Martin Merz

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Epitaph des Martin Merz an der St.-Martins-Basilika, Amberg

Martin Merz (* um 1425 in Vilseck; † 28. April 1501 in Amberg) war Büchsenmeister und Mathematiker in kurpfälzischen Diensten.

Leben[Bearbeiten]

Martin Merz trat um 1460 als Büchsenmeister in die Dienste von Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz. 1469 war er der oberste Büchsenmeister in Friedrichs Heer. Nach dem Tod Friedrichs im Jahr 1476 blieb Merz in den Diensten des Nachfolgers Kurfürst Philipp. Ballauf, Neidhart, Pfalz, Baslerin, Löw und Narr waren die Namen seiner Geschütze. Neben seiner Teilnahme an Feldzügen und Belagerungen bildete Merz Geschützmeister aus und vervollkommnete Handfeuerwaffen mit Pulverpfannendeckel und Luntenschloss. Außerdem verstand er sich auf das Gießen von Geschützrohren.

Merz verfasste eine aufwändig illustrierte Schrift zur Kunst aus Büchsen zu schießen (um 1473/um 1480).[1]

Martin Merz war in Amberg zweimal verheiratet, hatte aber anscheinend keine Kinder. Bemerkenswert ist sein Epitaph aus von weither geholtem wertvollem Rotmarmor an der Mauer der Kirche St. Martin, unweit seines damals in der Schiffgasse gelegenen Hauses. Der Stein zeigt auf flachem Relief Merz mit Augenklappe, Rosenkranz und verzierter Kleidung, auf einem Kanonenrohr stehend, mit Basilisk und Geschützlafette in seinen beiden Wappen. Zwei Engel halten hinter dem Meister einen Brokatvorhang.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Rappel: Merz, Martin. In: Karl Bosl (Hrsg.): Bosls bayerische Biographie. Pustet, Regensburg 1983, ISBN 3-7917-0792-2, S. 523 (Digitalisat).
  • Heidemarie Sander: Amberger Legenden. Ensdorf 2008, Text von Generalmajor a.D. Josef Dollacker, ISBN 978-3-7698-1753-9, S. 54-56.
  • Rainer Leng: Ars belli. Deutsche taktische und kriegstechnische Bilderhandschriften und Traktate im 15. und 16. Jahrhundert. 2 Bde. Wiesbaden 2002.
  • Ricarda Huch: Im alten Reich. Lebensbilder deutscher Städte (3. Band: Der Süden), Bremen 1927, Kapitel „Amberg“, S. 219-220 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz & Regensburg. hrsg. von Georg Hager - Nachdruck von Die Kunstdenkmäler im Königreich Bayern, Ausgabe von 1909, Oldenbourg, München und Wien 1981, ISBN 3-486-50446-0, S. 96.
  • Der berühmte Büchsenmeister Martin Mertz von Amberg. in Die Oberpfalz: Heimatzeitschrift für den ehemaligen Bayerischen Nordgau: die Oberpfalz, die freie Reichsstadt Nürnberg, das Fürstbistum Eichstätt, Egerland und die angrenzenden Gebiete., Monatschrift für Geschichte, 10. Heft 1927, 21. Jahrgang, Hrsg. Anton Dollacker und J.B. Laßleben, Verlag Michael Laßleben, Kallmünz/Regensburg 1927

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Datierung nach den Wasserzeichen nach: Leng, Rainer: Ars belli. Deutsche taktische und kriegstechnische Bilderhandschriften und Traktate im 15. und 16. Jahrhundert. 2 Bde. Wiesbaden 2002, Bd. 2.