Martin Allgöwer

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Martin Allgöwer (* 5. Mai 1917 in St. Gallen, Schweiz; † 27. Oktober 2007 in Chur) war ein Schweizer Chirurg, Lehrstuhlinhaber in Basel (1967–1983) und Erfinder der Allgöwer-Naht, einer Modifikation der Donati-Naht mit Ausstichen auf nur einer Wundseite.

Leben[Bearbeiten]

Allgöwer studierte Medizin in Genf, Zürich und Basel und beschäftigte sich nach seinem Studium zunächst mit Zellbiologie, arbeitete dann aber in der chirurgischen Abteilung der Universitätsklinik Basel.

Von 1951 bis 1952 lebte er in den USA, wo er seine Arbeiten über Histologie (Biologie der Gewebe) und Wundheilung fortsetzte. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz beendete er seine Ausbildung zum Allgemeinchirurgen in Basel. Kurz nach seiner Habilitation wurde er Chefarzt in Chur. Im Jahre 1967 wurde Allgöwer zum Professor und Chefarzt der Chirurgischen Abteilung der Universitätsklinik Basel berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1983 tätig war. 1969 wurde er zum Mitglied der Gelehrtenakademie Leopoldina gewählt. Er wurde von den Universitäten Ulm, Uppsala, Belfast und München mit einem Ehrendoktortitel ausgezeichnet und ihm wurde 1987 der Marcel-Benoist-Preis verliehen.

Allgöwer legte großen Wert auf die prä- und postoperative Behandlung. Er galt als technisch exzellenter und innovativer Chirurg und entwickelte neue Methoden, wie die einschichtige End-zu-End-Gefäßanastomose, der Elektrostimulationstest des Nervus vagus, sowie spezielle Verschlussmethoden nach Laparotomie-Inzisionen. Um nach einer Inzision Schäden an der Blutzirkulation der Haut zu minimieren, empfahl er eine möglichst atraumatische Naht-Technik. Als Allgöwer-Naht bezeichnet man eine intrakutanen Rückstichnaht mit spannungsfreier Annäherung der Hautenden.

Der Politiker Walther Allgöwer war sein Bruder.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Lebenslauf von Professor Dr. med. h.c. mult. Martin Allgöwer. In: Der Chirurg. Springer Berlin / Heidelberg, ISSN 0009-4722.

Weblinks[Bearbeiten]