Martin Dutzmann

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Martin Dutzmann (* 19. April 1956 in Essen) ist ein deutscher evangelisch-reformierter Theologe. Seit 2005 steht er als 32. Landessuperintendent an der Spitze der Lippischen Landeskirche mit Sitz in Detmold. Parallel dazu bekleidet er seit 2008 auch das Amt des evangelischen Militärbischofs (leitender evangelischer Militärgeistlicher).

Inhaltsverzeichnis

Studium und Beruf[Bearbeiten]

Martin Dutzmann studierte Evangelische Theologie in Marburg, Straßburg und Bonn. Nach dem Vikariat im Kirchenkreis Wetzlar war er ab 1983 Dozent an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, wo er in Praktischer Theologie promovierte. Seit 1987 war er Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Remscheid-Lennep. Von 1995 bis 2005 stand er als Superintendent an der Spitze des Kirchenkreises Lennep in der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Seit Oktober 2005 amtiert er als Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche und ist deren Geistlicher Leiter. Seine Aufgabe in der überwiegend reformiert geprägten Landeskirche entspricht dem Amt des Bischofs in anderen Landeskirchen. Dutzmann wurde für zwölf Jahre als der Nachfolger von dem Landessuperintendent Gerrit Noltensmeier in dieses Amt der viertkleinsten der 22 Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt.

In der rheinischen Kirche wirkte Dutzmann in zahlreichen Gremien mit und leitete einen Ausschuss, der Vorschläge für geänderte Strukturen und drastische Einsparungen erarbeitet. Als Mitglied im Ständigen Theologischen Ausschuss war er an der Konzeption gemeindlicher Arbeit und des Berufsbildes der rheinischen Pfarrer beteiligt.

Martin Dutzmann wurde am 24. September 2008 in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu Berlin vom EKD-Ratsvorsitzenden Bischof Wolfgang Huber in das Amt des evangelischen Militärbischofs eingeführt. Er übernahm dieses Amt vom Oldenburger Bischof Peter Krug.

Dutzmann ist seit 2009 Mitglied des Autorenkreises der Internetplattform Göttinger Predigten im Internet.

Familie[Bearbeiten]

Martin Dutzmann ist mit Annelen Dutzmann (geb. Bauer) verheiratet und hat drei Söhne.[1]

Positionen[Bearbeiten]

In einem Evangelischen Wort zu Krieg und Frieden in Afghanistan, das Dutzmann am 25. Januar 2010 mit dem Vorstand der EKD veröffentlichte, warnt die Evangelische Kirche in Deutschland vor einem bloßen „Weiter so“ in der Afghanistanpolitik. Dies würde dem militärischen Einsatz die friedensethische Legitimation entziehen.[2][3]

In einer "Information für Kirchengemeinden" vom 13. Mai 2013 hat Dutzmann angeregt, bei staatlichen Trauerfeiern für Gefallene der Bundeswehr, die in kirchlichen Räumen stattfinden, das Hausrecht den Feldjägern der Bundeswehr zu übertragen, "um Störungen vermeiden zu können". Die Hannoversche Landeskirche hat sich diese Position inzwischen zu eigen gemacht und allen Kirchengemeinden ein Formblatt zur Übertragung des Hausrechts gesandt (Mitteilung G 13/2013).[4][5]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Gleichniserzählungen Jesu als Texte evangelischer Predigt. Göttingen: Vandenhoeck u. Ruprecht 1990 ISBN 3-525-62323-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Evangelische Militärbischof Dr. Martin DutzmannInternetpräsenz der Evangelischen Militärseelsorge
  2. EKD warnt vor „Weiter so“ FR-online am 26. Januar 2010
  3. „Deutliche Defizite“ am Hindukusch sueddeutsche.de am 25. Januar 2010
  4. Feldjäger als Hausherren unerwünscht Frankfurter Rundschau, 5. Juni 2013
  5. Militär bekommt Hausrecht in der Kirche Ökumenische Initiative zur Abschaffung der Militärseelsorge (abgerufen am 4. Juni 2013)