Marquartstein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marquartstein
Marquartstein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marquartstein hervorgehoben
47.75722222222212.465555555556545Koordinaten: 47° 45′ N, 12° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Traunstein
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Marquartstein
Höhe: 545 m ü. NN
Fläche: 13,41 km²
Einwohner:

3.226 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 241 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83250
Vorwahl: 08641
Kfz-Kennzeichen: TS
Gemeindeschlüssel: 09 1 89 129
Gemeindegliederung: 20 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
83250 Marquartstein
Webpräsenz: www.marquartstein.de
Bürgermeister: Andreas Dögerl
Lage der Gemeinde Marquartstein im Landkreis Traunstein
Chiemsee Landkreis Berchtesgadener Land Landkreis Rosenheim Landkreis Altötting Landkreis Mühldorf am Inn Waginger See Wonneberg Waging am See Vachendorf Unterwössen Übersee (Chiemgau) Trostberg Traunstein Traunreut Tittmoning Taching am See Tacherting Surberg Staudach-Egerndach Siegsdorf Seeon-Seebruck Schnaitsee Schleching Ruhpolding Reit im Winkl Pittenhart Petting (Gemeinde) Palling Obing Nußdorf (Chiemgau) Marquartstein Kirchanschöring Kienberg (Oberbayern) Inzell Grassau Grabenstätt Fridolfing Engelsberg Chieming Bergen (Chiemgau) Altenmarkt an der Alz Österreich Österreich ÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Marquartstein ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Traunstein und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Marquartstein. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Piesenhausen, Pettendorf und Niedernfels. Marquartstein ist ein Fremdenverkehrsort, bedingt auch durch den Märchenpark Marquartstein.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Marquartstein mit Piesenhausen und Niedernfels

[Bearbeiten] Geografische Lage

Marquartstein liegt im Chiemgau ca. 10 km südlich des Chiemsees im Tal der Tiroler Achen. Der Fluss teilt den Ort in zwei Hälften. Östlich liegt Alt-Marquartstein mit der Burg Marquartstein, auf der anderen Seite befinden sich die Pfarrkirche Heiligblut und das Rathaus. Die beiden Ortsteile werden durch zwei Brücken miteinander verbunden.

Ungefähr auf der Höhe von Marquartstein öffnet sich das Achental in Richtung Norden.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Die politische Gemeinde Marquartstein hat 20 amtlich benannte Ortsteile[2]:

[Bearbeiten] Geschichte

Die Gründung der Burg Marquartstein fällt in das Jahr 1075. Marquartstein war vor 1803 Sitz eines bayrischen Pflegamts. 1803 erfolgte die Aufhebung des Pfleggerichts Marquartstein und die Eingliederung in das Landgericht Traunstein. 1884 erfolgte der Bau der Lokalbahn Übersee-Marquartstein, die aufgrund der Zementfabrik des Georg Pfann und dessen schnellbindendem Zementprodukt "Egerndach Roman" eine der rentabelsten Bayerns war. Das stark verfallene alte wittelsbachische Pflegeschloss Marquartstein wurde ab 1857 an privat verkauft und durch Cajetan Freiherr von Tautphoeus wieder errichtet. Ab dem 1. April 1938 wurde Marquartstein eine selbständige politische Gemeinde, die aus Teilen der Gemeinden Grassau, Schleching, Unterwössen, Forstbezirk Marquartstein und Forstbezirk Piesenhausen gebildet wurde. 1962 wurden die drei Ortschaften Niedernfels, Pettendorf und Piesenhausen von der Gemeinde Grassau in die Gemeinde Marquartstein umgemeindet. Seit 1978 bilden die Gemeinden Staudach-Egerndach und Marquartstein eine Verwaltungsgemeinschaft mit Sitz in Marquartstein.

[Bearbeiten] Politik

Bürgermeister:

  • 1. Bürgermeister: Andreas Dögerl
  • 2. Bürgermeister: Günter Richter

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: Gespalten; links in Silber ein schwarzer Giebel mit vier Stufen, rechts in Blau zwei gekreuzte silberne Pilgerstäbe, auf der Kreuzung belegt mit einer silbernen Pilgermuschel.

[Bearbeiten] Wirtschaft

[Bearbeiten] Verkehr

Die nächstliegende Autobahn ist die A8 München-Salzburg. Der nächstliegende Bahnhof ist in Übersee am Chiemsee an der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg. Einigen Durchgangsverkehr bringt die B 305 Bernau - Marquartstein - Reit im Winkl, die mitten durch den Ort läuft.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Chiemgau-Klinik in Marquartstein

Neben zahlreichen Handwerksbetrieben, touristischen Einrichtungen wie dem Doppelsessel-Lift auf die Hochplatte und dem Märchen-Erlebnispark (beide in Niedernfels), zahlreichen gastronomischen Betrieben sowie Pensionen und Gaststätten, ist am Ort auch ein mittelständisches Trachtenmode-Unternehmen ansässig. Ein bis heute nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor in der dörflichen Umgebung der Region ist die alteingesessene Chiemgau-Klinik im Ortsteil Geisenhausen, ehemals Kureinrichtung der Deutschen Bundesbahn, heute der „Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See“.

[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen

Bedeutung erlangt der kleine Ort in erster Linie durch seine Schulen. Neben der Grundschule in Marquartstein und der privaten Franz von Sales Schule Schloss Niedernfels im Schloss Niedernfels gibt es südlich der Kreisstadt Traunstein nur hier eine Realschule und ein Gymnasium, das Staatliche Landschulheim Marquartstein mit zugehörigem Internat.

[Bearbeiten] Bauwerke

Hofwirth zur Post

Die historische Burg Marquartstein aus dem Jahre 1075, erbaut durch Ritter Marquart II. befindet sich nach einer kompletten Renovierung in den 1990er-Jahren im Privatbesitz eines Kunst- und Antiquitätenhändlers aus München (keine Besichtigung möglich).

Der Gasthof Hofwirth zur Post gilt als einer der ältesten Gasthöfe im gesamten Chiemgau und wurde vor einigen Jahren aufwändig saniert. Der Komponist Richard Strauss soll hier regelmäßiger Stammgast gewesen sein.

Die Hochplattenbahn ist ein 1973 erbauter 1330 Meter langer Doppelsessellift, der von der auf 560 Meter über NN gelegenen Talstation Marquartstein zur Bergstation auf der Chiemgauer Hochplatte in 1110 Metern Höhe führt. Die Hochplattenbahn wurde von der Firma Doppelmayr erbaut und verfügt über 17 Stützen.

Die bereits um 1637 erbaute Schnappenkirche liegt in 1116 m Höhe auf dem Schnappenberg.


[Bearbeiten] Persönlichkeiten

  • Der Komponist Richard Strauss war oft in Marquartstein und heiratete dort, da die Familie seiner Braut am Ort eine Sommervilla besaß. Auch einige seiner Kompositionen entstanden hier.
  • Der Zentrumspolitiker Heinrich Haslinde starb am 26. November 1958 in Marquartstein.
  • Christoph Probst, Mitglied im engsten Kreis der "Weißen Rose", einer Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus, ging in der Internatsschule Marquartstein zur Schule.
  • Die deutsche Erzählerin und Schriftstellerin Elsa Sophia von Kamphoevener („An Nachtfeuern der Karawan-Serail“) lebte in Marquartstein bei ihrer Freundin Ilse Wilbrandt von 1952 bis zu ihrem Tod 1963.
  • Der Schriftsteller William Quindt verbrachte seinen Lebensabend in Marquartstein, wo er auch starb.
  • Der deutsche Schriftsteller, Übersetzer und Verleger Ilija Trojanow besuchte von 1979 bis 1981 das Landschulheim Marquartstein.
  • Der Schauspieler Richard Lauffen starb 1990 in Marquartstein.
  • Der Fotograf Peter Keetman verstarb am 8. März 2005 in Marquartstein.
  • Die Schauspielerin Elisabeth Wiedemann lebt in Marquartstein.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/204206&attr=OBJ&val=559

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Marquartstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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