Martin AM

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Martin AM Mauler
Martin AM-1 NATC in flight.jpg
Martin AM-1 „Mauler“ des U.S. Naval Test Center
Typ: Jagdbomber
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Glenn L. Martin Company
Erstflug: 26. August 1944
Indienststellung: März 1948
Produktionszeit: 1947 bis 1949
Stückzahl: 151

Die Martin AM Mauler war ein Jagdbomber des US-amerikanischen Flugzeugherstellers Glenn L. Martin Company. Die Maschine wurde zwar noch während des Zweiten Weltkrieges entwickelt, aber aufgrund von Entwicklungsfehlern erst nach dem Krieg von der United States Navy eingesetzt. Insgesamt wurden 151 Maschinen gebaut, die aber nur relativ kurz verwendet wurden. Die Douglas AD Skyraider wurde von der U.S. Navy bevorzugt, da sie wesentlich bessere Flugeigenschaften hatte. 1950 wurde die Mauler aus den Staffeln abgezogen und 1953 auch von den Reserveeinheiten.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwei AM-1 bei der Waffenerprobung

In den 1930er- und frühen 1940er-Jahren unterschied die U.S. Navy zwischen zwei Typen von Flugzeugen auf Flugzeugträgern, dem Torpedobomber und dem Sturzkampfbomber. 1943 wurde diese Trennung aufgegeben und die Navy suchte einen neuen Multifunktionsbomber. Entgegen den früheren Bombern sollte es ein Einsitzer ohne Heckschütze sein und die Geschwindigkeit eines Jägers erreichen können. Martin entwickelte daraufhin den neuen Tiefdecker BTM Mauler (Modell 210).

Der Erstflug des ersten der beiden bestellten Prototypen XBTM-1 erfolgte am 26. August 1944. Anfang 1945 wurde ein Serienauftrag über 750 BTM-1 erteilt. Eigentlich sollte die Maschine bei der Invasion Japans eingesetzt werden, aber die Probleme dauerten bis 1947 an, wobei im Dezember 1946 die erste Serienmaschine flog. Probleme mit dem hinteren Spornrad führten immer wieder zu Rumpfbeschädigungen. Erst 1948 konnte die Maschine für echte Einsätze überhaupt verwendet werden. Die ersten Auslieferungen der auf 99 Maschinen reduzierten Bestellung begannen im März 1948 an die Angriffsstaffel VA-17A auf der Naval Air Station Quonset Point. Die Maschine bekam jetzt ihre Navy-Bezeichnung AM-1. Im Mai 1949 wurden noch einmal 50 Maschinen bestellt, deren letzte im Oktober 1949 fertiggestellt wurden.

Das Flugzeug konnte eine enorme Bombenlast tragen. Ein Martin-Testpilot flog mit drei 1.000-kg-Torpedos, zwölf 227-kg-Bomben und voll aufmunitioniert. Insgesamt trug sie dabei 4.830 kg, dies war ein Rekord für einmotorige Flugzeuge. Auf den Flugzeugträger wurde allerdings die Bombenlast verringert, wodurch sie ihre eigentlichen Qualitäten verlor. Außerdem war sie schwer zu landen und die Piloten gaben den Maschinen den Namen Awful Monsters.

Obwohl die Douglas AD Skyraider kleiner war und weniger Bomben tragen konnte, wurde sie von den Navy-Piloten bevorzugt. 1950 wurde entschieden, die Mauler nur noch von Land aus zu fliegen. Dazu wurden die meisten an Reserveeinheiten überstellt und dienten vorwiegend zu Trainingszwecken. 1953 wurden sie endgültig ausgemustert.[1]

Vier Maschinen überdauerten bis heute und werden im National Museum of Naval Aviation auf der Naval Air Station Pensacola, Florida gelagert. Eine davon ist heute momentan ausgestellt, allerdings gibt es noch eine Reihe unvollständiger Maschinen. Ein Flugzeug blieb bis in die 1980er-Jahre flugfähig und flog für die Commemorative Air Force.

Konstruktion[Bearbeiten]

Die Mauler setzte mit dem 28-Zylinder-Sternmotor Pratt & Whitney R-4360 den stärksten bisher je verwendeten Motor ein. Der Motor war so stark, dass das Flugzeug stark nach rechts zu drehen versuchte und nur schwer zu beherrschen war. Eine direkte Steuerung war schlecht möglich und so unterstützten hydraulische Servomotoren den Piloten. Das Spornradfahrwerk war einziehbar und jeweils einzeln bereift. Die Höhenflossen und die Tragflächen waren trapezförmig, letztere waren für die Unterbringung auf Flugzeugträgern teilweise nach oben klappbar. An den Hinterkanten des Tragflächen waren feingliedrige Luftbremsen angebracht.

Versionen[Bearbeiten]

AM-1Q der US Naval Air Reserve
XBTM-1
Prototypen, zwei gebaut.
AM-1
Serienversion, 149 gebaut (ursprünglich BTM-1).
AM-1Q
Version für elektronische Gegenmaßnahmen mit Elektronikoffizier als zweites Besatzungsmitglied. Dieser war hinter dem Piloten ohne Sichtfenster untergebracht. Zwölf Maschinen gebaut und sechs Umbauten aus AM-1.

Technische Daten[Bearbeiten]

3-Seiten-Riss der AM-1
Kenngröße Daten der AM-1
Länge 12,55 m
Spannweite 15,24 m
Tragflügelfläche 46,08 m²
Höhe 5,13 m
Antrieb ein Sternmotor Pratt & Whitney R-4360 Wasp Major 3.000 PS (2.235 kW)
Höchstgeschwindigkeit 591 km/h
Reichweite 2.897 km
Besatzung ein Pilot
Dienstgipfelhöhe 9.295 m
Leermasse 6.557 kg
Flugmasse 10.608 kg
Bewaffnung vier 20-mm-Kanonen M3 mit je 200 Schuss, 1.800 kg Bomben, insgesamt 2.041 kg Waffenlast an 15 Pylonen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FliegerRevue November 2011, S. 52–55, AM-1 Mauler und P4M Mercator