Martin Elmiger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Martin Elmiger Straßenradsport
Martin Elmiger bei den Vier Tagen von Dünkirchen 2010
Martin Elmiger bei den Vier Tagen von Dünkirchen 2010
zur Person
Geburtsdatum 23. September 1978
Nation SchweizSchweiz Schweiz
zum Team
Aktuelles Team IAM Cycling
Disziplin Straße, Mountainbike, Bahn
Funktion Fahrer
Fahrertyp Allrounder
Verein(e)
1992-1996
1997
1998
1999-2000
RMV Cham-Hagendorn
Cilo-Ciclolinea-Columbus
GS Bianchi-Girostar
GS Seat-Kona-Radio Argovia
Team(s)
2001
2002-2006
2007-2012
2013-
Post Swiss Team
Phonak Cycling Team
Ag2r
IAM Cycling
Wichtigste Erfolge

MaillotSuiza.PNG Schweizer Meister (Straßenrennen) 2001, 2005, 2010
Gewinner Tour Down Under 2007
Gewinner Vier Tage von Dünkirchen 2010

Infobox zuletzt aktualisiert: 2. Juli 2014
Martin Elmiger bei der Tour de France-Teampräsentation 2010 im Schweizer Meistertrikot

Martin Elmiger (* 23. September 1978 in Hagendorn) ist ein Schweizer Radrennfahrer und viermaliger Schweizer Meister.

Karriere[Bearbeiten]

Zeit als Nachwuchsfahrer[Bearbeiten]

Elmiger begann im Jahr 1992 im Alter von dreizehn Jahren in der Schüler-Kategorie bei seinem Heimatverein RMV Cham-Hagendorn mit dem Radsport und konnte in diesem Jahr auch gleich seine ersten beiden Rennen gewinnen. Ab 1993 war der Schweizer parallel auch auf dem Mountainbike unterwegs, mit dem er 1994 Zweiter der Schweizermeisterschaft wurde und auch einige Rennen für sich entscheiden konnte. Erfolge stellten sich jedoch auch auf dem Rennrad ein, unter anderem mit dem Sieg bei der Berner Rundfahrt.

Zur Saison 1995 rückte Elmiger auf der Straße in die Juniorenklasse auf und wurde Teil des Schweizer MTB-Nationalteams, mit dem er auch an der Weltmeisterschaft in Kirchzarten teilnahm. Mit dem Rennrad erreichte er unter anderem den dritten Platz beim Juniorenwettbewerb der Züri Metzgete oder auch den Gesamtsieg bei der Waadtlandrundfahrt, was ihm im folgenden Jahr auch den Sprung in den Schweizer Straßenkader einbrachte. Nach dem dritten Rang bei den nationalen Zeitfahrmeisterschaften und der zweiten Innerschweizermeisterschaft nach 1994 mit dem Mountainbike sowie einer erneuten WM-Teilnahme in Australien wechselte Elmiger 1997 zum Team Cilo-Ciclolinea-Columbus, um seine Zeit als U-23-Fahrer zu beginnen. Hier konnte er aber keinen einzigen Sieg feiern und schloss sich nach nur einem Jahr der GS Bianchi-Girostar an. Dabei gab er zugleich seine Mountainbike-Karriere zugunsten des Straßenrennsports auf.

In seiner ersten Saison bei Bianchi-Girostar gewann er zwei Rennen und war Teil der Schweizer Mannschaft bei der U-23-WM in Valkenburg, im Folge-Jahr stand Elmiger unter anderem bei der Thüringen-Rundfahrt am Start. 2000 fuhr er für die GS Seat-Kona-Radio Argovia. Insgesamt sechs Siege konnte er hier feiern und die U-23-Jahreswertung der Schweiz gewinnen, was ihm einen Platz im WM-Team seiner Heimat einbrachte. Im Straßenrennen von Plouay belegte er den elften Platz.

Beginn seiner Profi-Zeit[Bearbeiten]

Martin Elmiger wurde 2001 Profi beim Post Swiss Team, nachdem er im Vorjahr noch drei Monate als Stagiaire bei Saeco gefahren war. Einen ersten großen Sieg erreichte Elmiger im Juli bei den Schweizer Meisterschaften. Nachdem er zuvor Teil einer eingeholten Ausreißergruppe gewesen war, setzte er sich in der letzten von zwölf Runden noch einmal alleine ab und wurde nicht mehr eingeholt. Erstmals nahm er auch an der Tour de Suisse teil und wurde sogar für das Profirennen der Weltmeisterschaft in Lissabon nominiert.

Nach der Auflösung des Post Swiss Teams unterschrieb Elmiger bei der Schweizer Top-Mannschaft und späteren ProTour-Team Phonak. Nach ersten Top-Zehn-Ergebnissen zum Saisonstart 2002 bei der Vuelta Valenciana oder der Bicicleta Vasca wurde er Dritter im Prolog der Tour de Romandie und Fünfter auf der dritten Etappe. Seinen ersten Profisieg konnte er dann beim Circuito de Getxo in Spanien feiern, wo er ein Jahr später als Zweiter seinen Titel fast verteidigen konnte. Im August wurde er Vierter beim GP Ouest France.

Seinen einzigen Sieg in der Saison 2003 fuhr Elmiger in seiner Heimat beim GP Kanton Aargau in Gippingen heraus. Zweite Plätze sammelte er auf der zweiten Etappe der Tour de Romandie sowie bei Mailand-Vignola. Gute Ergebnisse auch bei der Sachsen Tour und dem Giro del Lazio brachten Elmiger eine erneute Selektion für das Straßenrennen der Weltmeisterschaft in Hamilton ein, wo er 13. wurde.

2004 zeigte er zu Beginn des Jahres auch seine Qualitäten als Rundfahrer und belegte Platz elf bei Tirreno-Adriatico. Beim Grand Prix Pino Cerami in Belgien musste er sich nur dem Solosieger Nico Sijmens geschlagen geben, im Prolog der Tour de Romandie wurde er wieder Dritter. Einen Monat darauf, Ende Mai, folgte auf der dritten Etappe der Tour de Languedoc-Roussillon endlich sein erster Saisonsieg. Bei den Schweizermeisterschaften belegte er Platz sieben im Einzelzeitfahren sowie Rang fünf im Straßenrennen. Kurz darauf stand mit der Tour de France auch seine erste Grand Tour auf dem Programm, die er als 108. beenden konnte. Danach nahm er für sein Land an den Olympischen Spielen teil. Das Jahr endete für Elmiger mit Platz drei beim GP Kanton Aargau und Platz zwei bei Paris-Bourges.

In der Saison 2005 startete er unter anderem an der Flandern-Rundfahrt und der Tour de Suisse (einmal Etappensechster). Der größte Erfolg dieses Jahres war für Elmiger neben der Silbermedaille im Zeitfahren der Schweizermeisterschaft in Cham sein zweiter Meistertitel auf der Straße nach 2001, den er im Sprint gegen Mitausreißer Alexandre Moos erobern konnte. Die Frankreich-Rundfahrt stand 2005 nicht in Elmigers Rennverlauf, und so bestritt er stattdessen die Tour de Wallonie, wo er einmal Etappensiebter werden konnte. Nach dem sechsten Rang bei den HEW Cyclassics in Hamburg absolvierte er dann zum ersten Mal in seiner Laufbahn die Vuelta a España. Hier zeigte er sich auf dem neunzehnten Tagesabschnitt in der Fluchtgruppe des Tages, musste sich jedoch Heinrich Haussler im Sprint geschlagen geben. Bei der folgenden Weltmeisterschaft in Madrid wurde er Zehnter, danach noch Achter der Lombardei-Rundfahrt zum Saisonabschluss.

Das Jahr 2006 begann der amtierende Schweizer Meister fast mit einem Sieg: Bei der Mallorca Challenge musste er sich im ersten Rennen im Massensprint nur Isaac Galvez geschlagen geben, vier Tage später wurde er Fünfter. Nach Teilnahmen an der Kalifornien-Rundfahrt sowie Paris-Nizza konnte er sich bei Mailand-Sanremo als Neunter platzieren. Dann stand Elmiger nach den anderen Frühjahrsklassikern erstmals beim Giro d'Italia am Start. Schließlich bereitete er sich über die Tour de Suisse, die Tour de Wallonie, die Eneco Tour und die Clásica San Sebastián auf die Weltmeisterschaft in Salzburg vor, wo er Vierzehnter werden konnte. Die Züri Metzgete Anfang Oktober war danach sein letztes Rennen für das Team Phonak, da der Rennstall zum Jahresende aufgelöst wurde.

Bei der französischen Equipe Ag2r La Mondiale erhielt Elmiger einen Vertrag zur Saison 2007. Gleich bei seinem ersten Einsatz für den neuen Arbeitgeber konnte er einen der größten Erfolge seiner Laufbahn mit dem Gewinn der Tour Down Under in Australien feiern - nur drei Sekunden vor dem Zweitplatzierten Karl Menzies. Weitere Top-Zehn-Ergebnisse beim Etoile de Bessèges, der Trofeo Chiasso, der Tour de Romandie oder der Tour de Picardie folgten neben Teilnahmen an den großen Frühjahrsklassikern. Nach der Tour de Suisse stand für Elmiger die Tour de France auf dem Programm. Auf der siebzehnten Etappe war er in der Ausreißergruppe des Tages vertreten, doch im Schlussspurt unterlag er Daniele Bennati und Markus Fothen. Gegen Ende der Saison wurde er noch einmal Etappen-Achter bei der Deutschland-Tour, Neunter beim Giro di Romagna und Dritter beim Grand Prix de la Somme. Eine Woche vor dem WM in Stuttgart erreichte er noch seinen zweiten Sieg 2007 beim Grand Prix d'Isbergues. Bei der WM wurde er Zehnter. Im Winter startete er beim Sechstagerennen Zürich auch auf der Bahn.

Anfang des Jahres 2008 konnte er seinen Vorjahreserfolg bei der Tour Down Under nicht wiederholen und wurde 13. Danach startete er unter anderem bei Tirreno-Adriatico und einigen Kopfsteinpflasterrennen, wobei er bei Dwars door Vlaanderen den siebten Platz erreichen konnte. Im Prolog der Tour de Romandie wurde er Achter, und kurz darauf konnte Elmiger bei der Tour de Picardie seinen ersten Saisonsieg feiern, als er die zweite Etappe knapp mit drei Sekunden Vorsprung als Solist abschloss. Die Rundfahrt beendete er zudem auf Rang drei. Weitere Erfolge verpasste er nur knapp als Zweiter des ersten Abschnitts der Tour de Suisse sowie als Silbermedaillengewinner der Schweizermeisterschaft. Und auch bei der Tour de France war er dicht vor einem Etappensieg, musste sich am elften Renntag allerdings Mitausreißer Kurt-Asle Arvesen im Sprint geschlagen geben. Die Saison endete für Elmiger unter anderem mit der Polen-Rundfahrt, den Weltmeisterschaften in Varese sowie Paris-Tours.

Auch 2009 konnte der Schweizer bereits zum Saisonauftakt bei der Tour Down Under gute Form beweisen und wurde nach zwei dritten und einem sechsten Etappenrang Gesamtvierter. Nach der Kalifornien-Rundfahrt fuhr er beim Monte Paschi Eroica auf das Podest als Dritter. Es folgten ein zwölfter Platz bei Mailand-Sanremo, Rang neun bei der Flandern-Rundfahrt, Platz fünf beim Circuit de Lorraine und der zweite Platz dort auf der ersten Etappe hinter Manuel António Cardoso im Massensprint. Zwar nahm Elmiger wie jedes Jahr an der Tour de Suisse teil, für die Tour de France wurde er aber nicht nominiert.

Nachdem er bei der Tour Down Under, der Tour du Haut-Var, Tirreno-Adriatico und der Tour de Romandie seine Saison 2010 begonnen hatte, erreichte er mit dem Gesamtsieg bei den Vier Tagen von Dünkirchen im Mai einen seiner größten Siege. Maßgeblich hierfür war der Solosieg auf dem vierten Tagesabschnitt. Nach der Tour de Suisse konnte Elmiger auch bei den Schweizermeisterschaften auftrumpfen, holte Bronze im Zeitfahren und Gold im Straßenrennen. Im Schweizer Meistertrikot durfte er dann an der Tour de France antreten. Auch am Ende des Jahres war er noch erfolgreich und wurde bei der Tour du Poitou-Charentes Etappenzweiter und Gesamtdritter. Schließlich gewann er noch den Grand Prix de la Somme und nahm erneut an der Weltmeisterschaft teil.

Den Jahresauftakt 2011 bildeten für Elmiger der Etoile de Bessèges, die Algarve-Rundfahrt, die Klassiker des Nordens sowie Tirreno-Adriatico und Mailand-Sanremo. Erst im Mai bei der Tour de Picardie konnte er mit einem dritten Etappenplatz erstmals ein Podest erreichen. Nach dem fünften Rang bei den Schweizermeisterschaften wurde er nicht für die Tour de France nominiert und absolvierte stattdessen die Tour de Wallonie. Bei der Tour du Poitou-Charentes erreichte er den fünften Rang und beendete die Saison unter anderem mit dem Circuit Franco-Belge, aber nicht mit der WM.

In die Saison 2012 startete Elmiger einmal mehr mit der Tour Down Under und der Algarve-Rundfahrt. Nach den Frühjahrsklassikern und der Tour de Romandie wurde er Zehnter bei den Vier Tagen von Dünkirchen und einmal Etappenvierter. Die Luxemburg-Rundfahrt schloss er als Zehnter ab. Auf dem ersten Abschnitt der Tour de Suisse erreichte er den vierten Rang, Bronze holte er bei den Schweizer Zeitfahrmeisterschaften. Zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele absolvierte er statt der Tour de France die Polen-Rundfahrt. Danach folgten die Eneco Tour und die Vattenfall Cyclassics. Das Rennen Binche-Tournai-Binche in Belgien stellte schließlich den letzten Einsatz für Ag2r dar, denn Elmiger verkündete einen Wechsel zum neuen Schweizer Zweitdivisionär IAM Cycling gür 2013 [1].

Erfolge[Bearbeiten]

1995

  • Gesamtsieger Waadtlandrundfahrt

2000

2001

  • MaillotSuiza.PNG Schweizer Meister - Strassenrennen

2002

2003

2004

2005

2007

2008

2010

2013

2014

  • MaillotSuiza.PNG Schweizer Meister - Strassenrennen

Grand Tour Gesamtwertung[Bearbeiten]

Grand Tour 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Pink jersey Giro - - 80 - - - - - - - -
Yellow jersey Tour 108 - - 74 71 - 75 - - -
golden jersey Vuelta - 86 - - - - - - - -

Teams[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Martin Elmiger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IAM Cycling announces 2013 roster auf cyclingnews.com (englisch)