Martin Zeil

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Martin Zeil (2013)

Martin Zeil (* 28. April 1956 in München) ist ein deutscher Politiker der FDP. Er war von 2008 bis 2013 Mitglied des Bayerischen Landtages und im Kabinett Seehofer I Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie sowie stellvertretender Ministerpräsident.

Leben[Bearbeiten]

Zeil wurde 1956 als Sohn des Geologen Werner Zeil in München geboren und wuchs in der oberbayerischen Gemeinde Gauting auf. Er besuchte das Gymnasium Starnberg und die Whittier High School in Los Angeles, Kalifornien. Nach dem Abitur 1974 in Starnberg studierte er Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München, dort machte er 1981 das erste und 1984 das zweite juristische Staatsexamen. Sein Referendariat absolvierte er im Landratsamt Starnberg und in einer Anwaltskanzlei in London.

1984 trat er in die Rechtsabteilung des Bankhauses Aufhäuser (jetzt Hauck & Aufhäuser) in München ein, 1985 wurde er zum Rechtsanwalt zugelassen, und seit 1998 ist er Leiter der Rechtsabteilung von Hauck & Aufhäuser Privatbankiers, München und Frankfurt/Main.

Partei[Bearbeiten]

Martin Zeil (auf dem 71. Landeskongress der Jungen Liberalen Bayern, Juni 2009)

Martin Zeil trat 1974 der FDP bei. Er ist Mitbegründer der Jungen Liberalen auf Bundesebene und der Jungen Liberalen Bayern. 1981 bis 1983 war er deren Landesvorsitzender.

1995 bis 1999 war er Bezirksvorsitzender in Oberbayern und zusätzlich 1997 bis 1998 stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Bayern. Im September 2006 wurde er vom Landesvorstand zum Generalsekretär vorgeschlagen. In dieses Amt wurde er am Landesparteitag im Februar 2007 gewählt. Zeil kandidierte 2009 infolge seines Amtes als Wirtschaftsminister nicht wieder als Generalsekretär. Seine Nachfolgerin im Amt wurde Miriam Gruß. Seit 2011 ist Zeil Mitglied im Bundesvorstand der FDP. Auf dem Bundesparteitag am 9./10. März 2013 wurde in der Wahl der freien Beisitzer als einer von zwei Kandidaten bereits im ersten Wahlgang erneut in den Bundesvorstand gewählt.

Martin Zeil hat als Spitzenkandidat die Liste der oberbayerischen FDP bei der Landtagswahl 2008 angeführt. Dabei zog die FDP zum ersten Mal seit 14 Jahren wieder in den Landtag ein. Am 19. Oktober wurde er zum Vorsitzenden seiner Fraktion gewählt. Dieses Amt gab er jedoch bereits am 31. Oktober wieder auf, da er zum Staatsminister ernannt wurde. Sein Nachfolger als Fraktionsvorsitzender wurde Thomas Hacker.

Am 12. Januar 2013 wählten die Delegierten Zeil auf der Wahlkreisversammlung mit mehr als 92 Prozent der Stimmen erneut auf den ersten Platz der Oberbayern-Liste für die Landtagswahl am 15. September 2013. Zwei Wochen später folgte die Nominierung als Spitzenkandidat der FDP Bayern auf dem Landesparteitag in Fürth.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Martin Zeil und die thailändische Premierministerin Yingluck Shinawatra

Martin Zeil war von 1990 bis 2005 Mitglied des Gemeinderats und von 2002 bis 2005 Zweiter Bürgermeister in Gauting. Ferner gehörte er von 1990 bis 2008 dem Kreistag des Landkreises Starnberg an und war von 1996 bis 2002 stellvertretender Landrat.

Bei der Bundestagswahl 2005 wurde er in den Bundestag gewählt und ordentliches Mitglied im Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Technologie sowie Sprecher für Wettbewerbsrecht und Bürokratieabbau. In seinem Wahlkreis München-Land erzielte er 2005 mit 14,6 % das beste Zweitstimmenergebnis für die FDP in Bayern. Am 1. November 2008 verzichtete er auf sein Bundestagsmandat, um sich von da an ausschließlich der bayerischen Politik zu widmen.

Nach dem Erfolg der FDP bei den bayerischen Landtagswahlen 2008 wurde er bayerischer Wirtschaftsminister in der CSU-/FDP-Koalitionsregierung. Zeil ist Vertreter Bayerns im ZDF-Fernsehrat.

Martin Zeil war Mitglied der 13. (2009), 14. (2010) und 15. (2012) Bundesversammlung.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für seine herausragenden politischen Leistungen um den Bahnverkehr, insbesondere für seine Konzeption zur Prüfung der Reaktivierung von stillgelegten Eisenbahnstrecken durch Probebetriebe, erhielt er am 30. August 2013 den Deutschen Schienenverkehrs-Preis in der Kategorie Politik, der vom Deutschen Bahnkunden-Verband vergeben wird.[1]

Privates[Bearbeiten]

Martin Zeil ist evangelisch, verheiratet mit Barbara Daumiller-Zeil und hat eine Tochter und zwei Söhne.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Martin Zeil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Würdigung: Verkehrsminister Zeil erhält Deutschen Schienenverkehrs-Preis 2013. Eurailpress, 2. September 2013, abgerufen am 3. September 2013.