Martin Rade
Paul Martin Rade (* 4. April 1857 in Rennersdorf; † 9. April 1940 in Frankfurt am Main) war ein evangelischer Theologe und linksliberaler Politiker (NSV, FSV, FVP, DDP).
Inhaltsverzeichnis |
Leben und Wirken [Bearbeiten]
Martin Rade besuchte die Gymnasien in Bautzen und Zittau und studierte an der Universität in Leipzig Evangelische Theologie. Nach einer Hauslehreranstellung wurde er Pfarrer in Schönbach in der Oberlausitz und in Frankfurt am Main an der Paulskirche.
1899 erhielt Rade eine Professur an der Universität Marburg. 1919/20 gehörte er als Abgeordneter der Deutschen Demokratischen Partei der preußischen Nationalversammlung an.
Rade hat als Hochschullehrer und Publizist eine große Wirkung auf die zeitgenössische Theologie gehabt. Er gilt als ein Hauptvertreter des Kulturprotestantismus.
1886/87 gab Rade in Leipzig bei dem Verleger Friedrich Wilhelm Grunow den ersten Jahrgang der von ihm gegründeten Zeitschrift Evangelisch-lutherisches Gemeindeblatt für die gebildeten Glieder der evangelischen Kirchen heraus. Mitherausgeber und Mitarbeiter waren weitere Schüler und Anhänger des Göttinger Theologen Albrecht Ritschl. Seit dem Folgejahr 1888/89 erschien die Zeitschrift unter dem Namen Die Christliche Welt.
Die Christliche Welt erschien in 55 Jahrgängen bis zur kriegsbedingten Einstellung im Mai 1941, zuletzt herausgegeben von Hermann Mulert. Seit 1922 wurde sie in Leipzig bei dem Gothaer Verleger Leopold Klotz (1878–1956) verlegt, der die Zeitschrift ein Jahr zuvor von Rade übernommen hatte.
Werke [Bearbeiten]
- Die Leitsätze der ersten und der zweiten Auflage von Schleiermachers Glaubenslehre nebeneinandergestellt, Tübingen: Mohr, 1904.
- Glaubenslehre, Gotha: Klotz, 1924-1927.
- Band 1 [Buch 1]: Gott, Gotha: Klotz, 1924.
- Band 1 / Buch 2: Christus, Gotha: Klotz, 1926.
- Band 2 / Buch 3: Vom Geist, Gotha: Klotz, 1927.
- Ausgewählte Schriften. Drei Bände. Hrsg. von Christoph Schwöbel, Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 1983-1988.
- Band 1: Wirklichkeit und Wahrheit der Religion., 1983
- Band 2: Religion, Moral und Politik, 1986
- Band 3: Recht und Glaube, 1988
Briefe [Bearbeiten]
- Johanna Jantsch (Hrsg.): Der Briefwechsel zwischen Adolf von Harnack und Martin Rade. Theologie auf dem öffentlichen Markt. de Gruyter, Berlin/New York 1996, ISBN 3-110-15190-1.
Literatur [Bearbeiten]
Einträge in biografischen Lexika
- Anne Christine Nagel: Rade, Paul Martin. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 21, Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-11202-4, S. 86 (Digitalisat).
- Friedrich Wilhelm Graf: Rade, Paul Martin. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 7, Bautz, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-048-4, Sp. 1195–1223. (keine Online-version verfügbar)
Sekundärliteratur
- Anne Christine Nagel: Martin Rade – Theologe und Politiker des sozialen Liberalismus. Eine politische Biographie. (= Religiöse Kulturen der Moderne. Band 4). Kaiser, Gütersloh 1996, ISBN 3-579-02603-8.
- Axel Meißner: Martin Rades „Christliche Welt“ und Armenien. Bausteine für eine internationale Ethik des Protestantismus. (= Studien zur orientalischen Kirchengeschichte. Band 22). Lit, Berlin/Münster 2010, ISBN 3-825-86281-X.
- Johannes Rathje: Die Welt des freien Protestantismus. Ein Beitrag zur deutsch-evangelischen Geistesgeschichte. Dargestellt an Leben und Werk von Martin Rade. Klotz, Stuttgart 1952.
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Martin Rade im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rade, Martin |
| ALTERNATIVNAMEN | Rade, Paul Martin |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Theologe |
| GEBURTSDATUM | 4. April 1857 |
| GEBURTSORT | Rennersdorf |
| STERBEDATUM | 9. April 1940 |
| STERBEORT | Frankfurt am Main |
- Hochschullehrer (Philipps-Universität Marburg)
- Mitglied des Nationalsozialen Vereins
- FVg-Mitglied
- FVP-Mitglied
- DDP-Mitglied
- Landtagsabgeordneter (Preußen)
- Systematischer Theologe
- Evangelischer Theologe (19. Jahrhundert)
- Evangelischer Theologe (20. Jahrhundert)
- Deutscher
- Geboren 1857
- Gestorben 1940
- Mann
- Person des Christentums (Frankfurt am Main)