Martin Bäumle

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Martin Bäumle (2007)

Martin Bäumle (* 3. Juni 1964 in Thalwil; heimatberechtigt in Dübendorf, Hombrechtikon und Zürich) ist ein Schweizer Atmosphärenwissenschafter und Politiker (glp). Er ist Nationalrat, Finanzvorsitzender der Stadt Dübendorf und Präsident der Grünliberalen Partei Schweiz.

Biografie[Bearbeiten]

Nach abgeschlossenem Chemiestudium an der ETH Zürich und einem postgradualen Studium als Atmosphärenwissenschafter arbeitete Bäumle im Bereich Luftschadstoff-Messungen und -Analysen, insbesondere von Kohlenwasserstoffen (VOC) als Ozon-Vorläufer und führte seit 2003 eine eigene Einzelunternehmung, die Bäumle Messungen und Beratungen. Seit 2007 ist diese Firma nicht mehr aktiv.

Bäumle ist seit 2011 verheiratet.[1]

Politischer Werdegang[Bearbeiten]

Martin Bäumle wurde durch den WWF und die Atomfrage politisiert.[2] Er ist seit 1981 Mitglied der Gruppe Energie und Umwelt Dübendorf und war von 1986 bis 1990 als Vertreter dieser Gruppe im Vorstand der Grünen Partei des Kantons Zürich. Von 1987 bis 1995 und 1999 bis 2004 war er Mitglied im Zürcher Kantonsrat für den Bezirk Uster und einige Jahre Mitglied der Finanzkommission und Präsident Elektrizitätswerk-Kommission. Von 1998 bis 2004 war er Präsident der Grünen Partei des Kantons Zürich (ab 2002 Co-Präsident). 1990 wurde er in den Gemeinderat (Parlament) und 1998 in den Stadtrat (Exekutive) von Dübendorf gewählt, wo er seither als Finanzvorstand amtet und 2006 und 2010 mit bestem Resultat wiedergewählt wurde.[2]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2003 wurde er für die Grüne Partei des Kantons Zürich in den Nationalrat gewählt, bei den Wahlen 2007 als Mitglied der Grünliberalen Partei wieder gewählt. Auch bei den Wahlen vom 23. Oktober 2011 wurde er im Amt bestätigt. Er ist Mitglied der Umwelt-, Raumplanungs- und Energiekommission (UREK), der Finanzkommission (FK) und war bis 2007 Mitglied der Kommission öffentliche Bauten (KöB).

2004 führte ein Richtungsstreit in der Grünen Partei des Kantons Zürich zu einer Abspaltung des liberaleren Parteiflügels. Martin Bäumle gründete mit Gleichgesinnten die Grünliberale Partei Kanton Zürich und wurde deren Co-Präsident. 2007 scheiterte seine Wahl zum Zürcher Regierungsrat als Nachfolger seiner Parteikollegin Verena Diener. Seit der Gründung der Grünliberalen Partei Schweiz im Juli 2007 ist er deren Präsident.

Bäumle wurde als Mitglied des Dübendorfer Stadtrats von diesem Gremium am 19. Januar 2012[3] schriftlich[4] gerügt, da er im November 2011, unmittelbar vor einer kommunalen Volksabstimmung um den Bau eines Hochhauses, einem Journalisten ohne Wissen und Zustimmung des Stadtrats Betreibungsauskünfte über den Grundeigentümer hatte zukommen lassen.[5][6][7] Aufgrund einer Anzeige des Dübendorfer SVP-Präsidenten, Gemeinde- und Kantonsrats Orlando Wyss eröffnete die Staatsanwaltschaft Anfang Oktober 2012 eine Strafuntersuchung wegen mutmasslicher Verletzung des Amtsgeheimnisses gegen Bäumle.[8]

Positionen[Bearbeiten]

Bäumle setzt sich für eine nachhaltige Politik ein. Den Begriff Nachhaltigkeit definierte er in einem Interview so: «Bei den Ressourcen: nicht mehr verbrauchen, als wir erzeugen. Bei den Finanzen: nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen. Beim Sozialen: nicht mehr versprechen, als wir halten und finanzieren können. Diese drei Bereiche bilden ein Ganzes und sollten sich im Gleichgewicht befinden». Er verneint einen Zusammenhang zwischen «Ökologie und linkem Etatismus» und tritt «für einen starken, aber schlanken Staat, der klare Rahmenbedingungen setzt, nachhaltig wirtschaftet und seine Umwelt nicht zulasten künftiger Generationen ausbeutet» ein.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nico Menzato, Marcel Odermat: Am 11. 11. sagte er JA zu seiner schönen Ukrainerin. In: SonntagsBlick vom 13. November 2011
  2. a b Walter von Arburg: Martin Bäumle: Velo fahrender Schnelldenker im Anzug. Tages-Anzeiger Online / Newsnetz, 16. Februar 2007, abgerufen am 29. November 2010 (PDF; 280 kB).
  3. «Dann hätten wir Bäumle ans Messer geliefert». In: Tages-Anzeiger/Newsnet vom 5. April 2012
  4. Andreas Schürer: Bäumle bleibt standhaft. In: Neue Zürcher Zeitung vom 11. April 2012
  5. Rüge für Martin Bäumle wegen Betreibungsauskunft. In: NZZ Online vom 4. April 2012
  6. Martin Bäumle denkt nicht an Rücktritt. In: Schweizer Fernsehen, 5. April 2012
  7. Vorwürfe im Fall Giessen bereits geklärt. Medienmitteilung der Stadt Dübendorf vom 4. April 2012 (PDF-Datei; 48 kB), (Archiv-Version)
  8. Staatsanwalt ermittelt gegen Martin Bäumle. In: 20 Minuten vom 7. Oktober 2012
  9. «Dann nennen Sie mich eben einen Neoliberalen!» Interview in: Schweizer Monat Ausgabe 987 / Juni 2011 (kostenpflichtig)