Martin Rees

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Martin Rees in Jodrell Bank 2007

Martin John Rees, Baron Rees of Ludlow OM, PRS (* 23. Juni 1942 in York) ist ein britischer Astronom.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Rees studierte am Trinity College in Cambridge und promovierte 1967 bei Dennis Sciama. Nach Forschungsaufenthalten in Großbritannien und den USA wurde er Professor an der Sussex University. Von 1973 bis 1991 war er Plumian Professor in Cambridge und leitete in dieser Zeit für zehn Jahre das dortige Institut für Astronomie.

Rees ist seit 1995 Königlicher Astronom (Astronomer Royal) und seit 2004 Master des Trinity College sowie Professor für Kosmologie und Astrophysik in Cambridge. Von 2005 bis 2010 war er Präsident der Royal Society.

Rees lieferte bedeutende Beiträge über den Ursprung der kosmischen Hintergrundstrahlung, über Galaxienhaufen und über die Galaxienentstehung. Er gehörte zu den frühesten Vertretern der Vorstellung, dass aktive galaktische Kerne wie z. B. Quasare durch Materieeinströmung auf Schwarze Löcher angetrieben werden und hat wichtige Aspekte ihrer Physik beschrieben.

Von Rees stammt auch eine Schätzung der Wahrscheinlichkeiten für die Überlebenschancen der Menschheit in den kommenden 100 Jahren. Dabei berücksichtigte er die atomare Bedrohung (Überlebenschance 3:1), Killerviren (10:1), „bösartige Nano-Maschinen“ (1.000:1), „Deep Impact“, also den Einschlag eines Asteroiden (1.000:1) und „das letzte Experiment“, also ein fehlgeschlagenes Experiment, das die Erde zerstört (100.000:1).

Zitate[Bearbeiten]

"Die eigentliche Frage lautet: Weshalb gibt es überhaupt etwas? Fragen wie diese liegen außerhalb der Naturwissenschaften, sie gehören in den Bereich der Philosophie und der Theologie. Wir Menschen befinden uns nahezu in der Mitte zwischen Kosmos und Mikrowelt. Die Masse der Sonne entspricht ungefähr derselben Anzahl menschlicher Körper, wie es in jedem von uns Atome gibt."

"Die Verknüpfung von Kosmos und Mikrowelt erfordert allerdings noch einen wissenschaftlichen Durchbruch. Die Physik des 20. Jahrhunderts ruhte auf zwei großen fundamentalen Theorien: der Quantentheorie und Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie, die Zeit, Raum und Gravitation beschreibt, aber keine Quanteneffekte berücksichtigt. Auch heute noch ergeben sich aus beiden Theorien verschiedene Strukturen. Solange es keine vereinheitlichte Theorie aller Kräfte gibt, die sowohl den Kosmos als auch die Mikrowelt umfasst, haben wir die wirklich grundlegenden Eigenschaften unseres Universums nicht verstanden." [1]

Ehrungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • Martin Rees (Hrsg.): Das Universum. Dorling Kindersley, München 2006, ISBN 3-8310-0946-5.
  • Unsere letzte Stunde : warum die moderne Naturwissenschaft das Überleben der Menschheit bedroht. Bertelsmann, München 2003, ISBN 3-570-00631-X.
  • Das Rätsel unseres Universums. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50900-2.
  • mit Mitchell Begelman: Schwarze Löcher im Kosmos. Spektrum, Akademie Verlag, Heidelberg, Berlin 2000, ISBN 3-8274-1044-4.
  • Vor dem Anfang. Fischer, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-10-062913-2.
  • mit John Gribbin: Ein Universum nach Maß. Insel, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-458-33279-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Rätsel unseres Universums. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50900-2

Weblinks[Bearbeiten]