Marta Vieira da Silva

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Marta
Marta Vieira da Silva 2010
Informationen über die Spielerin
Voller Name Marta Vieira da Silva
Geburtstag 19. Februar 1986
Geburtsort Dois RiachosBrasilien
Größe 162 cm
Position Sturm
Vereine in der Jugend
2000–2002 CR Vasco da Gama
Vereine als Aktive
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2002–2004
2004–2008
2009
2009
2010
2011
2012–2014
2014
São Martins
Umeå IK
Los Angeles Sol
Santos FC (Leihe)
FC Gold Pride
Western New York Flash
Tyresö FF
FC Rosengård

103 (111)
19 0(10)
14 0(26)
24 0(19)
14 0(10)
32 0(21)
5 0(3)
Nationalmannschaft2
2002– Brasilien 73 0(80)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 7. September 2014
2 Stand: 10. Juli 2011

Marta Vieira da Silva, genannt Marta (* 19. Februar 1986 in Dois Riachos), ist eine brasilianische Fußballspielerin. In der brasilianischen Nationalmannschaft ist sie Stammspielerin im Angriff. Marta war von 2006 bis 2010 fünfmal Weltfußballerin des Jahres und gilt bei vielen Experten als die beste Fußballerin der Welt.[1][2]

Werdegang[Bearbeiten]

Vereinsfußball[Bearbeiten]

Im Alter von 14 Jahren verließ Marta gegen den Willen der Familie ihren Heimatort Dois Riachos, um einer Fußballkarriere nachzugehen. Sie startete ihre Laufbahn zunächst in Rio de Janeiro bei CR Vasco da Gama und spielte später für São Martins.[3] Im Jahr 2004 wechselte Marta mit 18 Jahren zum schwedischen Fußballverein Umeå IK. Marta hatte umgehend Anteil am UEFA-Pokal Sieg Umeås, als sie im Finale gegen den 1. FFC Frankfurt in Hin- und Rückspiel insgesamt drei Tore schoss. In der schwedischen Meisterschaft wurde Marta zusammen mit ihrer Mannschaftskollegin Laura Kalmari mit 22 Treffern Torschützenkönigin und Umeå beendete die Saison auf Rang zwei hinter Djurgården.[4]

In der darauf folgenden Spielzeit trug Marta mit 21 Saisontoren dazu bei, dass Umeå 2005 überlegen schwedischer Meister wurde. Dabei konnte sie gemeinsam mit Therese Lundin erneut die Torschützenkrone gewinnen.[4] Umeå verteidigte den Meistertitel 2006 mit 21 Siegen und einem Unentschieden unbesiegt. Nach der Saison verlängerte Marta ihren Vertrag in Umeå, obwohl ihr unter anderem vom Ligakonkurrenten Linköpings FC ein finanziell wesentlich lukrativeres Angebot vorlag.[5] Im Jahr 2007 erreichte Marta mit Umeå zum zweiten Mal das UEFA-Pokal-Finale, das jedoch gegen den FC Arsenal verloren ging.[6] Außerdem gewann Umeå nach drei Toren von Marta im Finale den schwedischen Pokalwettbewerb und errang zum dritten Mal in Folge die Meisterschaft.[4]

Seit dem Wechsel von Marta nach Schweden war Umeå IK der Publikumsmagnet der Liga. Der Verein bezifferte ihren Marktwert für die Stadt Umeå auf acht Millionen US-Dollar im Jahr.[7] Unter dem Motto „Rettet Marta für Umeå!“ startete der Verein nach der Weltmeisterschaft 2007 eine Kampagne, in der Hoffnung zahlungskräftige Sponsoren zu gewinnen, um mögliche Abwerbungsversuche internationaler Klubs abwehren zu können.[8] Sie verlängerte ihren Vertrag bei Umeå schließlich um ein weiteres Jahr, ließ ihre Pläne darüber hinaus allerdings offen.[9]

Umeå erreichte 2008 erneut das UEFA-Pokal Finale und traf dort auf den 1. FFC Frankfurt. Das Hinspiel, in dem Marta elf Sekunden nach Anpfiff das schnellste Tor der Europapokal-Geschichte erzielte, endete 1:1 unentschieden.[10] Im Rückspiel unterlag Umeå mit 2:3 und scheiterte damit wie im vorangegangen Jahr im Finale.[11] Umeå gewann 2008 zum vierten Mal in Folge die schwedische Meisterschaft und Marta wurde zusammen mit Manon Melis mit 23 Treffern Torschützenkönigin der Liga.[4]

Marta bekundete mehrfach ihr Interesse, in der neu gegründeten Profiliga Women’s Professional Soccer in den USA zu spielen. Im Zuge des Drafts gingen die Rechte, mit ihr in Verhandlungen zu treten, an den Verein Los Angeles Sol. Nach mehrmonatigen Spekulationen gab Marta im Januar 2009 bekannt, in die USA zu wechseln und in Los Angeles einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben zu haben.[12] Mit Los Angeles Sol wurde sie 2009 Vizemeister und gewann den Golden Boot (Torschützenkönigin der Liga).

In der Sommerpause spielte sie zudem drei Monate als Leihgabe für den Santos FC in Brasilien, mit dem sie sowohl die Copa Libertadores Femenina als auch den Copa do Brasil (Brasilianische Meisterschaft) gewann und in beiden Finalspielen Tore schoss.[13][14]

Nachdem Los Angeles Sol im Januar 2010 aufgelöst wurde, spielte Marta in der Saison 2010 für den FC Gold Pride. Mit diesem gewann sie die Meisterschaft und wurde zum zweiten Mal Torschützenkönigin der Liga. Im Anschluss an die Spielzeit wurde das Leihgeschäft mit dem FC Santos wiederholt. Da der FC Gold Pride im November 2010 aufgrund von Finanzproblemen aufgelöst wurde, war Marta Ende 2010 zunächst ohne Verein. In der Saison 2011 spielte sie dann für Western New York Flash und gewann erneut die WPS-Meisterschaft.[15] Nachdem die US-Profiliga die Saison 2012 absagte, wechselte Marta zum schwedischen Verein Tyresö FF.[16] Mit Tyresö gewann sie 2012 die Damallsvenskan und erreichte 2014 das Finale der UEFA Women’s Champions League, verlor dort aber gegen Titelverteidiger VfL Wolfsburg. Nachdem Tyresö in Insolvenz ging, wechselte Marta zum Ligakonkurrenten FC Rosengård.[17]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Marta trägt in der brasilianischen Nationalmannschaft die Nummer 10.

International machte Marta zum ersten Mal 2002 auf sich aufmerksam, als die damals 16-Jährige bei der U-19-Weltmeisterschaft in Kanada mit sechs Toren Brasilien zu einem überraschenden vierten Platz verhalf. 2003 nahm sie für die brasilianische A-Nationalmannschaft an der Südamerika-Meisterschaft in Peru teil und hatte mit vier Treffern Anteil an Brasiliens erfolgreicher Titelverteidigung. Bei der Weltmeisterschaft 2003 in den USA erziele Marta drei Tore; Brasilien erreichte das Viertelfinale, in dem man gegen den späteren Finalisten Schweden ausschied.[3]

Während Marta zuvor hauptsächlich als Nachwuchstalent galt, wurde sie im Verlauf des Olympischen Fußballturniers in Athen 2004 zur großen Entdeckung und zum Star der Seleção. Brasilien scheiterte erst im Finale an den USA und konnte mit der olympischen Silbermedaille den bis dahin größten internationalen Erfolg feiern. Im gleichen Jahr nahm Marta ebenfalls an der U-19-Weltmeisterschaft in Thailand teil und erreichte dort mit Brasilien den vierten Platz. Sie schoss insgesamt drei Tore und wurde zur besten Spielerin des Turniers gewählt.[3]

Marta nahm nicht an der Südamerika-Meisterschaft 2006 teil, in der Brasilien, das lediglich mit einer geschwächten Mannschaft anreiste, nach vier Titeln in Folge zum ersten Mal nur Platz zwei hinter Argentinien belegte. Das Jahr 2007 begann für Marta sehr erfolgreich, als sie die Goldmedaille bei den Panamerikanischen Spielen vor heimischer Kulisse in Brasilien gewann und im Turnier insgesamt 12 Tore erzielte. Dabei besiegte die Seleção im Finale die U-20-Auswahl der USA vor 68.000 Zuschauern im Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro. Durch diesen Titelgewinn erhöhte Marta ihre Popularität vor allem in Brasilien und erhielt besonderes Lob für ihre Leistung von Fußball-Legende Pelé.[18]

Mit der Weltmeisterschaft 2007 in China konnte Marta ihren weltweiten Bekanntheitsgrad deutlich steigern. Besonders ihre Leistung im Halbfinalspiel gegen die USA und ihr dort spektakulär erzieltes Tor zum 4:0 fanden internationale Beachtung. Marta wurde mit sieben Treffern Torschützenkönigin und zur besten Spielerin des Turniers gewählt; Brasilien erreichte zum ersten Mal das Weltmeisterschafts-Endspiel der Frauen und beendete das Turnier als Vize-Weltmeister. Allerdings wurde Marta zur tragischen Figur des Finales, als sie einen Strafstoß, der zum 1:1-Ausgleich gegen Deutschland geführt hätte, vergab.[19]

Beim Olympischen Fußballturnier in Peking 2008 gewann Marta mit Brasilien erneut die Silbermedaille; im Verlauf des Turniers erzielte sie drei Tore. Die Seleção scheiterte wie bereits 2004 im Finale an den USA. Zuvor hatte Brasilien den amtierenden Weltmeister Deutschland im Halbfinale besiegt.[20]

Bei der Weltmeisterschaft 2011 erzielte sie in vier Spielen vier Tore und zog damit in der Liste der besten Torschützinnen mit 14 Toren mit Birgit Prinz gleich. Zwei davon erzielte sie im Viertelfinale gegen die USA, das Brasilien nach einem Last-Minute-Tor zum 2:2 in der Verlängerung durch Abby Wambach im Elfmeterschießen verlor.

Ehrungen[Bearbeiten]

Marta beim Ausführen eines Strafstoßes im Finale der Panamerikanischen Spiele 2007.

Marta wurde seit 2004 bei der Wahl zur FIFA-Weltfußballerin des Jahres achtmal in Folge unter die besten drei Spielerinnen gewählt. Bei der Abstimmung unter den Trainern und Kapitäninnen der Nationalteams der Welt kam sie in den Jahren 2004 und 2005 zunächst auf die Plätze drei und zwei, in den folgenden fünf Jahren konnte sie die Wahl zur Weltfußballerin jeweils gewinnen; dabei verwies sie 2006 die US-Amerikanerin Kristine Lilly auf den zweiten Platz,[21] 2007, 2008, 2009 und 2010 setzte sie sich jeweils mit großem Abstand gegen die Zweitplatzierte Birgit Prinz durch.[22] 2011 wurde sie Zweite hinter der Weltmeisterin Homare Sawa.

Nach dem gewonnenen Finale der Panamerikanischen Spiele 2007 wurde Marta die Ehre zuteil, als erste und bisher einzige Frau ihre Fußabdrücke in der Ruhmeshalle des Estádio do Maracanã neben anderen Größen des brasilianischen Fußballs in Beton verewigen zu dürfen.[23]

Spielweise[Bearbeiten]

Im Spielsystem von Umeå IK genoss Marta große Freiheiten. Während sie nominell als Stürmerin auflief, ließ sie sich im Verlauf eines Spiels häufig in das offensive Mittelfeld zurückfallen, wechselte die Seiten oder wich auf die Flügelpositionen aus. Ihre Spielweise wird dabei vor allem durch ihre große Schnelligkeit und ihre außergewöhnliche Ballbehandlung und Schusstechnik geprägt.[5] Daneben gilt sie als dribbelstark und äußerst torgefährlich, spielt aber zugleich mannschaftsdienlich.[1] So lieferte Marta in der Saison 2008 in 18 Spielen neben ihren 23 Treffern auch 19 Torvorlagen.[4]

In der brasilianischen Nationalmannschaft spielt sie gewöhnlich an der Seite ihrer Sturmpartnerin Cristiane. Auch hier agiert sie nicht als reine Mittelstürmerin, sondern schaltet sich regelmäßig in den Spielaufbau im Mittelfeld ein. In 73 Länderspielen erzielte Marta 80 Tore; dennoch sucht sie trotz ihrer großen Torgefahr nicht bedingungslos den Abschluss und fungiert häufig als Vorlagengeberin für ihre Mitspielerinnen.[2]

Erfolge[Bearbeiten]

Podium der Panamerikanischen Spiele 2007

Nationalmannschaft

Vereinserfolge

Persönliche Auszeichnungen

Rekorde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b dpa. US-Girls haben Respekt vor Brasilianerin Marta. 26. September 2007.
  2. a b Maria Burns Ortiz. Marta unquestionably the best player in the world. ESPNsoccernet. 17. September 2007.
  3. a b c Marta: Das unerschöpfliche Genie (Version vom 4. Juni 2008 im Internet Archive). FIFA.com. 29. November 2007.
  4. a b c d e Allsvenskan - Women (Version vom 22. Oktober 2008 im Internet Archive). Svenskfotboll.se.
  5. a b Rainer Fußgänger. Dann aber kam Marta. FanSoccer. 21. Dezember 2007.
  6. Kevin Ashby. Arsenal gewinnt den UEFA-Pokal (Version vom 14. Mai 2007 im Internet Archive). uefa.com. 29. April 2007.
  7. Short information about Umeå IK (Version vom 21. Juni 2008 im Internet Archive). Umeå IK futboll.
  8. Reinhard Wolff. Moneten für Marta. die tageszeitung. 5. Oktober 2007.
  9. Berend Scholten & Jan Juhlin. Wezemaal aiming for upset. uefa.com. 14. November 2007.
  10. Frankfurt wahrt Triple-Chance. n-tv.de. 17. Mai 2008.
  11. FFC holt UEFA-Pokal. kicker online. 24. Mai 2008.
  12. Sport-Informations-Dienst. Marta erhält Drei-Jahres-Vertrag in den USA. Focus Online. 12. Januar 2009.
  13. 'Sereias da Vila' dão show e Santos é campeão da Libertadores (Portuguese) iG. 18. Oktober 2009. Abgerufen am 2. Dezember 2009.
  14. Santos bate Botucatu e conquista a Copa do Brasil feminina (Portuguese) Estadão. 1. Dezember 2009. Abgerufen am 2. Dezember 2009.
  15. FIFA.com: Marta findet neuen U.S.-Klub (Version vom 1. Februar 2011 im Internet Archive)
  16. Marta wechselt nach Schweden
  17. fifa.com: „Marta wechselt zum Mittag-Klub FC Rosengard“
  18. AP. Pele congratulates Brazilian Pan Ams star Marta. USA Today. 28. Juli 2007.
  19. Sport-Informations-Dienst. Deutschlands Frauen auf dem WM-Thron. Spiegel Online. 30. September 2007.
  20. Peking 2008 - US-Girls glänzen golden (Version vom 24. August 2008 im Internet Archive). Yahoo! Eurosport. 21. August 2008.
  21. dpa. Cannavaro nun auch "Weltfußballer". Focus Online. 19. Dezember 2006.
  22. Ronaldo und Marta sind Weltfußballer des Jahres. Welt Online. 12. Januar 2009.
  23. Marta: "Möchte noch oft bei dieser Gala dabei sein". FIFA.com. 17. Dezember 2007.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marta Vieira da Silva – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgängerin Amt Nachfolgerin
Birgit Prinz Weltfußballerin des Jahres
2006, 2007, 2008, 2009, 2010
Homare Sawa
Vorgängerin Amt Nachfolgerin

Victoria Svensson
Lotta Schelin
Torschützenkönigin der Damallsvenskan
2004, 2005
2008

Lotta Schelin
Linnea Liljegärd