Martin Creed

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Martin Creed (* 1968 in Wakefield) ist ein englischer Künstler, der für seine auf der Konzeptkunst der 1960er und 1970er Jahre basierenden Werke bekannt wurde. Er gewann 2001 den Turner Prize.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Martin Creed wurde in Wakefield geboren und wuchs in Glasgow auf. Er studierte von 1986 bis 1990 Kunst an der Slade School of Art am University College London.

Seit 1987 hat Creed seine Werke nummeriert. Die meisten Werktitel beziehen sich sehr direkt auf die Substanz des jeweiligen Werkes. Work No. 79, some Blu-tack kneaded, rolled into a ball and depressed against a wall (1993) ist beispielsweise genau das, was der Titel beschreibt: ein geknetetes Stück Blu-Tack, zu einem Ball gerollt und an eine Wand gedrückt. Zu den bekanntesten Werken Creeds gehört Work No. 200, half the air in a given space (1998), das aus einem Raum besteht, in dem sich so viele Luftballone befinden, dass sie die Hälfte der Luft im Raum enthalten.

In der Öffentlichkeit besonders bekannt wurde das Werk, das Creed für die Ausstellung zum Turner Prize 2001 in der Tate Gallery zeigte, Work No. 227, the lights going on and off. Es bestand aus einem leeren Raum, in dem das Licht regelmäßig ein- und ausgeschaltet wurde. Wie es beim Turner Prize häufig der Fall ist, erregte dies einige Aufmerksamkeit in der Presse, wobei zu einem großen Teil die Frage gestellt wurde, ob ein derartig minimalistisches Werk überhaupt als Kunst angesehen werden kann. Die Künstlerin Jacqueline Crofton bewarf die Wände des Raums aus Protest mit Eiern.[1] Creed gewann den Preis.[2]

1994 gründete Creed die Band Owada. 1997 veröffentlichte sie ihre erste CD, Nothing, bei David Cunninghams Label „Piano“. Auch hier besteht eine sehr direkte Verbindung zwischen den Titeln und dem Werk selbst: in Liedern wie 1-2-3-4 ist der ganze Liedtext bereits im Titel enthalten. Klänge sind auch ein Element von Creeds anderen Werken, beispielsweise unter Verwendung von Türklingeln und Metronomen.

Einige von Creeds Werken verwenden Schriftzüge aus Neonröhren. In diesen Fällen zeigt der Werktitel den Text der Neonschrift an. Dazu gehören Work No. 220, Don't Worry (2000), Work No. 225, Everything Is Going To Be Alright (2000) sowie Work No. 232, the whole world + the work = the whole world (2000), letzteres wurde an der Tate Britain in London angebracht.

2008 (1. Juli bis 16. November) wurde ebenfalls in der Tate Britain Creeds Work No. 850 ausgestellt, das daraus besteht, dass alle 30 Sekunden ein Läufer so schnell wie möglich durch die Galerie rennt.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Youngs, Ian The art of Turner protests (englisch), www.bbc.co.uk, 31. Oktober 2002, abgerufen am 17. August 2008
  2. Turner Prize History (Liste der Preisträger 1984–2006), abgerufen am 17. August 2008
  3. Martin Creed: Work No. 850, 2008. Tate Publishing, London 2008. ISBN 978-1-85437-815-6. (Publikation zur Ausstellung)

Weblinks[Bearbeiten]