Martin Schulz

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Martin Schulz im Wahlkampf 2006

Martin Schulz (* 20. Dezember 1955 in Hehlrath (damals Gemeinde Kinzweiler, heute Stadt Eschweiler)) ist ein deutscher SPD-Politiker und seit der Europawahl 2004 Vorsitzender der Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE) im Europäischen Parlament, dem er seit 1994 angehört.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ausbildung und Beruf

Nach dem vierjährigen Besuch der Grundschule zwischen 1962 und 1966 lernte Schulz für neun Jahre am Heilig-Geist-Gymnasium (Broich) in Würselen. Im Anschluss, zwischen 1975 und 1976, durchlief er eine Ausbildung zum Buchhändler.[1]

In den folgenden fünf Jahren war er in verschiedenen Verlagen und Buchhandlungen tätig, bis er im Jahre 1982 seine eigene Buchhandlung in Würselen gründete, die er bis 1994 führte.

[Bearbeiten] Politischer Werdegang

Im Jahre 1974 trat Schulz im Alter von 19 Jahren in die SPD ein und engagierte sich bei den Jusos und wurde 1984 in den Würselener Stadtrat gewählt, dem er knapp zwei Wahlperioden bis 1998 beiwohnte, ab 1987 im Amt des Bürgermeisters. Mit seinen 31 Jahren war er damals der jüngste Bürgermeister Nordrhein-Westfalens. Dieses Amt hatte er bis 1998 inne.

Während seiner Amtszeit als Bürgermeister in Würselen war Martin Schulz insbesondere für den Bau des Spaßbades Aquana verantwortlich. Angesichts der Haushaltslage der Stadt wird diese Entscheidung des SPD-Mitgliedes seit Jahren kritisch gesehen.

Bei der Europawahl 1994 wurde Schulz ins Europäische Parlament gewählt, wo er zwischen 2000 und 2004 den Abgeordneten der deutschen SPD-Landesgruppe vorsaß. Seit der Europawahl 2004 hat er den Fraktionsvorsitz der SPE inne. Er folgte in dieser Position dem Spanier Enrique Barón Crespo.

[Bearbeiten] Konflikt mit Berlusconi

Am 2. Juli 2003 kam es im Europaparlament zu einem Eklat, als der einfache Abgeordnete Schulz den anwesenden italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi in dessen Doppelfunktion als Regierungschef und Medienunternehmer scharf kritisierte und dabei von einem „Virus der Interessenskonflikte“ sprach. Berlusconi schlug ihm daraufhin vor, er solle die Rolle des Kapo in einem KZ-Film übernehmen, der in Italien gedreht würde. In der daraufhin entstandenen Diskussion im Europa-Parlament wollte Berlusconi diese Äußerung als Witz verstanden wissen. Er habe damit auf die Namensähnlichkeit zwischen Schulz und dem gutmütigen Kriegsgefangenenlager-Aufseher Schultz aus der Fernsehserie Ein Käfig voller Helden anspielen wollen.[2][3]

[Bearbeiten] Parlamentspräsident ab 2012

Nach der Europawahl 2009 erreichte Schulz Aufmerksamkeit, als er eine schnelle Zustimmung seiner Fraktion zu einer zweiten Amtszeit der Kommission Barroso verhinderte und stattdessen zuammen mit dem grünen Fraktionsvorsitzenden Daniel Cohn-Bendit den niederländischen Liberalen Guy Verhofstadt als Kandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten ins Spiel brachte.[4] Später lockerte Schulz jedoch seinen Widerstand und forderte nur noch, dass Barroso auf bestimmte politische Bedingungen der Sozialdemokraten eingehen müsse.[5] Im Gegenzug kam es zu einer Einigung zwischen der konservativen EVP und der SPE, nach der Schulz im Jahr 2012 dem polnischen EVP-Mitglied Jerzy Buzek als Präsident des Europäischen Parlaments nachfolgen soll.[6]

[Bearbeiten] Auszeichnungen

  • 2006: Bundesverdienstkreuz (1. Klasse)
  • Am 18. Mai 2009 erhielt Martin Schulz die Ehrendoktorwürde der Kaliningrader Staatlichen Technischen Universität (KSTU). Die Universität zeichnete ihn damit für sein langjähriges Engagement für die Verbesserung der europäisch-russischen Beziehungen und für seine Unterstützung beim Aufbau des bislang einzigen, interdisziplinären und interkulturellen Europastudiengangs in Russland aus.

[Bearbeiten] Familie und Freizeit

Martin Schulz ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Leidenschaft gilt neben den Büchern auch dem 1. FC Köln.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. martinschulz's profile on Micandidate.eu
  2. Meister der Fettnäpfchen in: Focus, 15.April 2008
  3. „Ich schlage Sie für die Rolle des Lagerführers vor“ in: Der Spiegel, 2.Juli 2003
  4. EurActiv, 10. Juni 2009: Unterstützung für Verhofstadt als Nachfolger Barrosos wächst.
  5. EurActiv, 2. Juli 2009: SPE uneins über Namensänderung, Barroso.
  6. EurActiv, 9. Juli 2009: Liberale sollen im neuen EP bedeutenden Ausschüssen vorsitzen.
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