Martin P5M

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Martin P5M/P-5 Marlin
Martin P5M-2G der U.S. Coast Guard
Martin P5M-2G der U.S. Coast Guard
Typ: Seefernaufklärer
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Glenn L. Martin Company
Erstflug: 22. Juni 1951
Indienststellung: April 1952
Produktionszeit: 1952 bis 1960
Stückzahl: 285

Die Martin P5M Marlin war das letzte Flugboot in Diensten der US Navy und US-Streitkräfte im Allgemeinen.

P5M-1 der Staffel VP-45 1954
Eine P5M-1 wird 1954 zum Start vorbereitet
Die SP-5B nach ihrem letzten Einsatzflug 1967
P5M-1G der U.S. Coast Guard 1955

Geschichte[Bearbeiten]

Gebaut wurde die P5M Marlin von der Glenn L. Martin Company in Middle River, Maryland. Sie war der Nachfolger der Martin PBM Mariner. Der Prototyp XP5M Marlin basierte auf der Mariner mit einer neuen Rumpfgestaltung und einem neuen konventionellen Heckteil.

Die Marlin hatte wieder Knickflügel, um die Motoren so hoch anzuordnen, dass kein Spritzwasser eindringen konnte. Sie wurde von zwei Wright R-3350-Sternmotoren angetrieben. Die Rumpfform war von der japanischen Kawanishi H8K aus dem Zweiten Weltkrieg inspiriert. Der Rumpf stieg zum Ende etwas an und gab dem Flugzeug ein besseres Gleitverhalten beim Start.

Der Prototyp hatte in der Flugnase und im Heck je zwei 20-mm-Kanonen sowie einen Drehturm auf dem hinteren Rumpf mit zwei 12,7-mm-MGs. Das Cockpit wurde von der Mariner übernommen.

Der Erstflug erfolgte am 30. Mai 1948. Die ersten 167 Maschinen des Typs P5M-1 wurden 1949 produziert.

Die Änderungen gegenüber dem Prototyp waren ein angehobenes Cockpit für verbesserte Sicht, der Wiedereinbau des Nasendrehkopfes mit einer großer Radarkuppel für das Suchradar AN/APS-44, die Entfernung des Rumpfdrehturms sowie neue aerodynamischere Tragflächen. Die Triebwerksgondeln wurden verlängert, um Raum für Waffenbuchten in der Rückseite zur Verfügung zu stellen.

Am 25. November 1959 kam es zur Notwasserung einer P-5M der US Navy im Puget Sound nahe der Whidbey Insel im US-Bundesstaat Washington. An Bord befand sich eine nuklear bestückte Wasserbombe vom Typ MK90 „Betty“. Die Waffe wurde bis heute nicht gefunden.

Der P5M-1 folgten 116 P5M-2-Maschinen. Diese hatten ein T-Leitwerk, einen Magnetic Anomaly Detector AN/ASQ-8 MAD im Heck, keine Heckbewaffnung, bessere Mannschaftsräume und eine bessere Bodenform, um Spritzwasser zu vermeiden.

Waffenbeladungs-Varianten[Bearbeiten]

  • 4 × 980-kg-Torpedos.
  • 4 × 900-kg-Minen oder Bomben
  • 8 × 450-kg-Minen.
  • 16 × 230-kg-Bomben.
  • 16 × 150-kg-Wasserbomben
  • 1 × Mark 90 „Betty“ (nuklear bestückte Wasserbombe)

Versionen[Bearbeiten]

P5M-1 (P-5A)
erste Produktionsserie für US Navy. 160 Stück gebaut
P5M-1S (SP-5A)
überarbeitete P5M-1 mit neuer Elektronik und Anti-U-Boot-Ausstattung
P5M-2 (P-5B)
zweite Produktionsserie für US Navy. 115 Stück gebaut
P5M-1G
Überstellung von sieben Maschinen an die US Coast Guard
P5M-1T (TP-5A)
frühere P5M-1G für Trainingszwecke der US Navy weiterverwendet
P5M-2G
Überstellung von vier Maschinen an die US Coast Guard
P5M-2S (SP-5B)
Umbau der meisten P5M-2 mit besserer Flugsteuerung und Anti-U-Boot-Ausstattung
SP-5
SIGINT/ELINT-Version verwendet im Vietnamkrieg

US Coast Guard[Bearbeiten]

Sieben P5M-1Gs und vier P5M-2Gs wurden für die US Coast Guard zur Seenotrettung umgebaut. Die Flugzeuge erwiesen sich allerdings als schwer wartbar und wurden deshalb der US Navy zurückgegeben. Diese setzte sie dann als Trainer ohne Bewaffnung ein.

Französische Marine[Bearbeiten]

Die Französische Marine bekam 1959 ex-US Navy Marlins zum Ersatz ihrer alten Short Sunderlands geliefert. Diese wurden für Seepatrouillen in Dakar in Senegal eingesetzt. Sie wurden fünf Jahre später wieder zurückgegeben.

Technische Daten[Bearbeiten]

3-Seiten-Riss einer SP-5B
Kenngröße Daten der P5M-2 Marlin
Länge: 30,7 m
Flügelspannweite: 36,0 m
Tragflügelfläche: 130,1 m²
Höhe: 10,0 m
Antrieb: 2 × Sternmotoren Wright R-3350-32WA mit je 3.450 PS (2.570 kW)
Höchstgeschwindigkeit: 404 km/h
Reichweite: 3.300 km
Besatzung: acht Mann
Dienstgipfelhöhe: 7.300 m
Leergewicht: 22.900 kg
Fluggewicht: 38.600 kg
Bewaffnung: Bombenbeladung s. Text

Weblinks[Bearbeiten]