Martha Schrag

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Martha Schrag (* 29. August 1870 in Borna; † 10. Februar 1957 in Karl-Marx-Stadt; vollständiger Name: Juliane Martha Schrag) war eine deutsche Malerin und Grafikerin.

Porträt

Leben[Bearbeiten]

Martha Schrag wurde in Borna als zweite Tochter eines Juristen geboren und verbrachte ihre Kindheit in Dresden. Im Jahr 1884 zog die Familie wegen der Versetzung des Vaters nach Chemnitz. Sie erfuhr keine Förderung ihres Talentes durch das Elternhaus.

1898 gelang es ihr, sich ein Studium an der Malschule für Damen in Dresden zu erstreiten. Ihre Lehrer waren dort Robert Sterl, Wilhelm Georg Ritter, Anton Pepino und Wilhelm Claudius. Nach Abschluss ihres Studiums 1904 kam sie durch erste Ausstellungen in Chemnitz zu Anerkennung. Der einflussreiche Chemnitzer Arzt, Kunstsammler und Rezensent Dr. A. E. Thiele entdeckte ihr großes Talent und förderte sie fortan. So verschaffte er ihr auch Zugang zu einer Chemnitzer Gießerei und Maschinenfabrik. Die dort empfundenen Eindrücke beeinflussten Martha Schrags weiteren Stil und Inhalt ihrer Werke.

1907 schloss sie sich der Künstlergruppe Chemnitz an und stellte mit deren Mitgliedern in verschiedenen deutschen Städten aus. 1908 ging Martha Schrag kurzzeitig auf der Suche nach künstlerischer Inspiration nach München an die Malschule von Albert Weisgerber. Dort begegnete sie auch Werken von Vincent van Gogh, Paul Cézanne und Käthe Kollwitz, die nicht ohne Auswirkung auf ihre Arbeit blieben. In der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg vervollkommnete sie ihre Ausdrucksformen. Motive waren häufig der arbeitende Mensch in der Industriestadt und die von ihm veränderte Landschaft. Während des Krieges tritt die expressionistische Ausdrucksform in den Vordergrund. Ihre Grafiken zeigen tröstende Frauen und den Schrecken des Krieges. Das ausdrucksvollste Werk ihres grafischen Schaffens war die 1920 entstandene Mappe „Stürme“, in der sie Kriegsschrecken im expressionistischen Stil zeigte.

Sie hatte weiter regelmäßig Ausstellungen, z.B. in der Chemnitzer Kunsthütte. Ihre Bekanntheit blieb jedoch regional begrenzt. Durch den Verkauf ihrer Bilder konnte sie kaum den Lebensunterhalt bezahlen, daher betrieb sie noch eine Malschule. Zwischen 1933 und 1945 stellte Martha Schrag kaum noch öffentlich aus. Von ihr wurden 23 Arbeiten aus öffentlichen Sammlungen als „entartete Kunst“ beschlagnahmt. Bei dem Bombenangriff auf Chemnitz im März 1945 wurde ihr Wohnhaus auf dem Chemnitzer Kaßberg und damit ein großer Teil ihres Werkes zerstört.

Trotz ihres stark nachlassenden Sehvermögens malte sie nach dem Krieg weiter. Ihr wurde nun mehr öffentliches Interesse zuteil und sie stellte häufig in Sachsen aus. Anlässlich ihres 80. Geburtstages erhielt sie 1950 die Ehrenbürgerwürde von Chemnitz. Fast erblindet zeichnet Martha Schrag bis zu ihrem Tod am 10. Februar 1957 immer wieder Skizzen mit dem Kohlestift. Ihre letzte Ruhe fand sie auf dem Nikolai-Friedhof in Chemnitz.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Hahn: Leben und Werk der Grafikerin Martha Schrag (1870–1957). Bezirkskunstzentrum Karl-Marx-Stadt, 1982.
  • Ralf W. Müller: Künstlergruppe Chemnitz. Verlag Heimatland Sachsen, 2003, ISBN 3-910186-45-9.
  • Ralf W. Müller: Gemalte Sehnsucht. Martha Schrag, eine Darstellung zu Leben und Werk von Martha Schrag und das Werkverzeichnis ihrer Ölgemälde. Verlag Heimatland Sachsen, 2007, ISBN 978-3-910186-65-1.
  • Georg Brühl: Martha Schrag: Malerin und Grafikerin, in: Tilo Richter (Hg.): Der Kaßberg. Ein Chemnitzer Lese- und Bilderbuch. Passage-Verlag, Leipzig 1996, S. 285–292, ISBN 3-9805299-0-8

Weblinks[Bearbeiten]