Marsal (Moselle)

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Marsal
Wappen von Marsal
Marsal (Frankreich)
Marsal
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Château-Salins
Kanton Vic-sur-Seille
Gemeindeverband Communauté de communes du Saulnois.
Koordinaten 48° 47′ N, 6° 37′ O48.7891666666676.6091666666667205Koordinaten: 48° 47′ N, 6° 37′ O
Höhe 199–307 m
Fläche 11,11 km²
Einwohner 259 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 23 Einw./km²
Postleitzahl 57630
INSEE-Code

Stadttor Porte de France (Außenansicht)

Marsal ist eine französische Gemeinde mit 259 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Moselle in der Region Lothringen. Sie gehört zum Arrondissement Château-Salins, zum Kanton Vic-sur-Seille und zum Kommunalverband Saulnois.

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort liegt im Süden des Département Moselle im Saulnois im Tal der Seille im Becken von Dieuze, acht Kilometer südöstlich von Château-Salins und vier Kilometer östlich von Moyenvic. Die Gemeinde liegt im Regionalen Naturpark Lothringen.

Geschichte[Bearbeiten]

Marsal wurde erstmals 44 n. Chr. genannt (unter Kaiser Claudius i.J.). Von frühester Zeit an spielte die Salzgewinnung (der Name Marsal ist davon abzuleiten) eine entscheidende Rolle. Hinzu kommt die seit der Merowingerzeit bezeugte Münzprägung. Im Hochmittelalter bestand ein Kloster. 1005 schenkte Bischof Adalbero von Metz die Kirche den Benediktinerinnen von Neumünster bei Ottweiler, 1222 wurde das Kloster in ein Kollegialstift umgewandelt (1763 aufgehoben). Im 13. Jahrhundert wurde Marsal erstmals befestigt. 1593 fiel der Ort an Lothringen und damit 1663 an Frankreich. Daraufhin ließ Ludwig XIV. durch Vauban eine moderne Festungsanlage errichten. In der Folgezeit verlor der Ort an Bedeutung. Im Deutsch-Französischen Krieg (1870-1871) wurde die Festung am 14. August 1870 vom II. Bayerische Armee-Korps nach kurzer Beschießung eingenommen. Nach dem Krieg wurde die Befestigung geschleift. 1915–18 und 1940–44 trug Marsal den eingedeutschten Namen Salzmar.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 318 301 287 280 284 289 285

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ostchor der Kirche Saint-Léger

Die Briquetage de la Seille (Ziegelwerk der Seille) ist eine archäologische Fundstelle aus der Eisenzeit, die bis ins 1. Jahrhundert hinein genutzt wurde. Die dort hergestellten Tongefäße wurden zur Salzgewinnung genutzt. Sie liegt an der Seille und erstreckt sich über das Gemeindegebiet von Marsal, Moyenvic und Vic-sur-Seille.[1] Das Gelände wurde 1930 als Monument historique (historisches Denkmal) klassifiziert.[2]

Museum[Bearbeiten]

  • Salzmuseum (Musée départemental du sel) im Obergeschoss des Stadttores (La Porte de France)

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Stadttor La Porte de France
  • Stadtbefestigung
  • Kirche Saint-Léger, (ab 12. Jh.)
  • Kasernen
  • Arsenal

Festung[Bearbeiten]

Trotz der Schleifung hat sich die Vauban'sche Festungsanlage in eindrucksvollen Resten mit sternförmigen Schanzen und Wällen nebst Vorwerken erhalten. In den Festungsgräben lassen sich heute noch die salzhaltigen Quellen ausmachen.

Weinbau[Bearbeiten]

Nachdem im benachbarten Vic-sur-Seille zu Beginn der 1980er Jahre mit dem Gris de Vic (Roséwein in Anlehnung an den Gris de Toul) der im Ersten Weltkrieg aufgegebene Weinbau des Saulnois eine Renaissance feierte, wurden unmittelbar darauf auch einige Weinberge am Südhang des Forêt de Bride bei Marsal wiederbepflanzt (Die Weine werden nur lokal vermarktet).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Guides Gallimard (Hrsg.): Lorraine. Gallimard, Paris 2002, ISBN 978-2742409082, S. 49. (französisch)
  2. Marsal in der Base Mérimée des Ministère de la culture (französisch) Abgerufen am 29. April 2010