Martin Wackernagel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Martin Wilhelm Wackernagel (* 2. Januar 1881 in Basel; † 14. Januar 1962 in Cottens, Waadt) war ein Schweizer Kunsthistoriker.

Leben[Bearbeiten]

Martin Wackernagel war ein Sohn des Schweizer Historikers Rudolf Wackernagel und Enkel des deutschen Germanisten Wilhelm Wackernagel. Er studierte zunächst nach dem Abitur in Basel an den Universitäten Basel und Genf. Nach einem längeren Aufenthalt in Florenz studierte er dann an den Universitäten Berlin und Göttingen Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Geschichte. 1905 wurde er in Berlin promoviert und war anschließend am Preußischen Historischen Institut in Rom tätig. 1909 habilitierte er sich an der Universität Halle (Saale) und war dann als Privatdozent dort tätig. Von 1905 bis 1915 unternahm er ausgedehnte Forschungsreisen mit Arthur Haseloff nach Süditalien, bei denen die dortigen mittelalterlichen Kunstschätze auf Glasplatten und Nitrozellulosefilm fotografisch erfasst wurden (ca. 3200 Aufnahmen).

1911 habilitierte er sich an die Universität Leipzig um und war dort als Privatdozent tätig. 1918 wurde Wackernagel außerordentlicher Professor in Leipzig und Leiter des dortigen Kunstvereins. 1912 heiratete er die Dichterin Ilse von Stach. Aus der Ehe gingen Peter (1913–1958) und Maria Elisabeth (* 1919) hervor. Seit 1920 war er ordentlicher Professor an der Universität Münster, wo er 1948 emeritiert wurde. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Wackernagel in Cottens/Schweiz unweit des Genfersees, wo er 1962 auch verstarb.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die Plastik des 11. und 12. Jahrhunderts in Apulien (= . Bd. 2, ZDB-ID 538770-x). Hiersemann, Leipzig 1911.
  • Basel (= Berühmte Kunststätten. Bd. 57, ZDB-ID 515789-4). Seemann, Leipzig 1912.
  • als Herausgeber mit Albert E. Brinckmann: Die Baukunst des 17. und 18. Jahrhunderts. Band 2: Martin Wackernagel: Die Baukunst des 17. und 18. Jahrhunderts in den germanischen Ländern. Akademische Verlags-Gesellschaft Athenaion, Berlin 1915.
  • Max Slevogt (= Die Auswahl aus neuerer Dichtung und Kunst. Bd. 11, ZDB-ID 2062139-5). Führer-Verlag, München-Gladbach 1926.
  • Der Bildhauer Kurt Kluge. de Gruyter, Berlin u. a. 1930.
  • Münster (= Deutsche Lande - Deutsche Kunst). Deutscher Kunstverlag, Berlin 1931.
  • Der Lebensraum des Künstlers in der florentinischen Renaissance. Aufgaben und Auftraggeber, Werkstatt und Kunstmarkt. Seemann, Leipzig 1938.
  • Adelshöfe und Schloss in Münster (= Große Baudenkmäler. Bd. 120, ZDB-ID 841730-1). Deutscher Kunstverlag, Berlin u. a. 1948.
  • Renaissance, Barock und Rokoko (= Ullstein Kunstgeschichte. Bd. 13–14 = Ullstein Bücher. Nr. 4013–4014). 2 Bände. Ullstein u. a., Frankfurt am Main u. a. 1963–1964.

Literatur[Bearbeiten]

  • Festschrift Martin Wackernagel zum 75. Geburtstag. Böhlau, Köln 1958.
  • Günther Fiensch: Erinnerungen an Martin Wackernagel. In: Westfalen 59, 1981, S. 93–96.
  • Uwe Albrecht (Hrsg.): Arthur Haseloff und Martin Wackernagel. Mit Maultier und Kamera durch Unteritalien. Forschungen zur Kunst im Südreich der Hohenstaufen (1905–1915) (= Zeit + Geschichte. Bd. 4). Ludwig, Kiel 2005, ISBN 3-937719-16-4.
  • Pasquale Favia, Michael Matheus, Saverio Russo (Hrsg.): Arthur Haseloff e Martin Wackernagel alla ricerca della Capitanata medievale. Fotografie dall'Archivio dell'Università di Kiel. Grenzi, Foggia 2010, ISBN 978-88-8431-407-9.
  • Michael Matheus: Disziplinenvielfalt unter einem Dach. Ein Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte aus der Perspektive des Deutschen Historischen Instituts in Rom (DHI). In: Sabine Ehrmann-Herfort, Michael Matheus (Hrsg.): Von der Geheimhaltung zur internationalen und interdisziplinären Forschung. Die Musikgeschichtliche Abteilung des Deutschen Historischen Instituts in Rom 1960–2010 (= Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom. Bd. 123). de Gruyter, Berlin u. a. 2010, ISBN 978-3-11-025073-2, S. 1–82.

Weblinks[Bearbeiten]