Marquardt (Potsdam)

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52.45965712.96458239Koordinaten: 52° 27′ 35″ N, 12° 57′ 52″ O

Marquardt
Landeshauptstadt Potsdam
Höhe: 39 m ü. NN
Einwohner: 1242 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 14476
Vorwahl: 033208
Wappen von Marquardt

Marquardt ist ein Ortsteil von Potsdam, der nördlich des Zentrums liegt. In Marquardt leben etwa 1.200 Einwohner (Stand Ende 2008). Die bis dahin selbstständige Gemeinde wurde am 26. Oktober 2003 im Rahmen der Brandenburgischen Gemeindegebietsreform nach Potsdam eingemeindet.[1]

Lage[Bearbeiten]

Geographie und Charakteristik der Umgebung[Bearbeiten]

Marquardt liegt im Havelland im Bereich der nördlichen Wublitzniederung, in einer von der Weichseleiszeit (der letzten Eiszeit in Norddeutschland) geprägten Landschaft. Die Umgebung ist gewässerreich, es dominiert die Landwirtschaft (je nach Bodenqualität Ackerbau oder Viehzucht), gelegentlich ist das Gebiet durchsetzt von einigen kleinen Waldstücken. Der Boden ist entweder sandig oder (auf Grundmoränen) auch lehmig. In Richtung Süden überwiegen die vom Wasser geprägten Bereiche, im Norden kommen mehr und mehr Reliefunterschiede zutage – das Land wird hügeliger.

Verkehr[Bearbeiten]

Marquardt ist über die A 10, Ausfahrt Potsdam-Nord, und die Bundesstraße 273 erreichbar (letztere verläuft östlich des Ortes jenseits der Eisenbahnlinie des Berliner Außenringes).

Der Ort erhielt erst nach 1945 einen Haltepunkt und ist heute an die Regionalbahn (Linie 21 Potsdam - Golm - Wustermark) angeschlossen sowie in das Potsdamer Busnetz eingebunden. Marquardt liegt im Tarifbereich Potsdam B bzw. Berlin C.

Marquardt liegt nördlich des Sacrow-Paretzer-Kanals, hat aber keinen Hafen. Die Brücke über den Kanal nach Süden Richtung Schlänitzsee und Grube wurde 2003 saniert und ist auch mit einem Fußgängerübergang ausgestattet.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Schloss Marquardt, ein barockes Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, das Anfang des 20. Jahrhunderts durch An- und Umbauten sein heutiges Aussehen erhielt, ist umgeben von einem 1823 nach Plänen Peter Joseph Lennés gestalteten weit verzweigten Park. Ausführlich werden das Schloss und seine Eigentümer von Theodor Fontane im Band Havelland seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg behandelt.
  • Die Dorfkirche wurde anstelle eines abgerissenen Vorgängerbaus 1900/1901 nach Plänen des Berliner Architekten Adolf Stegmüller backsteinsichtig auf kreuzförmigem Grundriss im neuromanischen Stil errichtet.[2][3]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wegen der verkehrsgünstigen Lage verfügt Marquardt über einen Gewerbepark, der weiter ausgebaut werden kann. Die umgebenden landwirtschaftlichen Flächen dienen vor allem dem Obstbau.

Bildung[Bearbeiten]

Die Kirche in Marquardt

Die kurz vor der Eingemeindung geschlossene staatliche Grundschule wurde 2006 als Neue Grundschule Marquardt von einem privaten Träger, der Anerkannten Schulgesellschaft (ASG), wiedereröffnet. Angeschlossen ist die Kindertagesstätte „Seepferdchen“.

Dorfleben[Bearbeiten]

Im Ort gibt es mehrere regelmäßig stattfindende Feste. Dazu gehören das Osterfeuer, meist am Strand im Schlosspark, der Maitanz in der sanierten Kulturscheune, das Kinderfest, das Dorffest sowie das Neptunfest, ebenfalls am Strand.

Kirchliche Organisation[Bearbeiten]

Kirchlich gehört Marquardt zum Pfarrbereich Töplitz (Stadt Werder (Havel), Landkreis Potsdam-Mittelmark)[4].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  2. http://www.vogt-architekt.de/Marquardt/kirche.htm
  3. http://www.kirche-toeplitz.de/html/body_kirchengeschichte_marquardt.html
  4. Pfarrbereich Töplitz

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marquardt (Potsdam) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien