverein FC Hellas Marpingen wurde in der Saison 2005/2006 Meister der Landesliga Nord-Ost und damit Aufsteiger in die damals höchste saarländische Fußballliga, die Verbandsliga. In der Saison 2009/10 spielt der FC Hellas wieder in der inzwischen achtklassigen Landesliga Nord-Ost.

Die Frauenmannschaft des FC Hellas Marpingen gehörte in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren zu den stärksten Mannschaften im Saarland und nahmen mehrmals an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil. Der größte Erfolg war dabei der Einzug in das Endspiel von 1978, wo man dem SC 07 Bad Neuenahr unterlag.

DJK St. Michael Marpingen[Bearbeiten]

Die erste Frauenmannschaft des DJK St. Michael Marpingen ist in die Zweite Bundesliga aufgestiegen und spielt in der Saison 2007/08 in der Gruppe Süd. Die Handball-Männer der DJK Marpingen bilden zusammen mit der DJK Oberthal und der DJK Namborn die HSG DJK Nordsaar. Nach einem Jahr in der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saarland spielt die Mannschaft in dieser Saison wieder in der Saarlandliga. Vorsitzender ist der bekannte Urexweiler Norbert Geiger.

DVG Urexweiler[Bearbeiten]

Der Deutscher Verband der Gebrauchshundsportvereine e.V. wurde 1973 gegründet. Hier werden Hundesportarten wie Vielseitigkeitssport, Agility, Turnierhundsport und seit einiger Zeit auch Obedience trainiert. Es werden auch Welpenspielstunden und freies Training angeboten. Die Sportler des Vereins haben schon mehrfach bei Veranstaltungen auf Bundesebene Erfolge gefeiert.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Rosenmontagsumzug in Marpingen[Bearbeiten]

Der Rosenmontagsumzug ist einer der größten im Landkreis und wird jedes Jahr von mehreren Tausend Besuchern verfolgt.

Marienkirmes in Marpingen[Bearbeiten]

Jedes Jahr um den 15. August (Maria Himmelfahrt) wird in Marpingen eine große Kirmes gefeiert, die vier Tage lang tausende Besucher aus der Umgegend anzieht.

Exweller Dorffest[Bearbeiten]

In Urexweiler findet seit 1980, jedes Jahr am ersten Wochenende im September das berühmte „Exweller Dorffest“ statt. Das Fest bietet allerhand kulinarische Spezialitäten und zeichnet sich dadurch aus, dass es nur von ortsansässigen Vereinen gestaltet wird. Federführend für die Ausrichtung ist der „Vereinsring Urexweiler 1976 e. V.“. In ihm sind 33 örtlichen Gruppierungen organisiert, von denen etwa 20 am Dorffest mitwirken. Seit Jahren wird das Fest unter ein Motto gestellt. In dem überwiegend katholischen Ort feiert auch die Kirche Samstags die Vorabendmesse unter dem gleichen Motto wie das Dorffest.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Barbara Esser (* 17. Februar 1902, † 2. Juni 1952), Politikerin (KPD), Reichstagsabgeordnete
  • Bernadette Mac-Nelly (* 1920 in Urexweiler; † 2002 in Baltersweiler), freischaffende Malerin, Designerin, Bühnen- und Kostümbildnerin
  • Richard Dewes, (* 12. Juli 1948), Politiker (SPD), ehemals Innenminister in Thüringen
  • Erwin Glod, (1936–2003), Fußballspieler (1965 Platz 10 mit Borussia Neunkirchen in der 1. Bundesliga)
  • Langhals & Dickkopp, Liedermacher- und Kabarettistenduo aus Marpingen. Sie traten ab Mitte der 80er Jahre unter dem Namen „Harakatz & Ali“ auf; unter anderem gewannen sie den Kabarettpreis „St. Ingberter Pfanne“ (1986).
  • Erich Leist (* 13. Mai 1935), Fußballspieler (1965 Platz 10 mit Borussia Neunkirchen in der 1. Bundesliga)
  • Bernd Franke (* 1948), Fußballspieler (1× Platz 3, 1977 mit Eintracht Braunschweig in der 1. Bundesliga, 1× Platz 2 mit Deutschland bei der WM 1982 als Nationaltorwart)
  • Kristina Barrois (* 1981), Tennisspielerin
  • Rudolf Hinsberger (* 6. März 1943), Politiker (SPD), Landrat des Landkreises Neunkirchen
  • Alois Kunz (* 8. April 1892 in Marpingen, † 23. Oktober 1943 in Auschwitz). Im Oktober 1995 vom Marpinger Gemeinderat als Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus namentlich geehrt. Seine Lebensgeschichte ist Ausgangspunkt des „Alternativen Heimatbuches“.[6]
  • Udo Recktenwald (* 24. August 1962), Politiker (CDU), Landrat des Landkreises St. Wendel

Literatur[Bearbeiten]

  • David Blackbourn: Marpingen : das deutsche Lourdes in der Bismarckzeit. Vereinigung zur Förderung des Landesarchivs Saarbrücken, Saarbrücken 2007, ISBN 978-3-9808556-8-6. Verbesserte Neuauflage von: Wenn ihr sie wieder seht, fragt wer sie sei. Rowohlt, Hamburg 1997.
  • Wilhelm Bungert: Heimatbuch der Gemeinde Marpingen. Marpingen, 1980.
  • Wilhelm Bungert: 900 Jahre Marpingen. Dokumentation über die 900-Jahr-Feier in Marpingen 1984, 1986.
  • Friedrich Ritter von Lama: Die Mutter-Gottes-Erscheinungen in Marpingen – Ein Opfer des Kulturkampfes. Badenia, Karlsruhe 1934, auch im Reprint erschienen.
  • Eberhard Wagner: Marpingen und der Kreis St. Wendel unter dem Hakenkreuz – ein Alternatives Heimatbuch. Röhrig Universitätsverlag St. Ingbert 2008, ISBN 978-3-86110-446-9.
  • Literatur zu Marpingen in der Saarländischen Bibliographie

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marpingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Saarland.de – Fläche und Bevölkerung – Stand: 31.12.2013 (Basis Zensus 2011) (PDF; 0,03 MB) (Hilfe dazu)
  2. Geoplatt (Version vom 13. November 2007 im Internet Archive)
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 809.
  4. http://www.statistikextern.saarland.de/wahlen/wahlen/2009/internet_saar/GR_SL_09/gemeindeergebnisse/k00046/g46112/g_tabelle_46112.html
  5. Der Spiegel, Bericht vom 14. Dezember 2005: Kirche erkennt Marienerscheinungen nicht an
  6. Eberhard Wagner: „Marpingen und der Kreis St. Wendel unter dem Hakenkreuz – Ein alternatives Heimatbuch.“ St. Ingbert: Universitätsverlag Röhrig, 2008. 905 S., 68 Abb. ISBN 978-3-86110-446-9.